Forum O├ľ Geschichte

Kulinarisches Kloster ÔÇô Zwischen Festmahl und Fastenk├╝che


Die Wiederbelegung antiker Kochtraditionen, die Abgeschlossenheit von der Welt, die wirtschaftliche Autarkie durch Besitz von Grund und Boden, eigener W├Ąlder, Teiche, St├Ąlle und G├Ąrten sowie die Notwendigkeit, f├╝r die einst zahlreicheren Klosterinsassen ausreichend Nahrung zuzubereiten, bilden wesentliche Voraussetzungen f├╝r die kl├Âsterliche K├╝chenkunst. Diese sorgte auch f├╝r eine abwechslungsreiche Fastenkost.
Das von den Ordensv├Ątern nach biblischem Vorbild verordnete Fasten wurde jedoch schon im Mittelalter mit trickreichen Kunstgriffen umgangen, was wiederum Kritik heraufbeschwor.
All ihre kulinarischen Register vermochte die Klosterk├╝che freilich beim kl├Âsterlichen Festmahl an kirchlichen Feiertagen, bei hohen Besuchen oder Jubil├Ąen zu ziehen, das schlie├člich im Barock zu einem opulenten Schmaus f├╝r alle Sinne werden sollte.
Vom Kochen im Dunstkreis von Kirche und Kl├Âstern zeugen einzelne historische Gerichte wie Kapuzinerstrudel, Karmelitertorte, Martinigansl, Minoritensuppe oder die pikanten Nonnen F├Ârtzel.

Als eine 'kulinarische Reise', bei der all diese Aspekte zur Sprache kamen, f├╝hrte die Ausstellung ÔÇ×Kulinarisches Kloster. Zwischen Festmahl und Fastenk├╝cheÔÇť durch viele Jahrhunderte kl├Âsterlicher K├╝chenkultur und -tradition. Gezeigt wurden Gem├Ąlde von (K├╝chen-)Stillleben und alte Kochb├╝cher, die von K├Âchen im Dienste der Kirche verfasst wurden. Tafel- und K├╝chenger├Ąt des Barock veranschaulichen den technologischen Wandel im K├╝chenalltag, historische Speisezettel aus dem 16. und 17. Jahrhundert beleuchten die Men├╝folgen von damals.

Die Schau fand zwischen 25. Mai und 30. September 2007 im ehemaligen Meierhof des Pr├Ąmonstratenserstiftes Schl├Ągl statt. Als Ausstellungskurator fungierte Dr. Hannes Etzlstorfer.


Kulinarisches Kloster. Zwischen Festmahl und Fastenk├╝che. Dokumentation zur Ausstellung im Stift Schl├Ągl/Meierhof vom 25. Mai bis 30. September 2007.

┬ę 2018