Forum OÖ Geschichte

Verfassung und Verwaltung in Oberösterreich

Der Bevölkerungsanstieg seit dem FrĂŒhmittelalter und die Ausdehnung agrarischer und stĂ€dtischer Wirtschaft stellte erhöhte Anforderungen an das Recht als Faktor der Erhaltung des Friedens. Der LandesfĂŒrst als dessen oberster ReprĂ€sentant wurde durch Adel und Geistlichkeit unterstĂŒtzt. Als Grundherren nahmen sie die Rechtspflege ursprĂŒnglich in den Grafschaften, spĂ€ter in den Landgerichten sowie den Dorf-, Markt- und Stadtgerichten mit Hilfe der Rechtsunterworfenen wahr. Die Rechtsregeln lieferte das teils schriftlich, teils mĂŒndlich ĂŒberlieferte Landrecht, das aus heutiger Sicht Verfassungs-, Verwaltungs-, Privat- und Strafrecht undifferenziert beinhaltete. Die politischen KrĂ€fte im Land waren die LandstĂ€nde (Adel, hohe Geistlichkeit und die landesfĂŒrstlichen StĂ€dte: Linz, Steyr, Wels, Enns, Freistadt, Gmunden und Vöcklabruck). Der Landeshauptmann an der Spitze der LandstĂ€nde war ReprĂ€sentant des LandesfĂŒrsten. Diese „landstĂ€ndische Verfassung“ blieb bis 1848 erhalten.

Autor: Gernot Kocher

Geschichte des Innviertels

Im 6. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Innviertels (Bez. Braunau, Ried, SchĂ€rding) auf den Rott- und den Mattiggau aufgeteilt und trug den Namen „Innbaiern“. Durch Jahrhunderte war es Spielball der bayerischen bzw. österreichischen Herrscherpolitik, wechselte sogar als Pfand seinen Besitzer, und kam schließlich 1779 durch den Frieden von Teschen als „Innviertel“ zu Österreich. War es in Napoleonischer Zeit zunĂ€chst unter direkter französischer Herrschaft, dann unter bayerischer Verwaltung, so wurde es 1816 endgĂŒltig Teil Österreichs.

Autor: Peter Fußl

Wussten Sie?

Der Notar Veit Stahel dĂŒrfte ab 1537 Stadtschreiber in Linz gewesen sein. Von 1552 bis 1568 arbeitete er als solcher in Freistadt. Er schrieb mehrere BĂŒcher, die der Rechtspraxis dienen sollten. 1545 vollendete er das Werk „Der Stadt Linntz Gerichts Ordnung und Proceß“, welches er im Auftrag von BĂŒrgermeister Petter HofmĂ€ndl geschrieben hatte.

Autorin: Ute Streitt


Schande, Folter, Hinrichtung. Forschungen zu Rechtsprechung und Strafvollzug in Oberösterreich. Ausstellung der Oö. Landesmuseen im Schlossmuseum Linz und MĂŒhlviertler Schlossmuseum Freistadt vom 8. Juni-2. November 2011

© 2018