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Humanistische Dichtung aus Oberösterreich


Zahlreiche Gelehrte und Dichter in der Zeit des Humanismus kamen aus Oberösterreich, sie machten allerdings andernorts Karriere.

Gelehrte Dichter aus Oberösterreich an der UniversitÀt Wien
Georg von Peuerbach (eigentl. Aunpöck/Aunpeckh) (1423/Peuerbach–1461/Wien) schuf außer Meisterwerken wissenschaftlicher Sachprosa durchaus erwĂ€hnenswerte Dichtungen. In seinen Vorlesungen befasste er sich mit Vergil, Horaz und Juvenal. V. a. die seinem frĂŒh verstorbenen LieblingsschĂŒler Reimbert MĂŒlwanger gewidmeten Elegien sind Dokumente großer kĂŒnstlerischer und menschlicher SensibilitĂ€t.
Johann Stabius (Stöberer) (um 1460/Hueb bei Steyr–1522/Graz) kam 1497 an die UniversitĂ€t Wien. Gleichzeitig wurde er Berater des Kaisers Maximilian I. in wissenschaftlichen und literarischen Fragen. Er trat mit Oden auf österreichische Landesheilige hervor und verfasste die Verse zu der von Albrecht DĂŒrer illustrierten Ehrenpforte Kaiser Maximilians, einem monumentalen Werk aus Holzschnitten. Stabius' Vorarbeiten fĂŒr ein reprĂ€sentatives habsburgisches Geschichtswerk fĂŒhrten zu keiner abschließenden Publikation und wurden von anderen (Ladislaus Sunthaym, Johannes Cuspinian) verwertet. Seine bedeutendste Leistung erbrachte Stabius auf dem Gebiet der Kartographie.
Marcus Rustinimicus (Bauernfeind) aus Mondsee studierte in Wien und Krakau und wurde Professor sowie Dekan an der Wiener Artisten-FakultĂ€t. SpĂ€ter erhielt er aber eine Berufung an die St.-Mauritius-Schule OlmĂŒtz, wo er 1504 eine lateinische Schulgrammatik (Paedagogus grammatices) verfasste. Mit anderen OlmĂŒtzer Gelehrten fand er sich in der so genannten Sodalitas Maierhoviana zusammen.

RhetorikĂŒbungen
Die von dem Straßburger Akademie-Rektor Melchior Junius herausgegebenen akademischen RedeĂŒbungen gewĂ€hren einen aufschlussreichen Einblick in die Werkstatt eines Redelehrers des SpĂ€thumanismus. Zahlreiche junge Adelige und BĂŒrger aus Oberösterreich sind in diesen BĂ€nden mit teils bescheidenen, teils aber recht beachtlichen rhetorischen GesellenstĂŒcken vertreten.
Die meist lateinische Schulrede – oft auch in Form eines geistreichen Rededuells – entwickelte sich zur Kunstform als Bestandteil von literarisch-musikalischen Akademien, wie sie nach dem Vorbild italienischer accademie unter Abt Anton Wolfradt (1581/Köln–1639/Wien) im Benediktinerkloster KremsmĂŒnster zur BegrĂŒĂŸung vornehmer Besucher eingefĂŒhrt wurden. Derartige Veranstaltungen bestanden aus etwa zwölf Nummern; der rhetorische Beitrag bildete dabei den Mittelpunkt, dem poetisch-musikalische VortrĂ€ge vorangingen und folgten. WĂ€hrend seines Aufenthaltes in Oberösterreich war Abt Anton Wolfradt auch mit Johannes Kepler befreundet; dieser widmete ihm seine Epitome astronomiae Copernicanae.

Ausgehend von Tacitus- und Sueton-Interpretationen, beschĂ€ftigte sich der aus Oberösterreich stammende Straßburger Akademie-Professor Matthias Bernegger (1582/Hallstatt–1640/Straßburg) gemeinsam mit seinen Studenten so intensiv mit der Entwicklung staatstheoretischer und gesellschaftspolitischer Modelle, dass er als ein Hauptvertreter der politisch-historischen Philologie des SpĂ€thumanismus an der Schwelle des FrĂŒhbarock angesehen wird. Bernegger war Sprach-, Geschichts- und Staatswissenschaftler und als Förderer der aufkeimenden deutschen Dichtung gleichermaßen bedeutender SpĂ€thumanist.

Matthias Bernegger

Bernegger entstammte der Familie eines begĂŒterten HallstĂ€tter Ratsherrn und Richters. Beruflich wirkte er v. a. in Straßburg. Literarisch bedeutsam wurde er besonders durch seine lateinischen Reden sowie historisch-politischen Disputationen und Observationen, die er oft in Zusammenarbeit mit SchĂŒlern verfasste.

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Bernegger entstammte der Familie eines begĂŒterten HallstĂ€tter Ratsherrn und Richters. Sein Hauslehrer Wolfgang Pichler vermittelte ihm das Grundwissen fĂŒr einen höheren Bildungsgang und begleitete ihn als PrivatprĂ€zeptor an das Gymnasium in Wels. In der Folge studierte er Mathematik und war bereits mit 19 Jahren Magister. Inzwischen sah sich seine Familie im Zuge der Gegenreformation gezwungen, nach Regensburg zu ĂŒbersiedeln.
Nach kurzer Unterbrechung nahm Bernegger seine mathematischen Studien in Straßburg wieder auf und beschĂ€ftigte sich gleichzeitig mit rechtswissenschaftlichen und philologischen Fragen, Byzantinistik, Patristik, deutscher und französischer Geschichte sowie mit den Werken deutscher Humanisten und zeitgenössischer Staatstheoretiker. 1607 wurde er zum Lehrer am Straßburger Gymnasium und 1613 zum Professor fĂŒr Geschichte an der Straßburger Akademie (seit 1621 UniversitĂ€t) ernannt. 1626 bis 1629 hatte er zusĂ€tzlich die Lehrkanzel fĂŒr Rhetorik inne.

Auch nach seiner Übersiedlung nach Straßburg wirkte Bernegger durch seine regen Briefkontakte und mittelbar durch seinen SchĂŒlerkreis auf die geistesgeschichtliche Entwicklung Oberösterreichs ein. Mit Martin Opitz seit 1623 brieflich und spĂ€ter persönlich im Kontakt, gab Bernegger seine Begeisterung fĂŒr die deutsche Dichtung an seine SchĂŒler weiter, aus deren Kreis 1633 die Aufrichtige Gesellschaft von der Tanne in Straßburg entstand; er trug viel dazu bei, die durch den Hugenottenpsalter wirksam gewordenen neuen Formideale gleichsam in Umlauf zu setzen. Zwar wagte sich Bernegger auch an eigene Gedichte, doch fehlte ihm dafĂŒr das Talent.
Literarisch bedeutsam wurde er v. a. durch seine lateinischen Reden und historisch-politischen Disputationen und Observationen, die er oft in Zusammenarbeit mit SchĂŒlern verfasste. Viel beachtet wurde Berneggers mehrmals nachgedruckte Tuba pacis (1621), in der er fĂŒr die ZusammenfĂŒhrung der christlichen Religionen an die Öffentlichkeit eintrat. Die Erkenntnis der Wichtigkeit von MĂ€ĂŸigung und interkonfessioneller Versöhnung hat er nicht nur mit anderen ReprĂ€sentanten des österreichischen Protestantismus wie Reichard Strein und Johannes Crato gemeinsam, sondern auch mit Johannes Kepler, dem er sich 1607 als Famulus anbot. Bernegger besuchte ihn 1612 in Linz und lud ihn 1627 zu sich nach Straßburg ein.
Neben mathematischen Abhandlungen verfasste Bernegger auch eine lateinische Grammatik, erarbeitete kommentierte Ausgaben von Tacitus, Sueton und anderen lateinischen, griechischen und byzantinischen Historikern, ĂŒbersetzte zwei Abhandlungen von Galilei und edierte Werke von Luitpold von Bebenburg und Justus Lipsius. In stilistischer Hinsicht war Berneggers Vorbild das Latein des Justus Lipsius, das sich an Tacitus und Seneca orientierte und  eine Abkehr vom traditionellen Ciceronianismus bedeutete.

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Oberösterreicher als Rektoren

Heinrich von Starhemberg (1540/?–1575/Wildberg) war u. a. als Rector magnificus der UniversitĂ€t Wittenberg (1559) tĂ€tig. Zu seinen Nachfolgern im Wittenberger Rektorsamt zĂ€hlten Siegmund Ludwig von Polheim und Wartenburg (1545/?–1576/?), Andreas Wolf von Polheim und Wartenburg (1557/Wels–1592/Ottenschlag) und schließlich Hans Cyriak von Polheim und Wartenburg (1558/Wien–1582/begr. Katzelsdorf, Niederösterreich). Fast alles, was er in seinem kurzen Leben schrieb und dichtete, wurde unter dem Titel Ioannis Cyriaci Liberi Baronis in Polhaim et Wartenburg &c. Academiarum VVittebergensis & Rostochianae nuper Rectoris Orationes, Edicta scholastica, et Carmina im Druck herausgebracht (1577).

Die Liste oberösterreichischer Rektoren an deutschen UniversitĂ€ten setzt sich fort mit Johann Wilhelm von Zelking, dem Herrn zu Weinberg, auf Zelking, Dornach und Leonstein. Er war Rektor der UniversitĂ€t Frankfurt an der Oder (1580), wurde spĂ€ter kaiserlicher Rat, Landrat und 1595 Verordneter ob der Enns; 1604 kaufte er den Adelssitz Wartberg. Johann Christoph von Tschernembl (1565?/Schwertberg oder Windegg–1605/bei Krakau ermordet) leitete im Studienjahr 1582/83 die Akademie Altdorf bei NĂŒrnberg. In seiner Eigenschaft als Rektor veröffentlichte er die Emblemata Academiae Altdorfianae. Vor den versammelten Honoratioren der UniversitĂ€t Gießen hielt 1617 der erst 15-jĂ€hrige österreichische Adelige Georg Ludwig von Starhemberg (1602/Steyr?–1651/Schweidnitz, Schlesien) eine Oratio de maiestate imperii Romani (1617). FĂŒr druckenswert erachtete die Wittenberger UniversitĂ€t auch eine akademische Rede des Achaz Jörger aus Aschach (vermutlich kein Mitglied der gleichnamigen Adelsfamilie): In einer sachlich und sprachlich ausgewogenen, etwa 60-minĂŒtigen Ansprache in Latein, die den evangelischen StĂ€nden Oberösterrreichs gewidmet war, beleuchtete Jörger das Thema der Freundschaft (Oratio de amicitia, 1605).

Dichtkunst des Landadels
Der Landadelige Hans Joachim GrĂŒnthaler (1576/Kremsegg?– 1638/in WĂŒrttemberg) wurde 1606 Rektor des Collegium illustre von TĂŒbingen. Er verwirklichte die von seinem FĂŒrsten konzipierte Idee einer Ritterakademie und begann einen regelrechten Werbefeldzug fĂŒr seine Schule, indem er BroschĂŒren mit einer Abbildung des Kollegiums und dessen neue Statuten im Reich verbreiten ließ. In diesen Statuten zeigte sich eine Verschiebung des Schwergewichtes im Bildungsbereich von religiösen zu „ritterlichen“ Zielsetzungen; Fremdsprachen und Rhetorik bekamen mehr Gewicht, in den juridischen Vorlesungen Reichs- und Lehensrecht. GrĂŒnthalers Reform erwies sich als erfolgreich.

Trium linguarum vates – der Dichterkreis um Christoph Schallenberg
Wie Briefe des oberösterreichischen Ritters Hans Fernberger von Eggenberg (1556/in Oberösterreich–1600/Padua) ahnen lassen, beherrschte er Latein, Deutsch und Italienisch in ausreichendem Maß, um sich darin dichterisch ausdrĂŒcken zu können. Fernberger wurde im Juni 1574 an der UniversitĂ€t Padua immatrikuliert, unternahm Reisen durch Osteuropa – 1577 war er im Gefolge des Gesandten Joachim von Sinzendorf, der im Auftrag Kaiser Rudolfs II. zu Sultan Murat III. nach Konstantinopel reiste – sowie durch Afrika und Asien und wurde 1582 kaiserlicher Rat. 1595 schrieb er sich an der UniversitĂ€t Siena ein, diesmal bereits als Inhaber eines Amtes am Hof des kaiserlichen Statthalters in Österreich ob und unter der Enns. Außerdem trug er den Titel eines ErblandkĂ€mmerers von Österreich ob der Enns. Er starb im November 1600 in Padua. Fernberger sammelte mittelalterliche Epenhandschriften und Reisebeschreibungen. Eine der von ihm erworbenen Epenhandschriften benĂŒtzte er als Stammbuch (mit mehreren hundert Eintragungen). An Werken kennen wir von Fernberger allerdings nur wenig.

Der zweite immer wieder im Zusammenhang mit Schallenberg genannte Dichter ist der obderennsische Adelige Hans Seegger von Dietach. Von ihm ist uns ein gedruckter lateinischer Trauergesang auf den Tod des Dichters Christoph von Schallenberg (1598) bekannt.

Christoph von Schallenberg (17. Dezember 1561/Piberstein–25. April 1597/Wien) war der Ă€lteste Sohn des Wolf von Schallenberg, eines MĂŒhlviertler Adeligen evangelischer Konfession. Seinem Großvater Christoph verdankte Schallenberg eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr seinen Bildungsgang: die GrĂŒndung jener Lateinschule auf der Burg Luftenberg, aus der nach Ansicht mancher Gelehrter die obderennsische Landschaftsschule hervorging. Auf Seiten der Mutter, Leonore von Sprinzenstein, besaß Schallenberg in Paul und Hieronymus Ricius (geadelt: Sprinzenstein) literarisch begabte Ahnen. Nach dem Tod der Mutter (1565) heiratete Schallenbergs Vater 1568 die Steirerin Susanna von Eck. Auf ein akademisches Studium vorbereitet wurde Schallenberg an der Landschaftsschule in Enns bzw. Linz und an der Lateinschule des Johannes Wolf in Regensburg. An der UniversitĂ€t TĂŒbingen studierte Christoph von Schallenberg ab 1578 in Begleitung des Hofmeisters Mag. Johannes Spereisen.
1580 wandte sich Schallenberg nach Italien, um in Padua, Bologna und Siena Jus zu studieren. Von Siena aus unternahm er eine Reise nach Unteritalien, Malta und Sizilien; im Sommer 1583 kehrte er nach Österreich zurĂŒck. 1584 finden wir ihn im Hofstaat des Erzherzogs Matthias als Truchsess. Aufgrund eines ZerwĂŒrfnisses zog sich Schallenberg aus der unmittelbaren Umgebung Erzherzog Matthias’ zurĂŒck, blieb aber weiterhin dessen Panatier (Bannerherr).

1588 heiratete er Marusch (Margarete) von Lappitz (1560 /Zeillern–1614/Wien) – Tochter des Cornelius von Lappitz zu Zeillern (Niederösterreich) und der Barbara geb. von Tschernembl. Schallenberg kĂŒmmerte sich um die Herrschaft Seisenegg bei Amstetten, die Marusch geerbt hatte. Zu Seisenegg kam 1589 als erstes Kind Wolf Christoph zur Welt. Oft war Schallenberg im nahen Freidegg bei der Familie des Kunst- und LiteraturmĂ€zens Reichard Strein von Schwarzenau zu Gast. Ende August 1591 nahm Schallenberg an einer von Strein geleiteten Expedition auf den Ötscher teil; seinen Einstieg in die Ötscherhöhlen hielt er literarisch fest. Nach dem Verkauf von Seisenegg wohnte Schallenberg mit seiner Familie vorĂŒbergehend auf der Burg Ennsegg; hier wurde Ernst Christoph geboren, der jedoch schon im Jahr darauf starb.

Anfang 1593 kaufte Schallenberg seinem Verwandten Josef Sigharter die Herrschaft Leombach samt dem Sitz Weyer ab, baute die Burg Leombach um und schuf eine Quellgrotte fĂŒr Dichtersymposien. Die nahe Herrschaft Achleiten wurde ihm von den Sinzendorfern bis 1596 zur Nutzung ĂŒberlassen.
Dass Schallenberg im Mittelpunkt eines Freundeskreises dichterisch begabter Landadeliger stand, wird durch seinen Briefverkehr dokumentiert. In Leombach kam 1593 als dritter Sohn Georg Christoph zur Welt.
Kaum sesshaft, wurde Schallenberg 1594 zum kaiserlichen Regimentsrat ernannt, rĂŒckte zum Regenten der niederösterreichischen Lande auf und erhielt 1595 als Obrister Schiffmeister den Befehl, den Truppennachschub an die TĂŒrkenfront in Ungarn zu organisieren. Seine BrĂŒder Adam, Bernhard, Caspar und Hans fielen dort den KĂ€mpfen zum Opfer. Schallenberg ĂŒberließ die Verwaltung seiner LandgĂŒter dem Pfleger Hans Molnhofer; seine Familie ĂŒbersiedelte 1594 nach Wien. 1596 kehrte Schallenberg aus der verlorenen Schlacht von Erlau unverletzt nach Wien zurĂŒck. Hier erlebte er die Geburt seines Sohnes Carl Christoph. Ende 1596 gab Schallenberg die Landwirtschaft auf seinen GĂŒtern ob der Enns auf. Er stand wieder an der Front in Ungarn, wo er im April 1597 schwer erkrankte. In Wien starb er „am Reissen und Stein“.
Die Witwe heiratete 1601 Schallenbergs jungen Freund Job Hartmann von Enenkel, der 1604 die handschriftlich vorliegende Sammlung von Gedichten Schallenbergs anlegte.

Schallenberg schöpft in seinen Carmina aus dem gesamten Vorlagereservoir der neulateinischen Gelegenheits- und Gebrauchsdichtung seiner Zeit. Elemente des literarischen Manierismus erweisen ihn als eingebunden in Strömungen der Lyrik des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Wir finden bei ihm Beispiele fĂŒr alles, was als zukunftsweisend fĂŒr Stil und Wesen der neulateinischer und deutschen Lyrik des 17. Jahrhunderts gilt. Bei Schallenbergs Deutscher Poeterei handelt es sich in erster Linie um Liebeslyrik. Nachdem Schallenberg in Italien die poetische Handhabung einer modernen Sprache kennengelernt hatte, versuchte er sich  an Übersetzungen und Nachbildungen der Texte italienischer Villanellen und Kanzonen – bei weitaus schlichterer sprachlicher Gestaltung als in seinen lateinischen Gedichten –, bezog jedoch Elemente einer fortwirkenden Ă€lteren deutschen Tradition mit ein, die er um petrarkistische Ausdrucksformen erweiterte, um schließlich zu einer durchaus eigenstĂ€ndigen Aussage zu gelangen.
Außer den Liebesgedichten finden sich unter Schallenbergs deutschen Liedern zwei anlassgebundene Reimpaarreden und ein geistliches Trostlied in der Tradition des evangelischen Kirchengesangs. Dabei befolgt Schallenberg schon vor Martin Opitz weitgehend die Regel, dass in deutschen Gedichten metrischer und lexischer Akzent zusammenfallen sollten.

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