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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | OÖ Landesausstellung 2016


Das liebe Geld

MĂŒnzen und Medaillen
Geld ist mehr als ein Zahlungsmittel. Es ist geprĂ€gte Freiheit und Symbol obrigkeitlicher Macht. Vor etwa 2600 Jahren wurde das MĂŒnzgeld erfunden. Seine Geltung und sein Wert sollten durch die aufgeprĂ€gten Herrschaftszeichen garantiert werden. Von Anfang weg waren auf den MĂŒnzbildern immer wieder Pferde vertreten, ob auf PrĂ€gungen der Handelsstadt Milet, der makedonischen Könige, griechischen Kolonien, keltischen FĂŒrsten oder der römischen Kaiser. Auch von den mittelalterlichen und neuzeitlichen MĂŒnzstĂ€tten wurde hĂ€ufig auf Pferdemotive zurĂŒckgegriffen, bis hin zu einzelnen Euro- und Cent-PrĂ€gungen, etwa in Litauen, Italien oder Slowenien.

Medaillen werden zu verschiedensten AnlĂ€ssen ausgegeben: bei Siegen, FriedensschlĂŒssen und JubilĂ€en. Die FĂŒlle der Pferdemotive ist kaum ĂŒberschaubar. Bei PrĂ€gungen des Hauses Hannover oder der Herzöge von Braunschweig-WolfenbĂŒttel war das „Sachsenross“ fast obligatorisch. Bei Herrscherinnen und Herrschern, MarschĂ€llen und GenerĂ€len waren Pferde ganz generell kaum zu umgehen. Aber auch in der Republik haben sie sich behauptet, etwa bei den Gedenk-PrĂ€gungen der MĂŒnze Österreich.

Ein Leben ohne Bargeld?
MĂŒnzen bestimmten das europĂ€ische Geldwesen vom siebten vorchristlichen Jahrhundert bis in das 18. Jahrhundert. Die beiden vergangenen Jahrhunderte werden als das Zeitalter des Papiergeldes in die Geschichte eingehen. Stehen wir jetzt am Ende des Bargeldes, und damit auch am Ende des Pferdes auf Geldscheinen und MĂŒnzen?

Das Notgeld der Jahre der ersten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg war eine Folge der Hyperinflation. Die ScheidemĂŒnzen verschwanden, als deren Metallwert den Nennwert zu ĂŒbersteigen begann. Einzelne Gemeinden versuchten, durch Ausgabe von Ersatz- oder Notgeld Abhilfe zu schaffen. Weil die meisten der emittierenden Gemeinden bĂ€uerlich geprĂ€gt waren, spielen Pferde eine wichtige Rolle: land- und forstwirtschaftliche Arbeiten, Reitsport, aber auch Pferdeheilige wurden zu beliebten Motiven. Namhafte KĂŒnstler lieferten EntwĂŒrfe. Der Sammlerwert des Geldes ĂŒberstieg sehr rasch bei weitem seinen Nennwert.


Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur OÖ Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Stift Lambach.

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