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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | O√Ė Landesausstellung 2016


Erster Weltkrieg: Die toten Pferde

Die traditionelle Kavallerie war im Ersten Weltkrieg gegen Maschinengewehre und Stacheldraht chancenlos geworden. Die Dragoner, Husaren und Ulanen wurden zu normalen Infanteristen. Aber das Pferd blieb wichtiger denn je. Der enorme Transportbedarf war nur mit Zugtieren zu bew√§ltigen. Mit Pferden waren die Kriege nicht mehr zu gewinnen. Aber ohne Pferde erst recht nicht. Der Blutzoll der Pferde war etwa gleich hoch wie jener der Menschen. Im Ersten Weltkrieg wurden auf allen Fronten insgesamt etwa 16 Millionen Pferde eingesetzt, von denen mehr als die H√§lfte den Tod fanden, durch Seuchen, Verletzungen, Giftgas oder auch durch Erschie√üen, um sie nicht dem Gegner in die H√§nde fallen zu lassen. Die Beschaffung neuer Pferde war schon 1916 schwierig geworden. Und ab 1917 musste man die Zahl der eingesetzten Pferde drastisch reduzieren, weil man sie nicht mehr f√ľttern konnte. W√§hrend im Zweiten Weltkrieg im Westen bereits die Motorfahrzeuge dominierten, blieb in Russland das Pferd unersetzlich. Von den etwa 2,7 Millionen Pferden, die im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite eingesetzt wurden, sind an die 1,8 Millionen umgekommen.

Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur O√Ė Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Pferdezentrum Stadl Paura.

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