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Inflation


Elias Canetti: Masse und Macht

„Die Millionen, die man immer so gern gehabt hĂ€tte, hĂ€lt man plötzlich in der Hand, aber es sind keine mehr, sie heißen nur so.“


Inflation

Nach 1918 lĂ€sst die Regierung die Notenpresse an – der Außenwert der Krone fĂ€llt bis September 1922 auf ein 15.000tel des Vorkriegsstandes. Im August 1922 steigen die Verbraucherpreise binnen eines Monats auf das Doppelte an. Durch die Inflation verarmt vor allem das BĂŒrgertum. Anleihen, Stipendien, Stiftungen und Fonds verlieren ihren Wert. Der Reallohn der Arbeiter liegt unter dem Vorkriegsniveau.

„Genfer Sanierung“
Die wirtschaftspolitische Antwort der Regierung Seipel auf die Hyperinflation ist 1922 eine Anleihe beim Völkerbund. GestĂŒtzt auf diesen Kredit wird die Inflation beendet, ein „österreichisches Aufbauwerk“ (Sanierung und Ausbau der Wirtschaft) gestartet und 1925 der Schilling eingefĂŒhrt. Im Gegenzug muss sich der Staat jedoch einem strikten Sparkurs unterziehen. Vor allem die drastischen KĂŒrzungen der Staatsausgaben und der massive Stellenabbau im öffentlichen Dienst belasten die Innenpolitik. Neben dem Verlust an Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten fĂ€llt auch der Staat als Investor aus, sodass sich die österreichische Wirtschaft nur langsam erholt.

Autoren: Stefan Karner und Lorenz Mikoletzky, 2008 (wissenschaftliche Ausstellungsleitung)


Der Rest ist Österreich. Geschichte der Republik. Dokumentation zur Ausstellung im Nordico. Museum der Stadt Linz vom 3. Februar-18. April 2010

 

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