Forum OÖ Geschichte

Katharina

Katharina von Alexandrien (Nordägypten), Märtyrin unter Maxentius (305-312). Da ihr Name in den alten historischen und liturgischen Quellen nicht aufscheint, ist sie wohl identisch mit der von Kaiser Maximin (307-313) verbannten Christin aus Alexandrien. Nach der später entstandenen Legende besiegte die hochgebildete 18-jährige Jungfrau die fünfzig vom Kaiser Maximin berufenen heidnischen Philosophen in der Disputation in Verteidigung des Christentums. Als sie gerädert werden sollte, zerbrach auf ihr Gebet hin das Rad. Daraufhin wurde sie enthauptet und ihr Leichnam durch Engel auf den Berg Sinai gebracht und dort begraben. Ihr Fest wird am 25. November gefeiert. Den Katharinen-Kult gibt es erst seit dem 11. Jhdt. Sie war hochverehrt durchs ganze Mittelalter im Morgen- und Abendland und ist eine der 14 NothelferInnen.

Darstellung: mit zerbrochenem Rad, das mit Zacken versehen ist, mit Buch (Gelehrsamkeit), Schwert, Palme oder Krone, mit Brautring (Symbol ihrer mystischen Christusvermählung).

Patronin der Jungfrauen, Mädchen, Buchdrucker, Bibliotheken, Friseure, Gerber, Lehrer (des Lehrstands), Müller, Notare, Philosophen, Rechtsgelehrten, Redner, Schuhmacher, Schüler (Schulen), Seiler, Spinnerinnen, Tuchhändler, Wagner, Wissenschaftler (Universitäten); bei Migräne, Zungenkrankheiten; zur Auffindung Ertrunkener.

Patrozinien

   

Hořice na Šumavé (Höritz im Böhmerwald)

Die ursprünglich im frühgotischen Stil errichtete Katharinenkirche erhielt durch mehrmalige Umbauten, bedingt auch durch Brände, die heutige Gestalt. Viele Baudetails sowie der Kirchturm stammen vom Anfang des 20. Jhdts. Die Innenausstattung ist überwiegend neugotisch. Höritz wurde Ende des 19. Jhdts. durch die professionell inszenierten Passionsspiele berühmt.

Freistadt

Die katholische Stadtpfarrkirche ist die einzige fünfschiffige Basilika in Österreich. Erstmals wurde sie im Jahr 1288 urkundlich erwähnt. Im 14. und 15. Jhdt. wurde die Kirche im Stil der Gotik umgestaltet, im 17. Jhdt. erfolgte eine gründliche Barockisierung. Der 67 m hohe Kirchturm ist das höchste Bauwerk der Stadt. Das ehemalige barocke Hochaltarbild, das das Martyrium und den Triumph der Hl. Katharina darstellt, ist an der linken Presbyteriumswand angebracht.

Mönchdorf

Teile der Kirche stammen aus der Zeit der Romanik, der Chor wurde zwischen 1510 und 1520 erbaut. Die heutige Ausstattung stammt vorwiegend vom Beginn des 20. Jhdts.

Autor: Fritz Fellner


Schande, Folter, Hinrichtung. Forschungen zu Rechtsprechung und Strafvollzug in Oberösterreich. Ausstellung der Oö. Landesmuseen im Schlossmuseum Linz und Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt vom 8. Juni-2. November 2011

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