Forum O├ľ Geschichte

Frisches Obst und konservierte Fr├╝chte im K├╝chenalltag


Vor mehr als 8000 Jahren sind erste Versuche von Obstanbau durch arch├Ąologische Funde belegt. Reiche Sortenvielfalt betrifft heute alle Obstgattungen. Sie reicht vom Stein- und Beerenobst ├╝ber ├äpfel, Birnen, Trauben, Zitrusfr├╝chte, Melonen, tropische Fr├╝chte bis hin zu den N├╝ssen, die botanisch gesehen, einsamige, trockene, hartschalige Fr├╝chte darstellen. Bei manchen Obstsorten hat sich mittlerweile auch die Unterscheidung in Wirtschaftsobst (etwa f├╝r die Mosterzeugung), Kochobst und Dessertobst durchgesetzt, die zugleich als Qualit├Ątsabstufung verstanden wird.

In den Kl├Âstern hat man Obst bis ins Sp├Ątmittelalter als Nachtisch und zum Abendessen serviert, wobei zumeist heimische Sorten wie ├äpfel, Birnen, Weichseln, Kirschen ÔÇô und manchmal auch Feigen - auf den Tisch kamen. Im 17. Jahrhundert l├Ąsst sich dann allm├Ąhlich eine gr├Â├čere Angebotspalette mit Zwetschken, Quitten, Amarellen, Holunder, Pfirsichen, Erdbeeren sowie ÔÇô an Festtagen ÔÇô Limonen und Orangen (Pomeranzen) nachweisen.
Manche Stifte gingen im Barock dazu ├╝ber, diese Exoten in eigenen Glash├Ąusern (Pomeranzenh├Ąusern, Orangerien) zu z├╝chten, wie dies etwa im Stift Schlierbach geschah.

Da einen Hauptnachteil des Obstes seine rasche Verderblichkeit darstellt, lieferten viele Kochbuchautoren diesbez├╝gliche Ratschl├Ąge f├╝r die richtige Ernte und Einlagerung, f├╝r das Einmachen sowie f├╝r das Trocknen von Obst.

Autor: Hannes Etzlstorfer, 2007


Kulinarisches Kloster. Zwischen Festmahl und Fastenk├╝che. Dokumentation zur Ausstellung im Stift Schl├Ągl/Meierhof vom 25. Mai bis 30. September 2007.

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