Forum O√Ė Geschichte

Deliktsbilder

Auswahl an Delikten, die nach der Ober√∂sterreichischen Landgerichtsordnung 1675 mit dem Tode bedroht waren. Die Illustrationen stammen mit einer Ausnahme (Hexerei: Ahorn Barth, Christliche Warnung f√ľr den Aberglauben und Zauberei, Basel 1674) alle aus Joost Damhouder, Praxis rerum criminalum, Frankfurt 1565 beziehungsweise Antwerpen.


Die urspr√ľngliche Kompetenz der Landgerichte f√ľr todesw√ľrdige Verbrechen wurde durch die mittelalterliche Formel von den drei Sachen/Malefiztaten abgedeckt: Mord, Diebstahl, Notzucht. Die Landgerichtsordnung 1556 erweiterte den Deliktskanon auf 12 und die Landgerichtsordnung 1675 auf 39 todesw√ľrdige Straftaten. Erst die Strafgesetzgebung Josephs II. f√ľhrte eine radikale Reduktion der todesw√ľrdigen Delikte (vor allem bei Sexualdelikten, Gottesl√§sterung, Majest√§tsbeleidigung und Eigentumsdelikten) durch.

Autor: Gernot Kocher


Graphiken: Delikte vor dem Hof- und Langericht Kremsm√ľnster / Verh√§ltnis T√§ter - T√§terinnen

Quelle: Stiftsarchiv Kremsm√ľnster, Gerichtsakten


Schande, Folter, Hinrichtung. Forschungen zu Rechtsprechung und Strafvollzug in Ober√∂sterreich. Ausstellung der O√∂. Landesmuseen im Schlossmuseum Linz und M√ľhlviertler Schlossmuseum Freistadt vom 8. Juni-2. November 2011

© 2019