Forum O├ľ Geschichte

Tatort und Schauplatz K├╝che


Im Mittelalter geisterte an den herrschaftlichen Tafeln st├Ąndig die Angst herum, beim Essen vergiftet zu werden. Vergiften bot aber nicht nur im weltlichen Bereich eine sprichw├Ârtlich todsichere M├Âglichkeit, ohne Kampf unliebsame Gegner loszuwerden. Auch die Kirchengeschichte ist diesbez├╝glich reich an Beispielen:
Der hl. Benedikt von Nursia, sollte als neuer Abt des Klosters Vicovaro ob seiner kl├Âsterlichen Zucht und Strenge von seinen M├Ânchen vergiftet werden, was nur durch Gottes Zutun vereitelt werden konnte.

Weniger Gl├╝ck hatte da hingegen der Salzburger Erzbischof Eberhard IV. von Starhemberg, der 1429 nach nur zwei Jahren Amtszeit durch Gift verstarb.
Papst Johannes XXII. (1298-1358) stand am Anfang seines Pontifikats ebenfalls mehrmals als Ziel von Giftattentaten fest.
Beim Giftmord am Lambacher Abt Plazidus Hieber (1615-1678)
kennen wir auch kulinarische Details der todbringenden Kost: ÔÇ×Vergiftete Apfelk├╝chleÔÇť.

Im Schatten dieser dramatischen Beispiele stehen die Lebensmittelvergiftungen - hervorgerufen durch Parasiten, Bakterien oder Pilze, durch Kontamination mit toxischen Schwermetallen, Chemikalien oder fehlende Hygiene. In der Vergangenheit verursachten verunreinigtes bzw. ungeeignetes Geschirr oder Besteck oft Vergiftungserscheinungen, weshalb viele Kochb├╝cher seit dem sp├Ąten 18. Jahrhundert ihr besonderes Augenmerk falschem Geschirr widmeten.

Autor: Hannes Etzlstorfer, 2007


Kulinarisches Kloster. Zwischen Festmahl und Fastenk├╝che. Dokumentation zur Ausstellung im Stift Schl├Ągl/Meierhof vom 25. Mai bis 30. September 2007.

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