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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | OÖ Landesausstellung 2016


Die Sattlerei

Die Sattlerei ist ein altes Gewerbe. Sattler machen mehr als Zaumzeug und Sättel. Sie waren auch Beutler, Nadler, Gürtler, Riemer, Taschner und Tapezierer. Mit der Motorisierung verlor das traditionelle Sattlergewerbe sehr rasch an Bedeutung. Viele führten nur noch Reparaturen aus, andere sind Tapezierer, Polsterer und Raumausstatter geworden. 1937 gab es in Österreich 3471 Riemer und Sattler, 1955 noch 2432, im Jahr 1994 nur noch 274, davon 249 aktiv. Mit Ende 2013 gab es in Österreich noch 110 Sattler einschließlich Fahrzeugsattler und Riemer. Ledergalanteriewarenerzeuger und Taschner gab es noch 64. In den letzten 35 Jahren erfuhr mit der Wiederbelebung der Pferdenutzung im Hobby- und Sportbereich auch der Beruf des Sattlers eine Renaissance.

Seit mehr als 300 Jahren ist die Sattlerei Niedersüß in Rohrbach im oberen Mühlviertel beheimatet. Der Betrieb wurde über 30 Jahren von Karl Niedersüß geleitet, der mit seinen 25 Mitarbeitern, davon 19 Frauen und 6 Männer einen modernen Betrieb aufbaute. Jährlich werden etwa 1000 Sättel sowie das dazu passende Zubehör hergestellt. 90 Prozent davon werden exportiert. Die Produkte der Sattlerei Niedersüß waren bereits einige Male bei den olympischen Spielen vertreten.

Die Achenbach-Sattlerei HAMA in Lochen wurde im Jahre 1981 von Hans Maislinger als Einmann-Betrieb gegründet.
Mittlerweile gibt es einen Western- und einen Englisch-Shop und einen getrennten Verkaufsbereich speziell für den Fahrsport. 2006/09 übernahm Sohn Markus Maislinger den vergleichsweise jungen, aber erfolgreichen Betrieb.

Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur OÖ Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Pferdezentrum Stadl Paura.

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