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Literatur in Oberösterreich von 1900 bis 1945


Als literarische Strömungen bis zum Zweiten Weltkrieg sind für den deutschsprachigen Raum u. a. der Expressionismus oder der Dadaismus zu nennen, der zur Idee der Aufhebung natürlicher Sprachlogik führt. Das kritische Volksstück etwa eines Ödön von Horváth (1901–1938) entstand und Bertolt Brecht (1898–1956) brachte die Parabel auf die Bühne. In der Lyrik steht u. a. Erich Kästner (1899–1974) für die Neue Sachlichkeit.
In Oberösterreich dagegen lebte in der Literatur – fernab der Kulturmetropolen Wien, Berlin oder München – inhaltlich und formal v. a. das 19. Jahrhundert weiter. Ideologisch war der Großteil der Literaten dem rechten Flügel zuzuordnen. Die Zeit des Nationalsozialismus brachte dann auch in der Literatur dementsprechende Sympathiebezeugungen für das Naziregime bis hin zu Propaganda für das Dritte Reich. In dieser Zeit wirkte auch Richard Billinger (1890–1965).

Nicht zu vergessen ist für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts aber auch die vom Katholizismus geprägte Literatur. Für Oberösterreich ist besonders Enrica von Handel-Mazzetti (1871–1955) mit ihren im historischen und religiösen Kontext stehenden Werken zu nennen.
Ein singulärer Vertreter expressionistischen Schaffens stellt der in Wernstein am Inn lebende Grafiker und Maler Alfred Kubin (1877–1959) dar, der mit seiner einzigen Dichtung, dem Roman Die andere Seite, ein herausragendes Werk dieser literarischen Richtung schuf.

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