Forum OÖ Geschichte

Die Baierisch-frÀnkische Zeit


Die Reorganisation der baierischen Kirche mit den BistĂŒmern Regensburg, Freising, Salzburg und Passau (zu dieser Diözese sollte das Gebiet von Oberösterreich gut 1000 Jahre gehören) wird dem hl. Bonifatius (+ 754) zugeschrieben.

KlöstergrĂŒndungen
Die bedeutsamen Klöster Mondsee (gegrĂŒndet 748) sowie Mattsee und KremsmĂŒnster (gegrĂŒndet 777) wurden vom baierischen Herzogshaus der Agilolfinger gestiftet. Mondsee zĂ€hlte zu den Ă€ltesten Klöstern Österreichs, die ersten Mönche kamen – so die Klostertradition – aus Montecassino.
Im Stift KremsmĂŒnster werden Kunstwerke von europĂ€ischem Rang gezeigt, die auf den Stifter Herzog Tassilo zurĂŒckgehen: Der Tassilokelch, traditionell als „Hochzeitskelch“ von Herzog Tassilo und der langobardischen Königstochter Luitbirg bezeichnet, der Tassiloleuchter, ein ehemaliges Szepter des Herzogs sowie der Codex millenarius aus der Zeit um 800.

Die Mönche, die in all diesen Klöstern wirkten, gehörten dem Benediktinerorden an. Dieser geht auf den hl. Benedikt von Nursia zurĂŒck, der im 6. Jahrhundert im Kloster Montecassiono (sĂŒdlich von Rom) eine Ordensregel verfasst hatte.

Grundherrschaften
Die Errichtung von GotteshĂ€usern als StĂŒtzpunkte der Seelsorge verdanken wir zum Großteil der Initiative vermögender Laien. Diese Kirchen standen im Eigentum und auf dem Boden der Grundherren, die auch fĂŒr die Versorgung des Priesters aufkamen.

Die prominente Eigenkirche des baierischen Herzogs (spĂ€ter Karls des Großen) in Linz, die Martinskirche, wird 799 erstmals erwĂ€hnt.

Bischof Pilgrim
Das kirchliche Aufbauwerk des 8. und 9. Jahrhunderts war durch die UngarneinfĂ€lle in seinem Bestand gefĂ€hrdet. Erst nach dem Sieg Otto des Großen ĂŒber die Ungarn (10. August 955, Lechfeld) konnte an den Neuaufbau von Land und Kirche geschritten werden. Der Passauer Bischof Pilgrim (971–991) nutzte die ihm gegebene Chance zur Festigung kirchlicher AnsprĂŒche, wie etwa Synoden, und betrieb erfolgreich die Missionierung der Ungarn.

Hl. Wolfgang
In die Amtszeit Bischof Pilgrims fĂ€llt auch das Wirken des hl. Wolfgang († 994), der durch sein Reformwerk das Mondseeland nachhaltig kirchlich gestaltete.

Der hl. Wolfgang

Wolfgangs Geburtsjahr ist – ebenso wie sein Geburtsort – nicht bekannt, angenommen wird eine Geburt um das Jahr 920. Wolfgang stammte vermutlich aus Schwaben (möglicherweise Pfullingen). Er besuchte die Klosterschule auf der Reichenau am Bodensee und setzte seine Studien in WĂŒrzburg fort. Als 956 Heinrich Erzbischof von Trier wurde, berief dieser Wolfgang zum Domdekan und Kanzler, waren die beiden doch freundschaftlich verbunden. Nach dem Tod Heinrichs sollte Wolfgang dessen Nachfolge als Erzbischof von Trier antreten, doch schlug dieser Plan fehl. 964 trat Wolfgang in das Benediktinerkloster Einsiedeln in der Schweiz ein, wo er vermutlich das Skriptorium (Schreibstube) leitete. 968 wurde er vom Augsburger Bischof Ulrich zum Priester geweiht.
Ab 971 wirkte Wolfgang als Missionar im ungarischen Raum, ein Jahr spĂ€ter wurde er aber – auf FĂŒrsprache Bischofs Pilgrim von Passau hin – zum Bischof von Regensburg erhoben. Als solcher stimmte Wolfgang der Abtrennung Böhmens von seinem Bistum zu (973), was ihm heftige Kritik eintrug. In der Folge entstand die Diözese Prag.
In der Auseinandersetzung zwischen dem bayerischen Herzog Heinrich dem ZĂ€nker und Otto II. stand Wolfgang auf der Seite des Kaisers, verließ aber im Zuge der KĂ€mpfe sein Bistum und zog sich in das Gebiet um Mondsee zurĂŒck. Nach der Niederwerfung Heinrichs kam es zu einer Aussöhnung zwischen dem Bischof und Herzog Heinrich; Wolfgang ĂŒbernahm sogar die Erziehung der herzoglichen Kinder, darunter der spĂ€tere Kaiser Heinrich II. und Gisela, die zukĂŒnftige Gemahlin König Stephans I. von Ungarn.
Wolfgang bereitete der Klosterreform im sĂŒddeutschen Raum die Bahn, die von Gorze (Lothringen) und Cluny ihren Ausgang fand. Er galt als Vertreter eines regelstrengen Lebens und klösterlicher Zucht, darin der Benediktusregel folgend. Als solcher hob er auch die Personalunion von Bischof und Abt auf, wie sie etwa in St. Emmeram in Regensburg bestand. Zudem grĂŒndete er u. a. das Benediktinerinnenkloster St. Paul in Regensburg und reformierte das zum Bistum Regensburg gehörige Kloster Mondsee.
Auf einer Visitationsreise verstarb Wolfgang 994 in Pupping bei Eferding.

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Wolfgangs Geburtsjahr ist – ebenso wie sein Geburtsort – nicht bekannt, angenommen wird eine Geburt um das Jahr 920. Wolfgang stammte vermutlich aus Schwaben (möglicherweise Pfullingen). Er besuchte die Klosterschule auf der Reichenau am Bodensee und setzte seine Studien in WĂŒrzburg fort. Als 956 Heinrich Erzbischof von Trier wurde, berief dieser Wolfgang zum Domdekan und Kanzler, waren die beiden doch freundschaftlich verbunden. Nach dem Tod Heinrichs sollte Wolfgang dessen Nachfolge als Erzbischof von Trier antreten, doch schlug dieser Plan fehl. 964 trat Wolfgang in das Benediktinerkloster Einsiedeln in der Schweiz ein, wo er vermutlich das Skriptorium (Schreibstube) leitete. 968 wurde er vom Augsburger Bischof Ulrich zum Priester geweiht.
Ab 971 wirkte Wolfgang als Missionar im ungarischen Raum, ein Jahr spĂ€ter wurde er aber – auf FĂŒrsprache Bischofs Pilgrim von Passau hin – zum Bischof von Regensburg erhoben. Als solcher stimmte Wolfgang der Abtrennung Böhmens von seinem Bistum zu (973), was ihm heftige Kritik eintrug. In der Folge entstand die Diözese Prag.
In der Auseinandersetzung zwischen dem bayerischen Herzog Heinrich dem ZĂ€nker und Otto II. stand Wolfgang auf der Seite des Kaisers, verließ aber im Zuge der KĂ€mpfe sein Bistum und zog sich in das Gebiet um Mondsee zurĂŒck. Nach der Niederwerfung Heinrichs kam es zu einer Aussöhnung zwischen dem Bischof und Herzog Heinrich; Wolfgang ĂŒbernahm sogar die Erziehung der herzoglichen Kinder, darunter der spĂ€tere Kaiser Heinrich II. und Gisela, die zukĂŒnftige Gemahlin König Stephans I. von Ungarn.
Wolfgang bereitete der Klosterreform im sĂŒddeutschen Raum die Bahn, die von Gorze (Lothringen) und Cluny ihren Ausgang fand. Er galt als Vertreter eines regelstrengen Lebens und klösterlicher Zucht, darin der Benediktusregel folgend. Als solcher hob er auch die Personalunion von Bischof und Abt auf, wie sie etwa in St. Emmeram in Regensburg bestand. Zudem grĂŒndete er u. a. das Benediktinerinnenkloster St. Paul in Regensburg und reformierte das zum Bistum Regensburg gehörige Kloster Mondsee.
Auf einer Visitationsreise verstarb Wolfgang 994 in Pupping bei Eferding.

Sein Leichnam wurde im Kloster St. Emmeram in Regensburg bestattet. Papst Leo IX. sprach Wolfgang am 7. Oktober 1052 heilig. Im 11. Jahrhundert entstanden auch zwei Viten (Lebensbeschreibungen) ĂŒber Wolfgang, verfasst von den Emmeramer Mönchen Arnold und Otloh.
Um das Leben Wolfgangs ranken sich viele Legenden, die vor allem auf sein Wirken im Gebiet des Abersees (Wolfgangsees) anspielen. Hier soll Wolfgang fĂŒnf Jahre lang abgeschieden in einer Zelle gelebt und Wunder gewirkt haben. Wolfgang soll auch vom Teufel versucht worden sein.

St. Wolfgang entwickelte sich im Laufe des Mittelalters zu einem Ă€ußerst bedeutenden Wallfahrtsort und Wolfgang zĂ€hlte vor allem im SpĂ€tmittelalter und dem Barock zu den populĂ€rsten Heiligen.

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