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1936–1938: Der Weg zum „Anschluss“


Innen- und außenpolitisch wehrt sich der „Ständestaat“ gegen einen Anschluss an Hitler-Deutschland. Doch mit der Annäherung seiner Schutzmacht Italien an das Deutsche Reich gerät Kurt Schuschnigg zunehmend unter Druck. Schrittweise erhöht sich mit dem Juliabkommen von 1936 und dem Berchtesgadener Abkommen vom 12. Februar 1938 der Einfluss der Nationalsozialisten in Österreich. Sie stellen schließlich mit Arthur Seyß-Inquart den Innen- und Sicherheitsminister. Bundeskanzler Schuschnigg versucht noch die Eigenständigkeit Österreichs zu wahren: Er setzt für den 13. März 1938 eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit des Staates an. Diese wird auf Druck Adolf Hitlers abgesagt. Nach dem Rücktritt Schuschniggs und der NS-Machtübernahme in Österreich am Abend des 11. März marschieren wenige Stunden später deutsche Truppen ein. Österreich wird am 13. März 1938 Teil des Deutschen Reiches.

Wilhelm Miklas

geb. 1872 in Krems, gest. 1956 in Wien

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geb. 1872 in Krems, gest. 1956 in Wien
Der Gymnasialprofessor und Christlichsoziale gehört seit 1907 dem Reichsrat an. 1918 ist er Mitglied des Staatsrats, bis 1928 Abgeordneter zum Nationalrat und von 1923 bis 1928 Erster Nationalratspräsident. Als Bundespräsident (1928–1938) toleriert Miklas 1933 die Demontage der Demokratie durch Engelbert Dollfuß. Am 13. März 1938 verweigert er die Unterschrift unter das „Anschluss“-Gesetz und tritt zurück.

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Autoren: Stefan Karner und Lorenz Mikoletzky, 2008 (wissenschaftliche Ausstellungsleitung)


Der Rest ist Österreich. Geschichte der Republik. Dokumentation zur Ausstellung im Nordico. Museum der Stadt Linz vom 3. Februar-18. April 2010

 

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