Forum O√Ė Geschichte

Das mittelalterliche Straßennetz


Das r√∂mische Stra√üennetz blieb das Grundger√ľst des mittelalterlichen Landverkehrs. Die r√∂merzeitliche Traunbr√ľcke bei Wels blieb bis ins 12. Jahrhundert erhalten und wurde dann durch einen mittelalterlichen Bau ersetzt. √Ąhnlich d√ľrfte es sich bei V√∂cklabruck verhalten haben, das 1134 erw√§hnt wird. Die r√∂mische Br√ľcke √ľber die Enns bei Lorch war 1064 nicht mehr vorhanden. 1191 gab es dort aber wieder eine Br√ľcke. Die Traunbr√ľcke von Ebelsberg ist 1215 belegt. Donaubr√ľcken gab es im Hochmittelalter √∂stlich von Regensburg noch keine. Man bediente sich der Furten und √úberfuhren.

Zwei wichtige Handelsrouten erreichten in r√∂mischer Zeit von Aquileja ausgehend den Donauraum, einerseits die Verbindung, die durch das Kanaltal weiter √ľber das Zollfeld, den Neumarkter Sattel, den Triebener Tauern und den Pyhrnpa√ü an die Donau f√ľhrte, und andererseits die uralte Stra√üe, die am Rande der Alpen von Aquileja √ľber G√∂rz, Laibach, Cilli, Pettau, Steinamanger und √Ėdenburg, der Trasse der alten Bernsteinstra√üe folgend, bei Carnuntum die Donau erreichte und damit das Gebirge √ľberhaupt umging. Die √∂stliche Route verlor infolge der politischen Situation in der zweiten H√§lfte des ersten Jahrtausends immer mehr an Bedeutung. Um so wichtiger wurde die Verbindung von Villach √ľber St. Veit, Friesach, Neumarkt und Judenburg nach Steyr und Enns oder Wels und Linz.

Die Bedeutung, die der Pyhrnroute im 9. und 10. Jahrhundert als Handelsweg zukam, wird durch die Hinweise auf zahlreiche, aus Ortsnamen entlang dieser Strecke erschlossene Judenniederlassungen unterstrichen, die wohl als Raststationen zu deuten sind.


Kurzfassung (2007) aus: Sandgruber/Katzinger/Pisecky/Kerschbaummayr: Der Handel in Oberösterreich. Tradition und Zukunft. Linz 2002.

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