Forum OÖ Geschichte

Musik nach 1945 in Oberösterreich


Nach 1945 setzte der Wiederaufbau des Landes in allen Bereichen ein. Landeshauptmann Heinrich Gleißner (1945–1971) ermöglichte die Installierung einer eigenstĂ€ndigen Kulturabteilung des Landes, die 1947 realisiert wurde. Heinrich Gleißner war ab 1949 auch Landeskulturreferent. Ebenso ĂŒbernahmen Josef Ratzenböck (1973–1991) und Josef PĂŒhringer (seit 1991), noch bevor sie schließlich Landeshauptmann wurden, diese Funktion. Ziele der oberösterreichischen Kulturpolitik waren und sind es u. a., in allen Regionen des Landes Kultur zu ermöglichen, also auch abseits der Landeshauptstadt Linz. Ein weiteres Ziel war die explizite Förderung von zeitgenössischem Kulturschaffen und die Erweiterung des Angebots sowie die Miteinbeziehung von Jugendlichen.


Preise, Auszeichnungen und Wettbewerbe

Das Land Oberösterreich vergibt zahlreiche Preise an Musikerinnen und Musiker sowie Komponistinnen und Komponisten, die in enger Beziehung zu diesem Bundesland stehen. Genannt seien der Landeskulturpreis, der Große WĂŒrdigungspreis des Landes Oberösterreich, TalentförderungsprĂ€mien sowie das Anton-Bruckner-Stipendium, das seit 2000 an maximal zwei Personen vergeben wird. Und auch die Stadt Linz unterstĂŒtzt außergewöhnliche Leistungen im Bereich Musik mit Auszeichnungen.

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Das Land Oberösterreich vergibt zahlreiche Preise an Musikerinnen und Musiker sowie Komponistinnen und Komponisten, die in enger Beziehung zu diesem Bundesland stehen. Genannt seien der Landeskulturpreis, der Große WĂŒrdigungspreis des Landes Oberösterreich, TalentförderungsprĂ€mien sowie das Anton-Bruckner-Stipendium, das seit 2000 an maximal zwei Personen vergeben wird. Und auch die Stadt Linz unterstĂŒtzt außergewöhnliche Leistungen im Bereich Musik mit Auszeichnungen, etwa mit dem Kulturpreis der Stadt Linz sowie der Kulturmedaille. Speziell fĂŒr jugendliche Komponierende wird seit dem Jahr 1999 vom Land Oberösterreich der Wettbewerb „Klanglandschaften“ organisiert.

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AusbildungsstÀtten
Einen besonderen Stellenwert in der Musiklandschaft Oberösterreichs nach 1945 nehmen die musikalischen AusbildungsstĂ€tten ein, an denen sowohl Berufsmusikerinnen und -musiker als auch Laien eine fundierte Ausbildung genießen können. Genannt seien hier die Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t (vormals: Brucknerkonservatorium), das Oberösterreichische Landesmusikschulwerk, das als federfĂŒhrend in ganz Europa gilt, sowie die Musikschule der Stadt Linz.


Musikvermittlung

Österreich liegt im internationalen Vergleich im Bereich der Musikvermittlung im unteren Durchschnitt. Immer noch ist es fĂŒr Veranstalter und AusbildungsstĂ€tten keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, dieses Feld in ihr Angebot zu integrieren. Dennoch sind hier einige AktivitĂ€ten in Oberösterreich zu nennen.

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Österreich liegt im internationalen Vergleich im Bereich der Musikvermittlung im unteren Durchschnitt. Immer noch ist es fĂŒr Veranstalter und AusbildungsstĂ€tten keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, dieses Feld in ihr Angebot zu integrieren. Dennoch sind hier einige AktivitĂ€ten in Oberösterreich zu nennen.
Das Bruckner Orchester Linz wendet sich mit seinem Programm „move.on“ an Schulklassen, denen in Workshops Kompositionen nĂ€her gebracht werden. Zumeist steht am Ende der persönlichen Begegnung mit den Musikern ein Konzertbesuch.
2009 startete an der Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t der erste Weiterbildungslehrgang in Österreich zum Thema „Musikvermittlung – Musik im Kontext“, der Absolventen, interessierten MusikpĂ€dagogen, Instrumentalisten, Komponisten, Musikwissenschaftlern und Kulturmanagern eine fundierte Ausbildung fĂŒr neue Berufsfelder an der Schnittstelle von kultureller Bildung und gegenwĂ€rtigem Musikschaffen bietet.
Der StimmpĂ€dagoge Werner Jocher schloss im Sommersemester 2004 ein groß angelegtes Projekt ab: „Singen macht Schule“. In dreieinhalb Jahren wurden 2940 Volksschulkinder und 145 Volksschullehrer in 39 oberösterreichischen Volksschulen mit diesem Projekt erreicht. Kurzes ResĂŒmee der Projektarbeit: Die Modelle von „Singen macht Schule“ können durch die stimmliche, stimmlich methodische und musikalische Förderung von Volksschullehrer und der damit verbesserten stimmlichen und musikalischen Förderung der Volksschulkinder eine breite stimmliche und musikalische Basis schaffen, auf deren „Humus“ die unterschiedlichsten musikalischen Begabungen gedeihen können.

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Stilistische Bandbreite
Die zentrale Figur des österreichischen Musikschaffens, Arnold Schönberg, war 1933 in die USA emigriert. Der Einfluss der Zweiten Wiener Schule fand natĂŒrlich dennoch Eingang in die Werke der Komponierenden. Es lĂ€sst sich aber kein Stil oder keine Schule festmachen, vielmehr herrschte und herrscht eine große stilistische Bandbreite, die sich an internationalen Entwicklungen orientiert wie etwa der seriellen Musik, elektronischer Musik oder auch diverser Neo-Strömungen. Als wichtige Informationsquelle dienten dabei den Musikerinnen und Musikern sowie dem interessierten Publikum die Radiosendungen zur zeitgenössischen Musik auf Österreich 1.

Die Vielfalt an Stilen oberösterreichischer Komponistinnen und Komponisten entspricht in etwa jener in Gesamtösterreich. So knĂŒpfte Helmut Eder [Dokument: 17 KB] (1916–2005), der von 1967 bis 1987 am Mozarteum in Salzburg Komposition unterrichtete, an die serielle Technik an, nannte seine Art zu komponieren selbst „pluralistisch 
 von der ModalitĂ€t bis hin zur Klangfarbenmusik“.

Zu seinen SchĂŒlern zĂ€hlen u. a. Gunter Waldek (* 1953 in Linz), der seit 1982 an der Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t (vormals: Brucknerkonservatorium) lehrt. Seine Vorliebe fĂŒr Vokalwerke, ein oftmaliger RĂŒckgriff auf tradiertes Material und ein differenziertes Ausarbeiten von Klangfarben, manifestiert sich in seinen Werken, zu denen auch Tonbandmusik zĂ€hlt.

Helmut Rogl (* 1960), der ebenfalls Studien bei Eder belegte, schließt an die klassische Tradition an und „verliert tonale Beziehungen nicht aus den Augen“ (Rogl).

Der Eferdinger Fridolin Dallinger (* 1933) orientierte sich anfangs stark an Thomas Christian David (1925–2006), der ebenfalls in Eferding geboren ist. Nach der Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik, einer experimentellen Phase mit Hinwendung zur neuen Klanglichkeit, kehrte Dallinger in den letzten Jahrzehnten wieder zu einer tonalen Sprache zurĂŒck. Er komponierte immer wieder auch Werke aus dem Bereich der Unterhaltungsmusik.

Der Steyrer Heinrich Gattermeyer (* 1923) unterrichtete von 1964 bis 1987 an der Wiener Musikhochschule. Er schrieb zahlreiche StĂŒcke fĂŒr Chor und geistliche sowie weltliche Werke fĂŒr die unterschiedlichsten Besetzungen. Seine Oper Kirbisch wurde 1988 am Landestheater Linz uraufgefĂŒhrt.

Geistliche Musik war Schwerpunkt des St. Florianer Stiftsorganisten Augustinus Franz Kropfreiter [Dokument: 16 KB] (1936–2003). Er bekannte sich zu einer stilistischen Orientierung an der „deutschen“ Polyphonie und dem „französischen“ Kolorit.

Der mehrfach ausgezeichnete ehemalige MusikpĂ€dagoge, Organist und Komponist Balduin Sulzer [Dokument: 17 KB] (*1932) ist Mitglied des Zisterzienserstifts Wilhering. Aus seiner TĂ€tigkeit im Bereich der Kirchenmusik heraus schuf er zahlreiche Kompositionen. Aber auch weltliche Werke wie Opern und Kammermusik sind in seinem Oeuvre, das sich durchwegs „unterschiedlicher kompositorischer Ausdrucksmittel bedient“ (Sulzer), zu finden.

Der Linzer Alfred Peschek (* 1929) beging mit seinem Neuen Ensemble im Mai 2008 dessen 40-jĂ€hriges Bestehen. Mit diesem Ensemble trug er einen wesentlichen Teil zum Linzer Musikleben bei; zusĂ€tzlich betreibt Peschek mit dem Bergtheater in der Bockgasse einen eigenen Konzertsaal. FĂŒr seine Musik ist der Begriff pantonal zentral, seine Werke vereinen zumeist mehrere Disziplinen wie Aktion, Grafik und Literatur. Peschek arbeitete lange Jahre mit der Erika Gangl Tanzkompagnie.

Die jĂŒngere Generation
Der jĂŒngeren Generation gehören Komponisten wie Helmut Schmidinger (* 1969), Gerald Resch (* 1973) oder Reinhard Fuchs (* 1974) an.
Schmidinger, Leiter und Initiator des Welser Ensembles Spektren, komponiert hauptsĂ€chlich Kammermusikwerke und StĂŒcke fĂŒr Jugendliche. Resch und Fuchs sind Mitglieder der Komponistengruppe Gegenklang, der ein eigener Verlag, die edition 21, angeschlossen ist. Resch skizziert seinen kompositorischen Ansatz folgendermaßen: „Meine Kompositionen entstehen aus einer Neugierde fĂŒr unbekannte Wege. Meist sehr klare musikalische Modelle werden darauf hin untersucht, wie sie sich gegenseitig belagern, konfrontieren, verwandeln und auslöschen lassen. Dabei ist einerseits formale Stringenz, andererseits die stete Möglichkeit des Unerwarteten wichtig.“ Seit 2004 hat er einen Lehrauftrag an der Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t inne. Fuchs schrieb Werke fĂŒr grĂ¶ĂŸere und kleinere Besetzungen, zum Teil auch mit elektroakustischen Zuspielungen, die von renommierten Ensembles wie dem Ensemble Intercontemporain oder dem Klangforum Wien gespielt werden. Fuchs studierte, ebenso wie Resch, an der MusikuniversitĂ€t Wien bei Michael Jarrell.

Der Komponist und Musiker Peter Androsch [Dokument: 18 KB] (*1963 in Wels) bewegt sich als Gitarrist zwischen anspruchsvollem Pop und Avantgarde und mit seinen Kompositionen im Bereich zwischen E- und U-Musik. Androsch will sich keinen EinflĂŒssen versperren und nimmt in seine Werke, die oftmals fĂŒr szenische Umsetzung konzipiert sind, alle Stilrichtungen auf, welche sich zu einem neuen Ganzen zusammenfĂŒgen lassen.

 

Elektroakustische Klangquellen
Nur wenige Komponisten beschrĂ€nken sich ausschließlich auf elektroakustische Klangquellen, benutzen sie vielmehr als Erweiterung ihrer Klangmöglichkeiten; so etwa der Vöcklabrucker Wolfgang Suppan (* 1966), der in vielen seiner Kompositionen mit Mitteln der Live-Elektronik selbst die akustisch entstandenen Töne in Echtzeit verfremdet. Seine Werke sind durchzogen von der Auseinandersetzung mit Natur und Technik, oft binden sie Literatur oder Tanz mit ein.

Hannes Raffaseder (* 1970 in Freistadt) studierte u. a. Computermusik und setzt sich damit auch wissenschaftlich auseinander. Seine Kompositionen reichen von Klanginstallationen und Sounddesign bis hin zu klassisch-besetzten StĂŒcken.

Bernhard Lang [Dokument: 12 KB] (* 1957 in Linz) zĂ€hlt international zu den erfolgreichsten österreichischen Komponisten. In seiner Werkreihe „Differenz/Wiederholung“ bezieht er sich auf den Begriff der Wiederholung des französischen Philosophen Gilles Deleuze (1925-1995), den er in einer ausgefeilten Looptechnik in Musik umsetzt. Lang komponierte in den letzten Jahren zahlreiche Musik- und TanztheaterstĂŒcke fĂŒr renommierte Veranstalter. Darin kommt der Verbindung zwischen akustischen und elektronischen Klangquellen (u. a. auch Turntables) eine besondere Bedeutung zu.

Sind bei Bernhard Lang seine Wurzeln im Jazz spĂŒrbar, treten sie bei anderen Komponisten ganz klar in den Vordergrund; so etwa bei Christoph Cech (* 1960 in Wien), der seit 1999 als Direktor das Institut fĂŒr Jazz und improvisierte Musik an der Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t leitet. Als Dirigent diverser Ensembles (u. a. Janus Ensemble) und als Pianist bringt er hauptsĂ€chlich Werke mit improvisatorischem Anteil zur AuffĂŒhrung.

Auch die Vokalistin und Komponistin Elfi Aichinger (* 1961 in Wels) unterrichtet an der Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t. Viele ihrer Werke sind fĂŒr Stimme und Instrumente, oftmals besetzt mit Kollegen aus der Jazzszene.

Der Posaunist Bertl MĂŒtter (* 1965 in Steyr) hat eine eigene Musiksprache mit seinem Instrument entwickelt, die er in Solo- und Ensemblekonzerten realisiert.

Musikbeispiele Bertl MĂŒtter:

Blechposaune: Poco tranquillo (Quelle: Homepage Bertl MĂŒtter - CD "parlando")

Stimme: rsm (Quelle: Homepage Bertl MĂŒtter - CD "written images")

Max Nagl (* 1960 in Gmunden), Saxophonist und Komponist, schrieb u. a. Werke fĂŒr Hörspiel, Theater, Film und auch eine Operette auf einen Text von Franzobel („Der siebte Himmel in Vierteln“, 2005).

Adelhard Roidinger (* 1941 in Windischgarsten) ist Kontrabassist und Komponist und initiierte das Studio for Advanced Media and Technology (SAMT) an der Anton Bruckner PrivatuniversitÀt. Er verbindet in seinen Projekten improvisatorische und kompositorische Elemente, die mit elektronischen und akustischen Mitteln realisiert werden.

Josef Novotny (* 1963 Meggenhofen) ist als Komponist und Musiker im Bereich zwischen Jazz und Neuer Musik tÀtig. Seine Arbeit basiert auf der BeschÀftigung mit Sounddesign und Live-Elektronik.

 

U-Musik
Seit einigen Jahrzehnten existiert in Österreich das sehr erfolgreiche Genre der „Neuen Volksmusik“. Die Bandbreite ist groß, allen Protagonisten gemeinsam ist allerdings das Rekurrieren auf volksmusikalische Elemente. Zu den prominenten oberösterreichischen Vertretern zĂ€hlen neben dem Schlagzeug-Akkordeon-Duo Attwenger, Hubert von Goisern und das Klezmer-Trio Kohelet 3.

 

Alternative Musikszene
Die alternative Musikszene in Oberösterreich erlebte in den Achtzigerjahren einen großen Aufschwung. Ohne die Linzer Veranstalter wie Stadtwerkstatt, Landgraf oder Kapu wĂ€re sie nicht denkbar. Aus dieser Szene heraus entstanden Bands wie Monochrome Bleu, Texta, Shy, Fuckhead (u. a. mit Dr. Didi Bruckmayr) oder Wipeout.


Situation zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten
Nur wenige Komponistinnen und Komponisten können alleine von ihrer kĂŒnstlerischen TĂ€tigkeit leben. Manchen sind als Musikerinnen und Musiker tĂ€tig, viele unterrichten in Musikschulen, an der Anton Bruckner PrivatuniversitĂ€t oder an Schulen. Veranstalter nehmen zeitgenössische Werke selten in ihr Programm auf, so ist es nicht verwunderlich, dass viele Komponierende ihren Lebensmittelpunkt nach Wien oder Salzburg verlegt haben, wo sich ihnen mehr Möglichkeiten bieten, auch im Bereich der MusikuniversitĂ€ten.


Musikverlage

Der Einfluss der beiden großen Musikverlage, in erster Linie Universal Edition und Doblinger, auf das Konzertleben und die spĂŒrbare UnterstĂŒtzung, die den Komponierenden durch die Verlage zuteil wurde, darf nicht unterschĂ€tzt werden. Allerdings zĂ€hlen zu den dort vertretenen Komponistinnen und Komponisten neben internationalen nur wenige Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher.

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Der Einfluss der beiden großen Musikverlage, in erster Linie Universal Edition und Doblinger, auf das Konzertleben und die spĂŒrbare UnterstĂŒtzung, die den Komponierenden durch die Verlage zuteil wurde, darf nicht unterschĂ€tzt werden. Allerdings zĂ€hlen zu den dort vertretenen Komponistinnen und Komponisten neben internationalen nur wenige Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher; durch die Universal Edition Wien ist etwa GĂŒnter Kahowez (*1940) vertreten, durch Doblinger Peter Androsch (*1963), Fridolin Dallinger (*1933), Thomas Christian David (1925–2006), Helmut Eder (1916–2005), Heinrich Gattermeyer (*1923), GĂŒnter Kahowez (*1940), Augustinus Franz Kropfreiter (1936–2003), Ernst Ludwig Leitner (*1943), Hannes Raffaseder (*1970), Gerald Resch (*1975) oder Helmut Schmidinger (*1969). Mittlerweile publizieren viele Komponierende auch im Eigenverlag.

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Das ORF-Landesstudio Oberösterreich setzt sich kontinuierlich fĂŒr die Verbreitung von zeitgenössischer Musik ein. Neben einer eigenen CD-Reihe, in der zumeist jeweils einem Komponisten ein PortrĂ€t gewidmet ist, werden unter dem Titel Treffpunkt Neue Musik im Landesstudio OÖ moderierte Konzerte angeboten.

Das Linzer Landestheater vergab in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder KompositionsauftrĂ€ge an heimische Komponisten; v.a. Helmut Eder und Balduin Sulzer konnten einige Werke mit großem Erfolg am Linzer Landestheater urauffĂŒhren. Auch zahlreiche Österreichische ErstauffĂŒhrungen hat die LandesbĂŒhne ab 1945 zu verzeichnen, dazu kommt eine Vielzahl von Linzer ErstauffĂŒhrungen, auch von nicht unbedingt zum Standardrepertoire gehörenden Werken aus dem 18. und 19. Jahrhundert.


MusiktheaterurauffĂŒhrungen am Landestheater Linz seit 1945

Datum der UrauffĂŒhrung

Komponist/in

Werktitel

Werkbezeichnung

8. 4. 1948

Fritz Habeck

Zwei und zwei sind vier

Protest auf zwei Klavieren

12. 11. 1948

Jara Benes

Dolores

Operette

10. 11. 1949

Felix Petyrek

Der Garten des Paradieses (Neufassung)

dramatische Rhapsodie

14. 6. 1952

Kurt Attenberg

Hervarts Heimkehr

Oper

14. 12. 1951

August Pepöck

G'schichten aus dem Salzkammer- gut

Operette

26. 4. 1952

Ludwig Schmidseder

Das MĂ€del aus der Wachau

Musical

15. 9. 1955

Emil Berté

Melodie aus Wien

Operette

1. 3. 1956

Hans Striehl

PfÀlzer Musikanten

Operette

28. 10. 1956

Robert Nessler

Mariage des Fleurs

tÀnzerisches Idyll

28. 10. 1956

Bert Rudolf

Die acht Gesichter am Biwasee

TanzmÀrchen

29. 9. 1957

Helmut Eder

Moderner Traum

Ballett

6. 2. 1960

Henk Badings

Mikrobiologisches

Ballett-Versuch

30. 9. 1960

Helmut Eder

Ödipus

Musikalisches Drama

22. 6. 1963

Helmut Eder

Anamorphose

Ballett

23. 11. 1963

Winfried Zillig

Das Verlöbnis

Oper

15. 3. 1964

Bert Rudolf

Regen am Sonntag

Oper

14. 11. 1964

Igo Hofstetter

Roulette der Herzen

Operette

29. 6. 1965

Helmut Eder

Der Kardinal

Oper

29. 5. 1965

Oswald Lutz

Raskolnikoff

Ballett

7. 5. 1965

Franz Kinzl

Seance

Ballett (szenische UrauffĂŒhrung)

28. 1. 1967

Rudolf Weishappel

Elga

Oper (szenische UrauffĂŒhrung)

4. 5. 1968

Igo Hofstetter

Alles spricht von Charpillon

Operette

7. 4. 1971

nach Johann Sebastian Bach

Mit (B)ach und Krach

Ballett

7. 4. 1971

Anna Vaughn

AbfÀlliges

Ballett

2. 10. 1976

Helmut Eder

Der Aufstand

Oper

6. 10. 1979

Helmut Eder

George Dandin oder Der betrogene Ehemann

Oper

17. 3. 1984

Balduin Sulzer

In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa

Oper

13. 5. 1987

Heinrich Gattermeyer

Kirbisch

szenische Ballade

8. 4. 1989

Fridolin Dallinger/Alfred Opel

Die Goldenen Zwanziger

Musical

12. 3. 1989

Karl Kögler

Kohlhaas

Oper

13. 9. 1993

Gunter Waldek

Das Hohe Lied

Kirchenoper (Ursulinenkirche)

12. 9. 1994

Joseph Haydn/Eugen Drewermann

Verwandlung

Ballett (Ursulinenkirche)

24. 5. 1996

Toshiro Mayuzumi/Gertrud Fussenegger

Kojiki - Tage der Götter

Oper

9. 2. 1997

Kurt Schwertsik

Die Welt der Mongolen

Oper

8. 3. 1998

Balduin Sulzer

Proteus oder Alte Griechen und junge Frauen

Oper

20. 11. 1998

Jan Michael Haase

Die Eisprinzessin

Kammeroper (Kammerspiele)

7. 1. 2001

Peter Androsch

Zeichner im Schnee

Salut fĂŒr Klemens Brosch

13. 4. 2002

Robert Poole/Peter Androsch

Der Schlaf der Vernunft ... Szenen nach Goya

TanzstĂŒck

4. 5. 2002

Christoph Coburger

Weils Kind schlafen will

Oper

31. 10. 2003

Henry Mason

JĂ€zz und JĂ€zzica

Jazzical (u\hof:)

22. 10. 2005

Peter Androsch

Schwarze Erde

Zwölf GesÀnge nach Stifter (Kammerspiele)

11. 4. 2007

Alexander Balanescu/ Alfred de Musset

Lorenzaccio

Ballett

9. 5. 2007

Peter Androsch

Die listige Witwe

Operette criminelle (Eisenhand)

29. 11. 2007

Claudia Federspieler

Die Kuh Rosemarie

Kinderoper (mobile Produktion)

18. 4. 2008 bzw. 26. 4. 2008

Klaus Lang

architektur des regens

Oper - Kooperation Biennale MĂŒnchen - Landestheater Linz

UrauffĂŒhrung in MĂŒnchen, AuffĂŒh- rungen in den Kammerspielen

20. 2. 2009

Constantinos Stylianou

Picnic im Felde

Oper (Kammerspiele)

20. 9. 2009

Philip Glass

Kepler

Oper

29. 1. 2001

Balduin Sulzer

Kaspar H.

Oper (Kammerspiele)

       
       

Ensembles
Aus dem internaional renommierten Bruckner Orchester Linz, das derzeit von Chefdirigent Dennis Russel Davies geleitet wird, gehen mehrere Kammermusikensembles hervor. Daneben bestehen in Oberösterreich aber weitere bedeutende Ensembles.

Auf zeitgenössische Musik spezialisiert haben sich das Neue Ensemble von Alfred Peschek, das Ensemble Sonare von Thomas Kerbl oder das Ensemble Spektren von Helmut Schmidinger. Neu – fĂŒr das Kulturhauptstadtjahr Linz 2009 gegrĂŒndet – ist das Ensemble09, das auch ĂŒber 2009 hinaus bestehen soll.

Das Upper Austrian Jazz Orchestra spielt Bigband-Sound in großer Formation. Es bietet v. a. jungen Musikern die Möglichkeit, in professionellem Rahmen zu musizieren.

Zunehmende Bedeutung erfĂ€hrt auch in Oberösterreich die Originalklangbewegung. Auf Alte Musik setzt etwa das L’Orfeo Barockorchester der Geigerin und Dirigentin Michi Gaigg. Neben zahlreichen Konzertauftritten im In- und Ausland ist es alle zwei Jahre als Ensemble in Residence bei den Donaufestwochen im Strudengau zugegen. ErwĂ€hnung verdient auch das 1995 vom Linzer Geiger Gunar Letzbor gegrĂŒndete international tĂ€tige Ensemble Ars Antiqua Austria, das auf Originalinstrumenten primĂ€r musikalische SchĂ€tze aus dem Barock der Vergessenheit entreißt.

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