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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | O√Ė Landesausstellung 2016


Pferd und Krieg

Der bekannte, 2006 verstorbene Historiker Reinhart Koselleck hat eine einfache Periodisierung der Menschheitsgeschichte vorgeschlagen: Das Vorpferdezeitalter, das Pferdezeitalter und das Nachpferdezeitalter. Zuerst waren Pferde Nahrungslieferanten, dann Kriegs- und Arbeitstiere. Seit einen halben Jahrhundert sind sie zumindest in den Industrieländern vorwiegend Freizeittiere.

Mit den Pferden kam das Tempo als Waffe in die Kriegsgeschichte. Zunächst ab etwa 2.000 v. Chr. mit den Streitwägen, ab etwa 1.200 v. Chr. mit schnellen Reiterangriffen mit Pfeil und Reflexbogen. Seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. konnten die Europäer mit schwer gepanzerten Reitern erfolgreich gegenhalten. Feudalismus und Pferd gingen eine enge Verbindung ein.

Seit dem 14. Jahrhundert wurden die mit Langbogen, Armbrust und Gewehr in eng geschlossenen Verb√§nden k√§mpfenden Fu√ütruppen f√ľr die Ritterheere immer gef√§hrlicher. Aber bis ins 19. Jahrhundert blieb die Kavallerie die nobelste Waffengattung. Erst die schnell feuernden Gewehre und schweren Waffen  verdr√§ngten die Pferde von den Schlachtfeldern. Aber f√ľr Logistik und Nachschub blieben sie auch in den Kriegen des 20. Jahrhunderts unverzichtbar. Sie bezahlten in den beiden Weltkriegen einen extrem hohen Blutzoll.

Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur O√Ė Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Pferdezentrum Stadl Paura.

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