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Sichtbar und doch beschwiegen

Linzer „Hitlerbauten“ nach 1945


Nach dem Einmarsch US-amerikanischer Truppen am 5. Mai 1945 war der Krieg in Linz zu Ende. Allerdings stellte die Donau eine neue Grenzlinie dar, nachdem im Juli desselben Jahres russische Truppen Urfahr besetzt hatten. 22 Luftangriffe auf die Stadt hatten an zahlreichen Wohnbauten SchĂ€den hinterlassen, die in den ersten Nachkriegsjahren repariert wurden. Vor 1945 begonnene und nicht fertig gestellte Wohnbauten wurden nun nach alten PlĂ€nen vollendet, die „Hitlerbauten“ weitergebaut.

In der Aufbaueuphorie der Nachkriegsjahrzehnte wurde ĂŒber die „Hitlerbauten“ und ihre Geschichte kaum gesprochen, obwohl fast jede/r LinzerIn jemanden kennt, der in einem NS-Wohnbau lebt oder darin gewohnt hat. Stattdessen wurden heftige Auseinandersetzungen um die NS-ReprĂ€sentations-Architektur gefĂŒhrt. So stand der Umgang mit den BrĂŒckenkopfgebĂ€uden oder anderen Relikten aus der NS-Zeit zur Debatte: z.B. die von Hitler geschenkte Aphroditefigur, die bis 2008 auf dem Bauernberg stand und von der Stadt Linz entfernt wurde. Über die Wohnbauten wird allenfalls im Privaten, nicht jedoch in der Öffentlichkeit diskutiert.


Autorin: Sylvia Necker


"HITLERBAUTEN" IN LINZ. Wohnsiedlungen zwischen Alltag und Geschichte. 1938 bis zur Gegenwart. Ausstellung im NORDICO Stadtmuseum Linz vom 21. September 2012 bis 20. JĂ€nner 2013.

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