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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | OÖ Landesausstellung 2016


Eadweard Muybridge: Pferde in Bewegung

Wie sich Pferde wirklich bewegen, war fĂŒr die Pferdemaler und KĂŒnstler schwer zu erfassen. Erstmals wurde es mit den Methoden der Fotografie möglich, die Bewegungen der Pferde exakt widerzugeben und zu studieren. Von Wundertrommeln und Flipbooks fĂŒhrte der Weg ĂŒber die Zeitlupe zum Film und zur seriellen Kunst.

Eadweard Muybridge (1830-1904) wurde als Pionier der Chronofotografie, der genauen fotografischen Widergabe der Bewegung, berĂŒhmt. 1872 war er von dem Eisenbahnmagnaten und Pferdefan Leland Stanford engagiert worden, die Beinstellung galoppierender Pferde und die Gangarten des Pferdes fotografisch festzuhalten. Die Bilder wurden mit einer Reihe von 12, 24 und schließlich 36 Fotoapparaten aufgenommen, die von den galoppierenden Pferden mit DrĂ€hten ausgelöst wurden. 1879 erschien der Fotoband: „The Horse in Motion“ und 1887 das gigantische Tafelwerk „Animal Locomotion“ mit insgesamt 781 Tafeln in elf BĂ€nden, davon rund 100 mit den Gangarten des Pferdes. Die FlĂŒchtigkeit des Augenblicks wurde festgehalten. Die Serienbildtechnik, am Pferd entwickelt, wurde zum VorlĂ€ufer der Filmkamera, aber auch zur weiteren Inspiration fĂŒr die Kunst.


Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur OÖ Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Stift Lambach.

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