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Musik im frühen 20. Jahrhundert in Oberösterreich


Musikgeschichtliche Epochen können keinesfalls zeitlich exakt eingegrenzt werden. Gerade die als Spätromantik bezeichnete Strömung reicht mit ihren Ausläufern neben der Musik der Moderne bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

Der in Waizenkirchen geborene Wilhelm Kienzl (1857–1941) war diesem spätromantischen Duktus verpflichtet. Mit ihm besitzt Oberösterreich einen über die Landesgrenzen hinaus bekannten Opernkomponisten, der vor allem durch den Evangelimann Bekanntheit erlangte.

Mit ihrer künstlerischen Schaffenszeit ebenfalls ins frühe 20. Jahrhundert reichen Franz Neuhofer (1870–1949) und Josef Reiter (1862–1939). Neuhofer, aus Freistadt gebürtig, trat mit Messen und symphonischen Werken hervor; eine Oper (Der Bundschuh) des Braunauers Reiter erlebte sogar durch Gustav Mahler an der Wiener Hofoper ihre österreichische Erstaufführung. Der langjährige Regens chori in St. Florian, Franz Xaver Müller (1870–1948), in Dimbach geboren, profilierte sich vorrangig mit spätromantischen Kirchenkompositionen.

Sommerfrische Salzkammergut
Das Salzkammergut als Sommerfrische zog weiterhin prominente Komponisten an. Im Zentrum standen als Künstlerdomizile immer Gmunden und Ischl. Carl Goldmark (1830–1915), der Komponist der Oper Die Königin von Saba, bezeichnete Gmunden als seine zweite Heimat. Richard Strauss (1864–1949) besuchte die Stadt am Traunsee ebenfalls und Béla Bartók (1881–1951) komponierte hier 1903 Klavierwerke. Ebenso war Arnold Schönberg, dessen Methode der Komposition mit zwölf aufeinander bezogenen Tönen schulebildend war, mehrere Sommer am Traunsee zu Gast und beendete in Gmunden sein erstes Streichquartett.

Komponisten aus dem Genre der Operette kamen ebenfalls hierher, etwa Leo Fall (1873–1925), Emmerich Kálmán (1882–1953), Nico Dostal (1895–1981) und Ralph Benatzky (1884–1957).

Auch in Ischl weilten Operettenkomponisten. Neben Franz Lehár (1870–1948) sind im 20. Jahrhundert besonders Oskar Straus (1870–1954) und Robert Stolz (1880–1975) zu erwähnen.

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