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Das Zeitalter Kaiserin Maria Theresias (1740-1780)


Der Absolutismus
Im Absolutismus bildete die Herrschaftsform der Monarchie die Grundlage des Staates. Das Staatsoberhaupt war ein Adeliger, der lebenslang - oder bis zu seiner Abdankung - durch Geburt oder Wahl an der Spitze der Ämterhierarchie seines Staates stand und den Staat nach innen und außen reprĂ€sentierte.
Im Gegensatz zu einer parlamentarischen Monarchie (deren StaatsgeschĂ€fte von einem Parlament gefĂŒhrt wurden) oder einer konstitutionellen Monarchie (bei welcher der Monarch an eine Verfassung gebunden war), ĂŒbernahm der absolutistische Monarch sĂ€mtliche StaatsgeschĂ€fte. Seine Macht war vollkommen und unterlag keiner Kontrolle durch stĂ€ndische oder demokratische Institutionen. Er war der alleinige TrĂ€ger der Staatsgewalt.

Der Absolutismus war zwischen dem Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges (1618-1648) und der Französischen Revolution (1789) die verbreitetste Herrschaftsform in Europa.

In Österreich gab es unter Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) und ihrem Sohn Kaiser Joseph II. (1765-1790) den sogenannten "aufgeklĂ€rten Absolutismus".

Seit 1740 regierte Maria Theresia (1740-1780) auf Grundlage der "Pragmatischen Sanktion". Sie war damit die erste Herrscherin des Erzherzogtums Österreich und der Königreiche Böhmen und Ungarn und die einzige Frau, die jemals an der Spitze des Hauses Habsburg stand. Sie gilt als eine der grĂ¶ĂŸten Herrscherpersönlichkeiten Europas.
Maria Theresia reformierte und modernisierte das Reich durch die Errichtung eines Verwaltungs- und Beamtenstaates. 1749 wurden die KreisÀmter als erste Behörden der staatlichen Lokalverwaltung, 1776 die Herrschafts- und Distriktskommissariate als Unterbehörden und 1783 die Landesregierung als Oberbehörde eingerichtet.
 

Kennzeichen der maria-theresianischen Epoche (1740 – 1780)
Maria Theresia bewirkte durch zahlreiche tief greifende Reformen in allen LĂ€ndern des Habsburgerreiches einen bedeutenden Modernisierungsschub. Im Vordergrund stand das Prinzip der NĂŒtzlichkeit fĂŒr Staat und Gesellschaft.

  • Verwaltungsreform: Die Herrscherin wurde "erste Dienerin des Staates". Der Staat selbst wurde Verwaltungs- und Beamtenstaat.
  • Neuorganisation des Heeres: "Verstaatlichung" der Armee durch EinfĂŒhrung eines stehenden Heeres, Verzicht auf Söldner und GrĂŒndung der MilitĂ€rakademie in Wiener Neustadt.
  • EinfĂŒhrung der allgemeinen Schulpflicht
  • EinfĂŒhrung der merkantilistischen Wirtschaft, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, neue Verdienstmöglichkeiten zu schaffen und die Bevölkerung zu vermehren. Verbesserung der Lage der Bauern durch BeschrĂ€nkung der Robotleistungen.
  • Abschaffung der Folter
  • Verringerung des Einflusses der Kirche. Kampf gegen den Protestantismus in Österreich. Ansiedlung vertriebener Protestanten in SiebenbĂŒrgen, dem Banat und der Batschka.
  • EinfĂŒhrung der allgemeinen Steuerpflicht

 

Autorin: Ute Streitt, 2018


Dokumentation der Wanderausstellung "150 Jahre Bezirkshauptmannschaften" im Jahr 2018, die gemeinsam von den Bezirkshauptmannschaften unter der Leitung von BH Rudolf Greiner (BH SchĂ€rding) und Mag. Ute Streitt (Leiterin der Sammlung Technikgeschichte und Wehrkunde am OÖ. Landesmuseum) recherchiert und gestaltet wurde.

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