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Tafelmusik: ein klingender Rahmen


Schon in der Antike glaubte man, durch entsprechende Musik bei Tisch der Völlerei wie auch dem ĂŒbermĂ€ĂŸigen Weinkonsum entgegenwirken zu können. Festliche Tafelmusik bildete seit dem SpĂ€tmittelalter den klingenden Rahmen fĂŒr höfische Bankette. Auch in den Klöstern kamen einzelne Instrumente wie etwa die Orgel fĂŒr klösterliche Tafelmusik zum Einsatz: So lĂ€sst sich im Augustiner-Chorherrenstift Neustift bereits Ende des 16. Jahrhunderts ein Orgelpositiv fĂŒr die Tafelmusik nachweisen.

In den Barockklöstern wurde bei hohen Festen das Mahl musikalisch mit festlichen KlĂ€ngen umrahmt. Hervorragende Stiftsmusiker, die auch als Tafelmusikspezialisten einen ausgezeichneten Ruf genossen, sprangen als Musiker zeitweise auch in anderen Stiften ein: Der Hauskomponist des Benediktinerstiftes Göttweig, Johann Georg Zechner (1716–1778), hatte beispielsweise 1743 „seinen“ Abt Gottfried Bessel (1714–1749) nach Melk zu begleiten, wo er beim Besuch Maria Theresias die Tafelmusik auf dem Cembalo begleiten sollte. Umgekehrt borgte sich Stift Göttweig fĂŒr das Altmannifest (8. August) die kaiserlichen Trompeter zur VerstĂ€rkung aus. Nach dem Festmahl in den zumeist prunkvollen KaisersĂ€len oder Sommerrefektorien ertönte manchmal auch ein Applausus musicus, wie ihn etwa Joseph Haydn (1732–1809) 1768 fĂŒr die Jubelprofess des Zwettler Zisterzienserabtes Rainer Kollmann beisteuerte.
Der frĂ€nkische Benediktiner P. Valentin Rathgeber (1682–1750) hinterließ sogar eine spezielle Tafelmusiksammlung fĂŒr das Kloster unter dem barocken Titel OhrenvergnĂŒgenden und GemĂŒthergötzendes Tafelconfect.

Autor: Hannes Etzlstorfer, 2007


Kulinarisches Kloster. Zwischen Festmahl und FastenkĂŒche. Dokumentation zur Ausstellung im Stift SchlĂ€gl/Meierhof vom 25. Mai bis 30. September 2007.

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