Forum O√Ė Geschichte

St√§dtegr√ľndungen


Parallel zum agrarwirtschaftlichen Aufschwung entwickelte sich seit der zweiten H√§lfte des 12. Jahrhunderts innerhalb von wenigen Jahrzehnten ein St√§dtenetz von betr√§chtlicher Dichte. Die gro√üe Welle der St√§dtegr√ľndungen, nach au√üen fassbar vor allem im planm√§√üigen Ausbau mit regelm√§√üigen Grundrissen, gro√üen, meist rechteckigen Platzanlagen und an den Rand ger√ľckten Stadtburgen, spielte sich vor allem zwischen 1180 und 1270 ab. Dabei konnten bestehende St√§dte durch Plananlagen erweitert oder √ľberhaupt Neugr√ľndungen vorgenommen werden. Die St√§dte traten als Mittelpunkte der herrschaftlichen Verwaltung auf, als Maut- und Zollstellen und in selteneren F√§llen auch als M√ľnzst√§tten. Dazu kamen Markt- und Handelsrechte, Niederlags- und Stapelrechte und Privilegien √ľber einen der Stadt gegebenenfalls zugeordneten Wirtschaftsraum (Bannmeile).

Sp√§testens in den neunziger Jahren des 12. Jahrhunderts erkannten die Babenberger die wirtschaftliche Bedeutung des Handels. Die St√§dte Enns und Steyr erbten sie von den steirischen Otakaren und bauten sie neu aus. Freistadt wurde auf dem Weg nach B√∂hmen angelegt, Linz und Wels einfach gekauft und ebenfalls neu gebaut. Das etwas kleinere V√∂cklabruck wurde an der Stra√üe nach Salzburg angelegt und Gmunden als Salzhandelszentrum etabliert. In weniger als 100 Jahren war auf diese Weise der Grundstock f√ľr das oberr√∂sterreichische St√§dtewesen gelegt. Neben diesen sieben landesf√ľrstlichen (herzoglichen) St√§dten existierten nur mehr das passauische Eferding und die Privatstadt Grein. Daran √§nderte sich ein halbes Jahrtausend nichts mehr.
Die St√§dte wurden befestigt und mit einer Mauer umgeben, was an sich nur den Adeligen f√ľr ihre Wohnsitze zustand. Sie f√ľhrten Siegel und Wappen und waren damit zumindest als ‚ÄěCommunio‚Äú, als Gemeinschaft der B√ľrger, rechtsf√§hig.


Kurzfassung (2007) aus: Sandgruber/Katzinger/Pisecky/Kerschbaummayr: Der Handel in Oberösterreich. Tradition und Zukunft. Linz 2002.

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