Forum OÖ Geschichte

Die Verhaftung

Jede Verhaftung beginnt mit einem Haftbefehl, der den VerdÀchtigen zu einem Haftantritt zwingen sollte. Sie ist auf einen bestimmten oder offenen Zeitraum beschrÀnkt. Im tÀglichen Sprachgebrauch verwendet man auch die Begriffe Festnahme oder Gewahrsam, doch handelt es sich im Fachjargon nicht um Begriffe mit gleicher Bedeutung. So dient der Gewahrsam der Gefahrenabwehr, die Festnahme hingegen der Strafverfolgung.


Landgerichtsordnung von Oberösterreich, 1675

Sie [die UntersuchungshĂ€ftlinge, Anm.] sollen nicht in stinkende, zur Straff  angesehene Kotter, noch in die alten tieffen ThĂŒrn geworfen, sondern in solchen  GefĂ€ncknussen aufbehalten werden, wo sie ohne Gefahr deß Lebens und der  Gesundheit verbleiben können.


Handeisen, Knebelkette und Handschellen

Halseisen, Hand- und Fußeisen dienten dem Fesseln und VorfĂŒhren des Gefangenen. Auch bei verschĂ€rften Ehren- und Schandstrafen wurden sie angelegt. Im Rahmen der Folter wurde mit ihrer Hilfe der Gefangene ruhig gestellt. Heute sind Handschellen ebenfalls im Einsatz. Sie sind Teil der GrundausrĂŒstung der Exekutive.

Autorin: Ute Streitt


Wussten Sie?

An der Stelle der heutigen Rathausgasse befand sich einst die Schergengasse mit einem GefĂ€ngnis der Stadt Linz. Es war ein GebĂ€ude, das mit dem „alten Rathaus“ verschmolz und die Exekutive beherbergte. Neben dieser sogenannten „Fronfeste“ existierten auch andere GefĂ€ngnisse in Linz:

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An der Stelle der heutigen Rathausgasse befand sich einst die Schergengasse mit einem GefĂ€ngnis der Stadt Linz. Es war ein GebĂ€ude, das mit dem „alten Rathaus“ verschmolz und die Exekutive beherbergte. Neben dieser sogenannten „Fronfeste“ existierten auch andere GefĂ€ngnisse in Linz:

  • das Linzer Schloss (1811–1848) mit mĂ€nnlichen StrĂ€flingen im ersten, weiblichen StrĂ€flingen im zweiten Stock, Daneben gab es einen „Arrest fĂŒr Störrische“,
  • das Strafhaus an der Ludl,
  • die TĂŒrme der Stadtbefestigung, z.B. das donauseitige Haupttor („Unteres Wassertor“), das ausschließlich Linzer BĂŒrgern vorbehalten war, das Obere Wassertor beim Hotel Krebs (bis 1829) und das Sperrtor an der Wilheringer Straße am Beginn der heutigen Wasserstiege.

Autorin: Ute Streitt

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Schande, Folter, Hinrichtung. Forschungen zu Rechtsprechung und Strafvollzug in Oberösterreich. Ausstellung der Oö. Landesmuseen im Schlossmuseum Linz und MĂŒhlviertler Schlossmuseum Freistadt vom 8. Juni-2. November 2011

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