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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | OÖ Landesausstellung 2016


Mythos Sisi

Kaiserin Elisabeth ist zum Mythos geworden: wegen ihrer Schönheit, wegen ihrer gesellschaftlichen Extravaganzen, aber auch wegen ihrer Reitleidenschaft. Sie war zweifellos die beste Reiterin ihrer Zeit und die wohl bekannteste Vertreterin des Reitens im Damensattel. Durch ihren Vater Herzog Max in Bayern, einen begeisterten Kunstreiter war sie sehr früh mit Pferden in Kontakt gekommen. Von ihm lernte sie nicht nur die Liebe zu Pferden, sondern auch zahlreiche Zirkuslektionen. Sie übte sich in waghalsigen Distanz- und Parforceritten, beherrschte auch die hohe Schule der Dressur und ritt auch Schulen über der Erde – und alles im Damensattel.

So mag es für sie ein traumatischer Einschnitt gewesen sein, als ihr seit den frühen 1880er-Jahren rheumatische Beschwerden das Reiten zunehmend unmöglich machten. Den Auftrag, ihre Stallungen aufzulösen, erteilte sie im November 1886. Von Sisi als Reiterin kursieren zahlreiche Bilder, Graphiken und Fotografien, von denen die wenigsten authentisch sind, weil sie sich im Alter jegliche Abbildung verbat. Als sie 1898 durch die Hand eines Attentäters am Genfer See verstarb, blieb der Ruhm ihrer Schönheit und ihrer Kühnheit als Reiterin ungebrochen.

Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur OÖ Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Pferdezentrum Stadl Paura.

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