Forum O√Ė Geschichte

Unsichere Grenzen - das 11. Jahrhundert


Hochmittelalter

Ennsgrenze

Um 900 wurde das Reich Karls des Gro√üen durch Einf√§lle der Ungarn bedroht. Diese drangen √ľber die Enns bis in den Traungau vor. Das Gebiet √∂stlich der Enns geriet unter ihre Herrschaft, die Enns wurde zur Grenze Bayerns. Immer wieder √ľberschritten die Ungarn aber auch diese Grenze und drangen z. B. 913 bis zum Inn vor, 943 wurde ihnen bei Wels eine Niederlage zugef√ľgt. 955 schlug schlie√ülich Otto der Gro√üe die Ungarn vernichtend am Lechfeld.

960 wurde √∂stlich der Enns die Ottonische Mark an der Donau eingerichtet. Markgraf war der Babenberger Leopold I., dieses Gebiet sollte sp√§ter zum Kernland des babenbergischen √Ėsterreichs werden.

Das Gebiet zwischen Inn und Enns war in verschiedene Grafschaften aufgeteilt. Um das Jahr 1000 zerfiel aber langsam die alte Gauverfassung, adelige Personenverb√§nde wurden wichtiger. Zahlreiche Adelsgeschlechter, die sich nach ihren Stammsitzen nannten, traten in dieser Zeit auf, gr√ľndeten Ortschaften und machten das Land urbar. Die meisten von ihnen waren den steirischen Otakaren oder den Kl√∂stern Passau und Bamberg lehenspflichtig. Sie f√ľhlten sich also dem Herzogtum Steiermark und dem Herzogtum Bayern, bzw. den deutschen K√∂nigen, zugeh√∂rig.

Hausruckgrenze

Anstelle der alten Gaue entstanden nach und nach die Landgerichte, die vom Landesf√ľrsten an Adelige √ľbertragen wurden. Im sp√§teren Ober√∂sterreich bekamen die steirischen Otakare und die Schaunberger (Schaunburg bei Eferding) die hohe Gerichtsbarkeit. Die von den Otakaren abh√§ngigen Adeligen besuchten die Taidinge ihrer Herren in der sp√§teren Steiermark. So geh√∂rten sie, auch wenn sie in Ober√∂sterreich ans√§ssig waren, zur Steiermark. √úber den Otakaren und den Babenbergern, die in der Ottonischen Mark an der Donau regierten, stand der Herzog von Bayern, sie waren seine Lehensleute.


Dokumenation zur Ausstellung "Landler/Bandler - Innviertler/Rindviertler. Der Hausruck als Grenze" im Kulturgut Hausruck und Schloss Starhemberg, in Kooperation mit der O√Ė. Landesausstellung 2012.

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