Forum O├ľ Geschichte

Erbfolgekriege und Befestigungen am Hausruck


Spanischer Erbfolgekrieg 1701 ÔÇô 1714

Nach Tod des K├Ânigs von Spanien 1700 h├Ątte ein Enkel Ludwig XIV. von Frankreich die Nachfolge antreten sollen. Der Habsburger Kaiser Leopold I. erhob dagegen Einspruch und stellte selbst Anspr├╝che auf den spanischen Thron. Aus diesem Konflikt entstand ein langj├Ąhriger Krieg, in dem der bayrische Kurf├╝rst Maximilian Emanuel II. und sein Bruder sich auf die Seite des franz├Âsischen K├Ânigs stellten. So standen sich wieder einmal Bayern und ├ľsterreich als Feinde gegen├╝ber und wieder wurde das Grenzgebiet am Hausruck heftig umk├Ąmpft.

Im November 1702 wurde der Krieg zwischen ├ľsterreich und Bayern erkl├Ąrt, schon zuvor war die Hausruckgrenze befestigt worden. Schanzlinien wurden gezogen und Blockh├Ąuser errichtet. Adam Freiherr von Hoheneck war Grenzkommissar, Achaz Gottfried Wiellinger, ein Enkel des Bauernkriegsf├╝hrers Achaz Wiellinger, ein Grenzhauptmann. Versorgungsmagazine und Lager wurden in Aistersheim, Weibern und Wendling errichtet, Schanzen bei St. Willibald, Riedau und Geiersberg angelegt.

1703 hatte General Schlick sein Hauptquartier f├╝r einige Wochen in Haag.

In den Kampfhandlungen wurde Ried besetzt, der Rieder Pfleger gefangen genommen. Schloss Hinterndobl wurde verw├╝stet und zwei Diener Achaz Gottfried Wiellingers, der das Schl├Âsschen bewohnte, erschossen.

1704 war Schloss Starhemberg Zentrum heftiger Kampfhandlungen. Hoheneck berichtet:

ÔÇ×Unter der Zeit ist das Landtvolk unter denen Herrn Gr├Ąniz Haubthleuthen Marthin Fueger, Schmidtauer und Achaz Wiellinger gegen den anr├╝ckenden feindlichen Succurs [Unterst├╝tzung] ausmarschiert, da dann des Herrn Schmidauers und Wiellingers Mannschaft linker Hand im Holz mit der ├╝ber die H├Âhe herein marschierenden feindlichen Infanterie zu chargieren [Salven schie├čen] kam. Wobey beiderseits/ ungeachtet des heuffig auf denen B├Ąumen ligenden Schnees welcher von dem Schiessen herunter fielle und grosse Ungelegenheiten verursachte/ ziemlich lang und stark gefeyret wurde, auch sowohl von dem Feind als unserseits nicht wenig geblieben sind, wie man dann von unseren Pauren bi├č 30 begrabn auch ziemblich vill Gesch├Âdtigte eingebracht hat.ÔÇť

Im gleichen Jahr kam es zu einem grausamen Gemetzel in Neumarkt durch bayrische Soldaten:

ÔÇ×Da es dann ein grausames Mezlen [Gemetzel] sowohl unter den B├╝rgern als Paurn, als Weiber und Kinder/ welche nicht entfliehen k├Ânten/ abgab, alles wurde ausgeblindert [ÔÇŽ] etliche umbligende D├Ârfer wurden abgebrannt, thaills B├╝rger und Paurn, nachdem sy das Leben zu erretten ihr verborgenes Gelt vorgewissen, wurden nachgehends erst j├Ąmmerlich niedergehauen, der Vicario zu Kalhamb aber gebunden und gefenglich mit hinwegg gef├╝hrt.ÔÇť

Hoheneck zog, ebenfalls 1704, mit Truppen gegen Ried:

ÔÇ×Bey unserer Ankhonfft waren die beedn K├╝rchen voller Weiber und Kinder, die ein erbarmungswirdiges Weinen und Geheul vollbrachten, sich auch/ weillen sie besorgten, man werde die neulich von ihrigen zu Neumarckt ver├╝bten Grausamkeiten, an ihnen revangiern/ nicht tr├Âsten lassen wollten.ÔÇť

und lie├č dort das Schloss (heutiges Krankenhaus) zum Teil abrei├čen.

Der Vormarkt wurde gepl├╝ndert und geriet in Brand:

ÔÇ×ÔÇŽsolcher nahm in denen h├Âlzern Heusern so geschwind ├╝berhand, dass ehe man recht vorbeugen k├Ânnen, 9 Heuser und/ welches zu bedauern/ darinnen 15 Personen/ worunter auch eine Kindbetterin mit 2 Kindern/ verbrannd seynd,..ÔÇť

Die bei Hohenzell lagernden Truppen wurden in ein Gefecht verwickelt und mussten sich schlie├člich ├╝ber den Hausruck zur├╝ckziehen.

1704 schlug Prinz Eugen die bayrische Armee, Bayern fiel als erobertes Land an ├ľsterreich und verblieb dort bis 1713 bzw. 1714.


Das gro├če Gefecht von Haag 1704

Die ├ľsterreicher belagerten im Spanischen Erbfolgekrieg das vom bayrischen General L├╝tzlburg besetzte Schloss. Die Hauptleute Schmiedtauer und Wiellinger zogen mit ihren Truppen, aus Bauern bestehend, vor das Schloss. Am 23. J├Ąnner begann man das Schlosstor vom Meierhof aus zu beschie├čen. Daraufhin kapitulierte der im Schloss einquartierte Hauptmann. Doch kaum waren die kaiserlichen Soldaten ins Schloss eingedrungen, stellte sich vor diesem eine bayrische Abteilung in Schlachtordnung auf. Die ├ľsterreicher z├╝ndeten selbst den Meierhof an, die Grenzhauptleute Wiellinger und Schmiedtauer stellten sich im Wald auf, um die feindliche Infanterie aufzuhalten. Durch das Schie├čen fiel soviel Schnee von den B├Ąumen, dass die Sch├╝tzen kaum mehr schie├čen konnten. Etliche bayrische Soldaten fielen, ebenso drei├čig ├Âsterreichische Bauern, es gab auch viele Verletzte:

ÔÇ×ÔÇŽder hl. Hauptmann von Eyselperg wurdte auf des commandierendten Herrn Graln [General] Verlangen beordert mit seiner v├Âlligen gemussterten Mannschaft [ÔÇŽ]├╝ber Geboltskh├╝rchen und den Pfaffensteig gegen das Galgenholz zu marchieren, sich daselbsten bey der engen Passage zu postieren, und den Feinndt den R├╝ckweeg von Haag zu disputieren, da underdessen die unterm Herrn Husaren Obristleuthn. Razghai au├čgeschicktn Partheyen den Feindt zu Haag attaquieren[attackieren] sollten, allein sy kamen beede zuspath, und der Feindt wahr ausser der im Schlo├č zur├╝ckgelassenen Garnison schon wider hinau├č. Man machte hierauf Anstalt ermeltes[erw├Ąhntes] Schlo├č Starhemberg wieder zu belagern, bis aber die Anstalten hierzue gemacht wurdten, nahm vorerwehnter Herr Obristleuth. Razghai mit seiner Parthey eine Excursion gegen Eberschwang vor, pl├╝nderte dasselbe Schlo├č und herumb gelegene Underthanen und f├╝hrten desselben Verwalther nebst einigen feindlichen Soldaten gefangen zur├╝ck, indessen wurdte von den comendierendten Herrn Graln der Herr Obrist d ┬┤Arnan mit ainiger Infanterie und zweyen St├╝ckhen dahin beordert, denen aufseithen des Landtvolks beeder Herrn Gr├Ąniz Haubtleuth Schmidtauer und Wiellinger mit ihrer Mannschafft angewisen wurdte, man fienge hierauf den 23. Jenner an, au├č dem Mayrhoff das Schlo├čthor zu beschiessen, und machte Pr├Ąparatoria [Vorbereitungen] zum Sturmb, allein der im Schlo├č commendierte Haubtmann/ welcher von dem anr├╝ckendten Succurs keine aigentliche Nachricht hatte/, erwartete des Ernsts nichts, sondern begehrte nach beschechener Aufforderung zu capitulieren, die Capitulationspuncte aber wahren noch khaum geschlossen, als der feindliche starke Succurs [Unterst├╝tzung] in der H├Âhe gegen den Mayrhoff ankam, in dessen Ersechung der Herr Obrist d┬┤Arnan desto mehrer auf die Evacuation[R├Ąumung] trang, und umb den feindlichen Comendanty desto geschwindter hierzur zu verm├Âgen, ihm seiner verlohren und von unseren Hus├Ąren abgenohmenes Pferdt mit paarm Gelt bezahlte, unndt noch dazue umb ihm beritten zu machen eines seiner aigenen gab. Under disen avancierte [einen Angriff beginnen] der feindliche Succurs immer gegen den Mayrhoff, und die kayl. Garnison kh├Ândte khaum im Schlo├č einzichen, als solcher in v├Âlliger Battaille davor stundte. Worauf ermelter Herr Obrist [d┬┤Arnan] den Mayrhoff selber angez├╝ndet, der Feindt aber als er sach, das es schon zu spath sey, sich alsgemach wider retirierte. Unter der Zeit, als solches mit dem Schlo├č vorbey gangen, ist das Landtvolk unter denen Herrn Gr├Ąniz Haubthleuthen Marthin Fueger, Schmidtauer und Achaz Wiellinger gegen den anr├╝ckendten feindlichen Succurs au├č marchiert, da dann des Herrn Schmidtauers und Wiellingers Mannschafft linkher Handt im Holz mit der ├╝ber die H├Âche herein marchierendten feindlichen Infanterie zu chargieren [Salven schie├čen] kam.

Wobey beederseiths/ ungeachtet des heuffig auf denen Paumben ligendten Schnees welcher von dem Schiessen herunter fielle und grosse Ungelegenheiten verursachte/ ziemlich lang und stark gefeyret wurdte, auch sowohl von dem Feindt als unserseiths nicht wenig geblieben sindt, wie man dan von unseren Paurn bi├č 30 begrabn auch ziemblich vill Gesch├Âdtigte eingebracht hat.

Bey dieser Dislocierung der Trouppen wahr umb dero richtigen Verpflegung willen haubts├Ąchlich vonn├Âthen, das die mit Ende des verflossenen Jahr von euer Gonst und Frtschafft au├čgeschriebene Proviantliefferung/ welche bey denen jezigen Coniuncturn v├Âllig in das St├Âckhen gerathen, wider in Gang gebracht, und die Magazin vor allen auf das schleunigste erf├╝hlt wurdten, wesswegen dann durch ein Commissionsdecret nicht allein die Lifferanten zur baldigen Lifferung ermahnt, sondern auch die gar so weith auf der Gr├Ąniz hinau├č exponierten Magazin abgetragen, und die dahin destinierten Proviant sicherheitshalber in die, tieffer im Landt gelegenen verthailt worden.ÔÇť


├ľsterreichischer Erbfolgekrieg 1741 ÔÇô 1748

Der Krieg entstand bei Amtsantritt Maria Theresias. Der bayrische Kurf├╝rst Karl Albert, der ihre Erbanspr├╝che nie anerkannt hatte, erhob Anspruch auf ganz ├ľsterreich. Wie schon im Spanischen Erbfolgekrieg wurde den St├Ąnden die Verteidigung der Landesgrenzen ├╝bertragen. War im Spanischen Erbfolgekrieg Achaz Gottfried Wiellinger von Bedeutung gewesen, so wurde nun Johann Josef Wiellinger von der Au und Hinterndobl, Besitzer des Schlosses Innersee, Oberbefehlshaber ├╝ber ein Aufgebot von 4.000 Mann. Sie sollten die Ennslinie und die Grenze gegen Bayern sichern. Die St├Ąnde setzten Maria Theresia aber davon in Kenntnis, dass mit einer so geringen Streitmacht das Land nicht verteidigt werden k├Ânnte.

1741 marschierte die bayrische Armee in Ober├Âsterreich ein, die St├Ąnde mussten gegen diese ├ťbermacht jede Verteidigung aufgeben und dem Kurf├╝rst Karl Albrecht als neuen Landesherrn die Huldigung erweisen.

Dies sollte ihnen Maria Theresia ├Ąu├čerst ├╝bel nehmen. Sie hatte den St├Ąnden n├Ąmlich geraten, sich von Linz fortzubegeben und eine Huldigung, wenn irgendwie m├Âglich, zu vermeiden.

Hoheneck hatte sich der Anweisung gem├Ą├č verhalten, sich nach Schl├╝├člberg zur├╝ckgezogen und behauptet, er sei krank. Dann jedoch kam ├╝berraschend ein dem bayrischen Kurf├╝rsten nahestehender Adeliger zu Besuch und traf ihn gerade beim Mittagessen mit seiner Familie an. So musste Hoheneck doch noch mit nach Linz und die Erbhuldigung leisten.

Maria Theresia konnte die Hilfe der Ungarn gewinnen. In einem Winterfeldzug eroberten sie Enns, Steyr, Freistadt und schlie├člich Linz und damit ganz Ober├Âsterreich zur├╝ck. Hohenecks Sohn Brix leistete dem Befreiungsheer Hilfe. Die ├Âsterreichischen Truppen besetzten das Innviertel und andere Teile Bayerns.

Karls Sohn und Nachfolger Maximilian Josef III. verzichtete schlie├člich auf alle Anspr├╝che auf ├ľsterreich und erhielt sein durch General B├Ąrenklau besetztes Land Bayern zur├╝ck.

Auch in diesem Krieg hatte man die Hausruckgrenze stark befestigt, wenn dort diesmal auch keine K├Ąmpfe stattfinden sollten. Die Grenzbefestigungen wurden in h├Âchster Eile, zwischen 24. 10. und 31. 12. 1742, entlang der Grenze von Engelhartszell ├╝ber Peuerbach, Haag, Frankenburg bis zum Mondsee errichtet. Besonders die Gegend zwischen Haag und dem Pramwald wurde befestigt, dort entstanden verschiedene Wehranlagen, Blockh├Ąuser und Schanzen. Nur durch zwei Tore konnte man die Befestigungslinien durchschreiten. Am Hausruck entstanden mehrere Blockh├Ąuser.

Hoheneck hielt nicht viel von der Grenzbefestigung:

ÔÇ×Obschon die ganze Granitz von Mansee bis Hag ganz verhaut, verschanzt, mit Wachen, Blockh├Ąusern und aufgebotener Mannschaft besetzt gewesen, ist doch die heruntere von Hag bis zur Donau v├Âllig offen geblieben [ÔÇŽ] Den auf selber gelegenen Dorfschaften blieb es ├╝berlassen, ungeachtet sie mit den andern zum kostbaren Aufbot concurrieren [zahlen] m├╝ssen, sich selber zu verwachten und besch├╝tzen, wann sie anders von Rauben und Pl├╝ndern der ├Âfters hereinfallenden bayrischen Bauern haben sicher sein wollen.ÔÇť

Die Bewacher seien nur bezahlte ÔÇ×MietlingeÔÇť, die bei jeder Gefahr die Flucht ergriffen:

ÔÇ×ÔÇŽwie dann einstmals ein Trupp eines mit Gewalt an das Verhack am Hausruckwald angeprellten Wildpr├Ątes ├╝ber sechshundert dergleichen heroischer und f├╝rchterlicher Aufbotsm├Ąnner also geschrecket, da├č sie nach Losbrennung des Gewehres dasselbe weggeworfen und den Rei├čaus genommen haben. Ihre commandierenden Pfleger, Schreiber und Beamte hingegen, haben die Zeit ├╝ber, welche sie auf der Gr├Ąnitz geblieben, nichts anderes gethan, als Tag und Nacht geludert, auf Rechnung der armen Unterthanen gefressen, gesoffen, gespielt, getanzt und gesprungen, sein mithin bei solchem Luderleben die ganze Zeit voll und toll, also saubere Anf├╝hrer gewesen.ÔÇť


Johann Georg Adam Freiherr von Hoheneck

"Kriegsberichterstatter" zweier Kriege

Die Ereignisse der beiden Erbfolgekriege hielt Freiherr Johann Georg Adam Graf von Hoheneck in zwei Schriften fest, die zu einem wichtigen Zeitzeugnis wurden.

Das Adelsgeschlecht der Hohenecker stammte urspr├╝nglich aus Deutschland. Durch den Erwerb von G├╝tern in ├ľsterreich kam ein Zweig der Familie in unser Land. 1668 erwarben sie die Herrschaft Schl├╝├člberg bei Grieskirchen.

Johann Georg Adam wurde am 29. J├Ąnner 1669 im Schloss Schl├╝├člberg geboren und verbrachte seine Jugend auf diesem Landschloss. Das Aufwachsen in der l├Ąndlichen Umgebung Grieskirchens pr├Ągte auch seinen Charakter. Zeitlebens blieb er ein bescheidener, gl├Ąubiger, den Menschen und der Heimat verbundener Adeliger, der statt sich mit Prunk zu umgeben, lieber den Idealen des Landlebens nachkam.

Nach seinen Studien ging er auf Reisen. Zur├╝ckgekehrt heiratete der 21-j├Ąhrige 1690 die Witwe Sabina Elisabeth von Stibar. Obwohl seine Frau 14 Jahre ├Ąlter war als er, f├╝hrten sie eine ├Ąu├čerst gl├╝ckliche Ehe. Nachdem seine Frau 1707 gestorben war, blieb Hoheneck bis zu seinem Lebensende unverm├Ąhlt.

Im Hausruckviertel erwarb er die Herrschaften Trattenegg und Gallspach. Daneben besa├č er noch Herrschaften in Bayern, Nieder├Âsterreich und H├Ąuser in Linz.

Seinen Untertanen war er ein guter und f├╝rsorglicher Grundherr. Auch Armenh├Ąuser richtete er ein, in denen arbeitsunf├Ąhige Untertanen und Dienstboten ihren Lebensabend verbringen konnten. Sein Geschick in landwirtschaftlichen Fragen war so gro├č, dass ihn Standesgenossen besuchten und sich bei ihm Ratschl├Ąge holten.

Seine T├Ątigkeit f├╝r die Landst├Ąnde rief ihn allerdings des ├ľfteren von Schl├╝├člberg fort. Als nun der Spanische Erbfolgekrieg bevorstand, wurde ihm das Amt eines Proviant- und Grenzkommissars im Hausruckviertel anvertraut.

Nach dem Krieg kehrte Hoheneck gleich nach Schl├╝├člberg zur├╝ck und schrieb seine "Kommissions-Relation", in der er alle wichtigen Ereignisse festhielt. F├╝r den nahe gelegenen Ort Gallspach tat Hoheneck sehr viel. 1710 gab er einen Teil des Ortes f├╝r die Bebauung frei, auf dem der ÔÇ×Neue MarktÔÇť entstand, 1730 erweiterte er den Markt durch die Anlage der St. Georgs-Gasse (heute Valentin-Zeileis-Stra├če). Au├čerdem stiftete er 1710 ein Armenspital in Gallspach.

Ein besonderes Interesse hatte Hoheneck f├╝r die Landesgeschichte. Er begann eine Genealogie der ober├Âsterreichischen Adeligen zu schreiben, die heute noch eine wichtige Grundlage f├╝r jeden Genealogen bildet.

1708 spendete er eine sieben Meter hohe Votivs├Ąule mit Dreifaltigkeitsdarstellung f├╝r Grieskirchen zum Dank f├╝r den Schutz in den vielen Gefahren, die er im Krieg erlebt hatte.

Als 1713 die Pest bei Kremsm├╝nster ausbrach und sich bis Wels ausbreitete, wurde Hoheneck als Sanit├Ątskommissar dorthin beordert. Er ├╝berwachte die ├ärzte, k├╝mmerte sich um die Versorgung mit Lebensmitteln und um die Pflege der Kranken.

Im Alter zeigte er sich in seinen Schriften oftmals entt├Ąuscht von seinen Standesgenossen, die das Landleben verachteten, ihre Schl├Âsser verfallen lie├čen und nur prunkvoll leben wollten. Entt├Ąuscht war er aber auch ├╝ber die Politik Maria Theresias, die die Macht der St├Ąnde stark einschr├Ąnkte.

Hoheneck starb am 11. August 1754 auf Schloss Schl├╝├člberg, wo er auch geboren worden war. In einem Nachtrag seines Testamentes hatte er in humorvoller Weise verf├╝gt, unter dem Eingang der Kirche in Gallspach begraben zu werden, damit seine Untertanen, ├╝ber ihn hinweggehen und ihn mit F├╝├čen treten k├Ânnten, sollte er ihnen einmal Unrecht getan haben. In der Kirche wollte er nicht begraben werden, da er sich f├╝r unw├╝rdig hielt, dort seine letzte Ruhe zu finden, "wo der wahre Gott wohne".

Hohenecks "Wiederauferstehung"

Zwischen August 2004 und M├Ąrz 2005 f├╝hrte das Bundesdenkmalamt wegen des Neubaus der Gallspacher Kirche arch├Ąologische Grabungen durch.

Die Hoheneckgruft im ehemaligen Turm-L├Ąuthaus w├Ąre von den arch├Ąologischen Untersuchungen eigentlich ausgeschlossen gewesen, doch Dr. Georg Spiegelfeld, heutiger Besitzer des Schlosses Schl├╝├člberg und Nachfahre des Freiherrn von Hoheneck, lie├č auf eigene Kosten dort auch Sanierungs- und Forschungsarbeiten durchf├╝hren. Die Lage der Gruft lie├č sich durch m├╝ndliche ├ťberlieferungen schnell finden.

Sie bestand aus vier Gruftkammern mit Ziegelgew├Âlben. Dr. Perr von Gallspach, der die Grabungen mitverfolgte, berichtet:

ÔÇ×Alle Kammern waren mehrfach belegt und boten seltene Einblicke in adelige Bestattungsbr├Ąuche zwischen 1750 und 1870. Eingefallene S├Ąrge, zerfallene Kleidung, vermodernde Gebeine, platt gedr├╝ckte Skelette und sterbliche ├ťberreste, die manchmal nur aus Knochenstaub bestanden, wechselten ab mit Ber├╝hrendem. Zum Beispiel lag bei einem M├Ądchen noch jenes Blumenstr├Ąu├čchen, das ihr Hinterbliebene als letzten Gru├č in den Sarg gelegt hatten.ÔÇť

11 Personen waren in der Gruft bestattet, Freiherr Adam Georg von Hoheneck war einer von denen, die man eindeutig identifizieren konnte. Auf seine Gebeine war man am 25. Februar 2005, also etwa 250 Jahre nach seinem Tod, gesto├čen:

ÔÇ×Sein relativ gut erhaltenes Skelett lag tiefer als die ausgemauerten Gruftw├Ąnde. Der Gesichtssch├Ądel war vom herabfallenden Sargdeckel eingedr├╝ckt. Auf dem Kopf trug der Verstorbene eine Art Totenhaube, an den Beinen steckten noch Schuhreste mit gut erhaltenen Schuhschnallen. Bemerkenswert die Grabbeigaben, bestehend aus einem gro├čen Brustkreuz und einem Rosenkranz mit kirschgro├čen Perlen samt Gnadenmedaille. Besonders hervorzuheben ist das Brustkreuz aus zwei gew├Âhnlichen Astst├╝cken, deren Enden durch Metallh├╝lsen gesch├╝tzt und die mittels eines Textilbandes zusammengebunden wurden. Ganz im Gegensatz zum groben Kreuz steht der dazugeh├Ârende sehr fein gearbeitete Christuscorpus. (Silber, vergoldet)ÔÇť

Das Kreuz war Hoheneck vermutlich nach Entnahme seines Herzens, das sich in Schloss Schl├╝├člberg befindet, in den Brustkorb gelegt worden.

Am 23. November 2005 wurden die sterblichen ├ťberreste Hohenecks und der anderen Familienangeh├Ârigen in eigens angefertigten Chrom-Nickel-Stahlurnen wieder bestattet.


Dokumenation zur Ausstellung "Landler/Bandler - Innviertler/Rindviertler. Der Hausruck als Grenze" im Kulturgut Hausruck und Schloss Starhemberg, in Kooperation mit der O├ľ. Landesausstellung 2012.

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