Forum OÖ Geschichte

Posthof – "Zeitkultur am Hafen"


In den Achtzigerjahren kam in Linz von Seiten heimischer Rockbands, vor allem aber von der damaligen Jugend die Forderung nach (Frei-)RĂ€umen – zum Proben, fĂŒr AuffĂŒhrungen, eigentlich aber zum Ausleben der Jugendkultur. 1979 wurde zunĂ€chst die Stadtwerkstatt in Linz-Urfahr gegrĂŒndet.

Multifunktionales Zentrum
Der Posthof, ursprĂŒnglich ein im Hafenviertel von Linz gelegener Bauernhof bzw. eine Poststation, wurde nach Ankauf durch die Stadt Linz 1984 als multifunktionales Zentrum fĂŒr zeitgenössische Kultur und Kunst eröffnet. Wieweit das Zulassen und auch ZĂ€hmen „des wilden Treibens“ außerhalb des Stadtkerns (!) politisch gelenkt war, mĂŒsste gesondert untersucht werden. Was allerdings Mitte der Achtzigerjahre noch ĂŒberraschte – einerseits die Annahme des vielfĂ€ltigen Angebots und die ĂŒber die Jahre stĂ€ndig steigende Auslastung des Posthofs, andererseits die konsumierende Publikumsmischung „vom Punker bis zum gestandenen BĂŒrger“ – gehört (als Teil der LIVA) inzwischen mehr oder weniger zum kulturellen ‚Establishment’ der Stadt Linz. Der Posthof wurde so zu einer Art „Brucknerhaus fĂŒr die Alternativkultur“.

Abgrenzung zum „herkömmlichen“ Kulturbetrieb
Bereits 1986 schloss sich der Posthof den 1983 in BrĂŒssel gegrĂŒndeten „Trans Europe Halles“ (A European Network of Independent Culture Centres) an, die damit unter einem „gemeinsamen Nenner“, nĂ€mlich der Abgrenzung gegenĂŒber dem herkömmlichen Kulturbetrieb, acht Kulturzentren aus sieben europĂ€ischen LĂ€ndern vertraten und den internationalen KĂŒnstleraustausch bzw. die Zusammenarbeit der heimischen KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler mit europĂ€ischen Kolleginnen und Kollegin vorantreiben sollten. Wie lange diese Mitgliedschaft bestand, ist allerdings unklar.

VielfÀltiges Angebot
Von Rock ĂŒber Jazz, aber auch AusflĂŒgen in die Klassik, bis hin zu Literatur, Tanz, Theater und Kabarett – u. a. wurde im Posthof 1986 erstmals der Österreichische Kleinkunstpreis vergeben – reicht(e) das Angebot des Posthofs. Um den steigenden Besucherzahlen gerecht zu werden, wurde 1990 der Altbau durch den „Posthof II“ erweitert.

Autorin: Regina Thumser

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