Forum OÖ Geschichte

Harbach-Siedlung 1941 und 2012

Wohnen in der „FĂŒhrersiedlung“


Nicht jeder konnte in eine Wohnung der neugebauten Siedlungen einziehen. Wohnungs- und Sozialpolitik waren in der NS-Zeit sehr eng gekoppelt und sorgten fĂŒr eine „Selektion“ der MieterInnen. Die Wohnungen wurden Werksangehörigen etwa der „Hermann-Göring-Werke“, MitarbeiterInnen der Post oder Eisenbahnern zugeteilt; nicht ohne vorher die Regimetreue oder (in vielen FĂ€llen) auch die familiĂ€re und gesundheitliche Situation zu prĂŒfen.

Denn die „Volksgemeinschaft“ basierte auf Inklusion und Exklusion, die eine vermeintlich „erbgesunde“, klassenlose und homogene „Volksgemeinschaft“ zum Ziel hatte. Zugleich sollten die Volksgenossen durch komfortable Wohnungen oder „Kraft-durch-Freude“-Reiseprogramme an das NS-Regime gebunden werden.

Studierende der Johannes-Kepler-UniversitĂ€t Linz haben sich im Sommersemester 2012 mit den verschiedenen Siedlungen, ihrer Architektur und der NS-Sozial- und Wohnungspolitik beschĂ€ftigt. Ihre Forschungsergebnisse prĂ€sentieren sie auf einer Website, auf der AusstellungsbesucherInnen hier im Raum recherchieren können.Desweiteren sind die Forschungsergebnisse in ein Wissensspiel zur Harbach-Siedlung eingeflossen, das einen eigenen Zugang zu den „Hitlerbauten“ in Linz schaffen soll.

Autorin: Sylvia Necker


"HITLERBAUTEN" IN LINZ. Wohnsiedlungen zwischen Alltag und Geschichte. 1938 bis zur Gegenwart. Ausstellung im NORDICO Stadtmuseum Linz vom 21. September 2012 bis 20. JĂ€nner 2013.

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