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Die Musikpflege in den aufgehobenen Klöstern


Neben den alten Ordensstiften des Landes besteht eine Reihe von aufgehobenen Klöstern, deren Stiftskirchen samt einer reprĂ€sentativen Klosteranlage zum Großteil erhalten geblieben sind. Bei diesen Stiften handelt es sich durchwegs um sehr alte KlostergrĂŒndungen, die unter Kaiser Joseph II. in den 1780er Jahren oder am Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehoben wurden. Dabei wurden unzĂ€hlige KulturgĂŒter zerstreut oder zerstört, große Teile von Archiven und zahlreiche Dokumente zum Musikleben gingen verloren. Einige KlostergebĂ€ude kamen in Privatbesitz, wodurch die klösterliche Kulturtradition gĂ€nzlich abgerissen ist. Zudem kommt, dass die Musikpflege dieser aufgehobenen Stifte mit wenigen Ausnahmen nur in geringem Maß erforscht ist.

Die Kanoniker, Chorherren und Benediktiner widmeten sich vorwiegend der Seelsorge. Sie feierten in ihren Kirchen neben ihrer internen Klerus- bzw. Mönchsliturgie (Messfeier und Stundengebet) auch eine volksnahe Liturgie, die dem religiösen VerstĂ€ndnis und der Frömmigkeit der Bevölkerung entsprach. Die ursprĂŒnglich kontemplativ lebenden Zisterzienser, die ihre Klöster fernab von Siedlungen errichteten, durften hingegen den Laien nur zu besonderen AnlĂ€ssen den Zutritt in ihre Klosterkirchen erlauben. Dies ist auch an der vielfĂ€ltigen Überlieferung liturgischer Eigenheiten, von verschiedenen Eigenschöpfungen und der daraus resultierenden Musikpraxis abzulesen.

Mondsee (gegrĂŒndet 748, aufgehoben 1791)
Mondsee, eine benediktinische GrĂŒndung, ist das Ă€lteste Mönchskloster auf dem Boden des heutigen Oberösterreich. Dieses Kloster bewies mit seinem Skriptorium schon frĂŒh sein hohes Kulturpotential, das auch eine entsprechende Musikpflege in den klösterlichen Gottesdiensten ermöglichte. Aus diesem Skriptorium stammen die Ă€ltesten erhaltenen Neumenaufzeichnungen Österreichs (Beginn des 9. Jahrhunderts). Die Existenz einer Klosterschule zur Bildung der jungen Mönche darf man ebenfalls schon in dieser Zeit annehmen.

Das gesamte Kulturleben des Klosters Mondsse hatte zur Zeit des Humanismus auf Grund des Einflusses von UniversitĂ€tsstudien, welche die Konventualen absolvierten, ein hohes Niveau erreicht. Aus dem spĂ€tmittlelalterlichen Skriptorium sind zahlreiche liturgische Handschriften und Fragmente mit Notation und mehrere Handschriften musiktheoretischer Traktate hervorgegangen. 1475 zeichnete etwa der Mönch Caspar de Altenburg ein deutsches und ein lateinisches Lied mit Notation auf. Die Musiktraktate dĂŒrften Studierende von UniversitĂ€ten mitgebracht haben; die Aufzeichnungen weisen auf eine mehrstimmige Musikpraxis hin. Diese ist auch durch einige Notationsfragmente von Werken Jacob Obrechts, Heinrich Isaacs und Nicolaus Krombsdorffers bezeugt. Die SchĂŒler des um 1500 gegrĂŒndeten Klostergymnasiums waren in Figuralmusik unterwiesen.

Das liturgische Orgelspiel bezeugen zwei im 14. und 15. Jahrhundert aufgezeichnete OrgelstĂŒcke. Ein Osterspiel und ein deutsches Susannenspiel aus dieser Zeit sind ebenfalls erhalten. Von der auch Spörlsches Liederbuch genannten Mondsee-Wiener Liederhandschrift (A-Wn 2856) wurden in Mondsee mehrere Abschriften angefertigt.

In Mondsee wurden, so wie in anderen Klöstern, die SchĂŒler des Gymnasiums fĂŒr die Kirchenmusik herangezogen. 1597 bis 1599 baute Jonas Faber eine neue Orgel, 1678 lieferte Joseph Christoph Egedacher d. Ä. aus Salzburg eine Orgel, fĂŒr die Meinrad Guggenbichler das erhaltene GehĂ€use anfertigte, sowie ein Positiv. 1737 baute Johann Christoph Egedacher d. J. eine Chororgel.

Was die hier tĂ€tigen Komponisten betrifft, so ragt außer P. Caspar Stumbvoll († 1690) keiner der bekannten SĂ€nger, Musiker, Organisten oder Chorregenten durch besondere Leistungen heraus. Ein kleiner Teil der Musikalien blieb nach der Aufhebung noch im ehemaligen Stift tĂ€tig.

AltmĂŒnster
Von der nur im Jahr 903 genannten Abtei Trunseo, die man in AltmĂŒnster vermutet, ist nichts NĂ€heres zur Musikpflege bekannt. Das Kloster AltmĂŒnster ging bereits im 10. Jahrhundert wieder unter.

Traunkirchen (gegrĂŒndet 1020, 1572 aufgelöst, 1622 bis 1773 im Besitz der Jesuiten)
Vom Benediktinerinnenstift Traunkirchen sind außer einigen liturgischen Handschriften keine nennenswerten Daten zur Musikpflege bekannt.

Garsten (Kollegiatsstift 1108 in ein Benediktinerkloster umgewandelt, aufgehoben 1787)
Garsten erlebte schon frĂŒh eine kulturelle BlĂŒtezeit. Die angesehene Klosterschule und das ab der zweiten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts florierende Skriptorium lassen auf eine ebenso qualifizierte Musikpflege schließen. Aus dem 12. und 13. Jahrhundert sind mehrere liturgische Handschriften bzw. Fragmente, teilweise auch mit Neumen und Notation, erhalten. Als Besonderheiten können musiktheoretische Schriften und die Aufzeichnung des Liedes Dulce solum aus den Carmina Burana genannt werden.

Abt Johann Spindler setzte sich ab 1574 energisch fĂŒr die katholische Erneuerung zunĂ€chst innerhalb des Klosters ein. Die alte Klosterschule wurde in ein Gymnasium umgewandelt und fĂŒr die SchĂŒler und Konventualen wurden verschiedene Musikinstrumente angeschafft. Damit konnte auch rasch eine leistungsfĂ€hige Kantorei entstehen, die in der Klosterkirche, aber auch in den Pfarrkirchen von Garsten und Steyr, in der Burgkapelle in Steyr sowie in anderen Klöstern und StĂ€dten an hohen Festtagen mitwirkte.

Als im Jahr 1600 zwei Chorherren von Klosterneuburg den gerade in Steyr als Prediger tĂ€tigen Wiener Domherren Dr. Thomas Rueff in Garsten abholten, hielten sie ihre EindrĂŒcke von der dortigen Kirchenmusik in ihrem Reisebericht fest: „Im Kloster Garsten erlebte ich eine hervorragende Vesper und hörte dabei das aus Konventualen zusammengestellte Musikensemble, das mit verschiedenen Musikinstrumenten ausgestattet war.“

Das Stift hatte damals einige gute Musiker in Diensten, von denen uns nur aber einige wenige namentlich bekannt sind: der Organist Florian Kosorsky (~ 1589–1597), der anschließend bis um 1610 in Salzburg Domorganist war oder Jakob Bor, der bis 1597 als Kantor an der Klosterschule diente. In den nĂ€chsten beiden Jahrzehnten war die Kirchenmusik des Klosters vom Wirken des P. Sebastian Ertel (um 1550/60–1618) bestimmt.

Ein starker, noch ungenau abschĂ€tzbarer Einfluss auf das Musikleben ging zu dieser Zeit von der JesuitenfakultĂ€t in Graz aus, wo die meisten Konventualen Theologie studiert hatten; so wurden etwa neue Musikalien und kostbare, vorher unbekannte Musikinstrumente angeschafft. Ertels Kompositionen fĂŒr den Gottesdienst, die er z. T. beim MĂŒnchener Verleger Nicolaus Henricus drucken ließ, sind großteils mehrchörig angelegt und können dem in Venedig zur Zeit Giovanni Gabrielis gepflegten Stil zugeordnet werden. Als Organist wirkte neben Ertel auch P. Pangraz Gressinger († 1611).
UngefĂ€hr ein Jahr (1618–1619) war in Garsten der kaiserliche Hofkapellmeister Alessandro Horologio tĂ€tig. Dieser hatte auf Grund der politischen VerhĂ€ltnisse Böhmen verlassen und beim Steyrer Burggrafen gastliche Aufnahme gefunden.

1616 wurde in der Klosterkirche eine neue Orgel von einem Orgelbauer aus Steyr errichtet. Zu dieser Zeit wurde auch das Theater – einerseits zur Übung der KlosterschĂŒler, andererseits zur Verbreitung und Vertiefung des katholischen Glaubensgutes – im Stift und in der benachbarten Stadtpfarrkiche Steyr gepflegt. Bei diesen AuffĂŒhrungen spielte auch die Musik eine bedeutende Rolle.

Ab 1677 erfolgte der barocke Neubau der gesamten Klosteranlage, 1704 baute Johann Ignaz Egedacher fĂŒr die Stiftskirche eine zweimanualige Orgel, die 1780 Franz Xaver Chrismann um neun Register erweiterte. 1681 bis 1688 wirkte hier Franz Weichlein als Organist; als Chorregenten sind von etwa 1724 bis 1748 P. Robert Weigel sowie um 1748 bis 1752 P. Hieronymus Kapeller bekannt. P. Ernest Jakob Koch (1751–1815) wirkte von 1776 mit kurzer Unterbrechung bis zur Aufhebung 1787 als Regens chori und SchulprĂ€fekt.

Gleink (gegrĂŒndet 1123, aufgehoben 1784)
Die liturgischen Handschriften aus dem Benediktinerstift Gleink weisen großteils keine Notation auf, jene mit Notation sind nicht in Gleink entstanden; so wurde etwa ein neumiertes Brevier aus dem 13. Jahrhundert in Lambach und KremsmĂŒnster geschrieben.
SpÀtestens in der Mitte des 15. Jahrhunderts stellte man in Gleink einen Organisten an. So kamen etwa 1475 zwei Chorherren aus St. Florian zum Erlernen des Orgelspieles hierher. 1732 erhielt die Kirche eine neue Orgel von Johann Christoph Egedacher d. J.
Gleink blieb auch im Barock ein kleines Kloster. Als Komponist aus dieser Zeit ist P. Paulus Conrad († 1793) bekannt.
Bei der Aufhebung wurden die SĂ€ngerknaben abgefertigt, der Organist und die SĂ€nger in denselben Funktionen an der Pfarrkirche angestellt.

Ranshofen (gegrĂŒndet 1125, aufgehoben 1811 unter bayerischer Herrschaft)
Liturgische Besonderheiten wie ein Ludus paschalis (Osterspiel), ein Reimoffizium und eine Sequenz ĂŒberliefern die wenigen aus dem Augustiner Chorherrenstift Ranshofen erhaltenen liturgischen Handschriften und Fragmente aus dem Mittelalter. Neben dem liturgischen Choralgesang ist auch ein starkes Mitwirken der Stiftsschule an der Musikpflege sichtbar.

Im 16. Jahrhundert wurden die geistlichen Schulmeister durch weltliche Lehrer abgelöst, die ebenfalls mit ihren SchĂŒlern auch in der Kirche sangen. So wirkte hier vor 1550 etwa Mag. Johann Kappenstill, der spĂ€ter als Stadtschreiber in Passau zum Freundeskreis um den Komponisten Leonhard Paminger zĂ€hlte, welcher wiederum ein Freund Luthers war. (Die Schulkantorei in Ranshofen pflegte ĂŒbrigens auch protestantische Gemeindelieder.) Kappenstills Nachfolger, Mag. Stephan Vockenrieder, hat Paminger zwei Spruchmotetten gewidmet. Auch Pamingers Söhne Sophonias und Balthasar hielten Kontakte zum Stift Ranshofen. In dieser Zeit war hier auch schon eine Orgel vorhanden.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ĂŒbernahm wieder ein Geistlicher die Leitung der Schule, womit auch das Amt des Chorregenten verbunden war. Der erste namentlich bekannte war der Chorherr Philipp Vetterl, der 1620 Propst wurde. Er ließ eine Musikempore errichten und dort eine neue Orgel aufstellen. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wirkte der Komponist Sebastian Widerstain († vor 1667) als Stiftsorganist.

Die seit 1665 erworbenen Musikdrucke enthielten Werke von Johann Stadlmayr, G. Arnold, A. Hofer, Heinrich Iganz Franz Biber und Agostino Steffani. Die StiftsschĂŒler spielten hier auch Schuldramen. 1699 wurde zur 800-Jahr-Feier der Pankrazkapelle eine kleine Chororgel errichtet. Ein Bild des Festzuges anlĂ€sslich dieses JubilĂ€umsfestes ist bis heute erhalten.
Wilhelm Ganspeckh (1687–1770) war der erste und einzige Ranshofener Chorherr, der nachweisbar als Komponist tĂ€tig war. Nur wenige seiner Werke sind allerdings erhalten. Die Musikalien aus der Zeit um 1770 sind ebenfalls bis auf kleine Reste verschollen.

Suben (Kollegiatsstift 1126 in ein Augstiner Chorherrenstift umgewandelt, aufgehoben 1784)
Im Augustiner Chorherrenstift Suben ist im 12. und 13. Jahrhundert ein Skriptorium bezeugt. Aus dieser Zeit sind einige liturgische BĂŒcher, ein Missale (12. Jahrhundert) mit neumierten Sequenzen und ein neumiertes Antiphonar (um 1300) erhalten. Über die liturgischen Gepflogenheiten unterrichtet uns ein neumierter Liber Ordinarius aus dem 13. Jahrhundert, der spĂ€ter fĂŒr Vorau adaptiert worden ist. In Suben waren die Chorherren Martin Langreder († vor 1602) und Patrizius Eggerbacher (1682–1756) auch als Komponisten tĂ€tig. Von der Orgel (um 1760/70) ist lediglich das hervorragende RokokogehĂ€use von Martin Haller aus Passau erhalten.

Waldhausen (gegrĂŒndet 1147, aufgehoben 1792)
Aus dem Augustiner Chorherrenstift Waldhausen sind einige liturgische Handschriften, ein neumiertes Missale mit Sequentiar (14. Jahrhundert) und ein Osterspiel (16. Jahrhundert) ĂŒberliefert. Vermutlich ist (spĂ€testens) zu Anfang des 16. Jahrhunderts eine Orgel vorhanden gewesen, da 1502 der Waldhausener Chorherr Andreas im Stift Lambach Orgelunterricht erhielt.

In Waldhausen setzte Eusebius Ammerbach aus Augsburg 1592 die Orgel wieder in Stand. Im 2. Viertel des 17. Jahrhunderts wurde eine Chororgel errichtet, deren GehĂ€use heute in der Pfarrkirche Dimbach steht. Das erhaltene GehĂ€use der Hauptorgel mit der Jahreszahl 1677 ist anonym, das Klangwerk wurde nach der Klosteraufhebung in die Pfarrkirche Zell an der Pram ĂŒbertragen. Der letzte Dechant und Chorregent Josef Preglauer († 1803) war auch als Komponist tĂ€tig.

Baumgartenberg (gegrĂŒndet 1141, aufgelöst 1784, seit 1867 im Besitz der Schwestern vom Guten Hirten)
Das Musikleben des Zisterzienserstiftes ist mit einem erhaltenen neumierten Missale (2. HÀlfte des 12. Jhahrhunderts) und einer Sammelhandschrift mit Musiktraktaten (Ende des 12. Jahrhunderts) bezeugt. Allerdings ragt keiner der als Kantoren oder Chorregenden tÀtigen Konventualen in besonderer Weise heraus.
Um 1480 erhielt die Klosterkirche eine Orgel. Die heute noch weitgehend original erhaltene Orgel baute 1662 der Passauer Meister Johann Freundt; gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde diese um ein BrĂŒstungspositiv erweitert, um 1780 baute sie Lorenz Franz Richter um.

Engelszell (gegrĂŒndet 1293, 1786 aufgehoben, seit 1925 Trappistenkloster)
Vom Zisterzienserkloster Engelszell gibt es kein einziges musikalisches Dokument aus dem Mittelalter. Auch ist, abgesehen von den Namen einiger Kantoren und Chorregenten, nur wenig bekannt.
Zwischen 1760 und 1770 baute Franz Xaver Chrismann eine Orgel, die dieser allerdings mit einigen Erweiterungen 1784 in ein neu errichtetes GehĂ€use im Alten Dom (Ignatiuskirche) in Linz einbaute. Das historische OrgelgehĂ€use blieb in Engelszell. Nach der Aufhebung wurde der Stiftsorganist P. ThaddĂ€us Pichler (BĂŒhler) (1745-1809) Domorganist in Linz.

Spital am Pyhrn (gegrĂŒndet 1418, 1807 aufgehoben, bis 1809 Benediktinerstift)
Vom Kollegiatsstift Spital sind folgende musikalisch tĂ€tige Chorherren bekannt: Albert Elsendorfer (1356–1429), ehemals Schulmeister der Klosterschule in PrĂŒfening/Bayern als Musiker und Schreiber, Heinrich Lang (1395/1400–1463) als Regens chori und Organist, Wolfgang Zechner (1450–1489) als „scriptor et cantor“, Simon Kirchschlager (ca. 1450 Kirchschlag/NÖ-28. Mai 1515) als Organist. Demnach dĂŒrfte um die Mitte des 15. Jahrhunderts hier bereits eine Orgel vorhanden gewesen sein.
Vor 1640 ist in Spital Georg GĂ€rbĂ€rin als Organist und KĂŒchenmeister genannt. Ihm dĂŒrfte Johann Sigmund Freund nachgefolgt sein. Freund ist als Kanzleischreiber in Spital erwĂ€hnt; ab 1667 war er Organist im Stift Heiligenkreuz, von 1677 bis 1688 an der Stadtpfarrkirche Linz.

Der Kanoniker Balthasar Gottfried Beinsteidl (1637–1690) war auch Komponist. Daneben betĂ€tigten sich einige weitere Kanoniker als private Musiker.
Der Lehrer und Orgelbauer Valentin Hochleitner wirkte hier als Stiftsmusiker und baute 1770 in der Stiftskirche eine neue Orgel.

1807 wurde das Stift aufgehoben und den aus St. Blasien kommenden Benediktinern zur VerfĂŒgung gestellt, die 1809 allerdings nach St. Paul im Lavanttal ĂŒbersiedelten. In dieser Zeit war P. Mathias Ganther als Chorregent tĂ€tig, Franz Haller verblieb aber auch nach der Aufhebung hier als Organist.

Mattighofen (1438 gegrĂŒndet, aufgelöst im 17. Jahrhundert)
Mittelalterliche Choralhandschriften aus dem Kollegiatsstift Mattighofen sind nur in Fragmenten als Einbandmaterial erhalten. Die kirchenmusikalische TĂ€tigkeit der Stiftsschulmeister mit ihren SchĂŒlern ist dagegen durch Messstiftungen schon im 15. und 16. Jahrhundert bezeugt. Aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts sind durchreisende Musiker genannt, was auf eine mehrstimmige Musikpraxis hinweisen dĂŒrfte. 1582 ist die Zahlung eines Geldbetrages fĂŒr einen Schulmeister belegt, der dem Stift einige Kompositionen widmete.
Um 1630 sind hier der Rieder Orgelbauer Sebastian Polhammer sowie Marx Rottmayr mit Arbeiten an den Orgelinstrumenten genannt. Der laufende Ankauf von gedruckten Werken angesehener Meister lĂ€sst auf eine niveauvolle Kirchenmusik schließen; das bestĂ€tigt auch ein Musikalieninventar von 1726. Bis 1722 wirkte Christian Ramp als Chorleiter, Organist und Komponist an der Stiftskirche. Ab der Erhebung zur Propstei im Jahr 1685 besorgten Vikare und KaplĂ€ne statt der Kanoniker die Seelsorge, womit der Charakter des Kollegiatsstiftes allmĂ€hlich verloren ging.

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