Forum O├ľ Geschichte

Die Br├╝cke im 20. Jahrhundert


Der B├╝rgerkrieg vom 12.-15. Februar 1934

Die Weltwirtschaftskrise 1929, die zunehmende Gewaltbereitschaft und das Aufl├Âsen der Demokratie f├╝hrten im Februar 1934 zum B├╝rgerkrieg. Nachdem 1933 das Parlament ausgeschaltet wurde, verloren die Sozialdemokraten ihre politische und wirtschaftliche Basis. Heimwehr, Bundesheer und Exekutive gingen scharf gegen die Sozialdemokraten vor.

Der B├╝rgerkrieg, der in ├ľsterreich 300 Todesopfer fordern sollte, begann in Linz. Der Schutzbundf├╝hrer Richard Bernaschek wehrte sich gegen die Eroberung der SP-Landesparteizentrale (Hotel Schiff, Landstr. 36). 8000 Schutzb├╝ndler und Sympathisanten k├Ąmpften aussichtslos gegen 14000 Mann des feindlichen Lagers. Die Eisenbahnbr├╝cke war bis in die Morgenstunden des 13. Februar umk├Ąmpft und die letzte Stellung, die von Schutzb├╝ndlern ger├Ąumt wurde.


Der immerw├Ąhrende Kampf ums ├ťberleben
Die Eisenbahnbr├╝cke wurde in Printmedien einerseits als Verkehrsfalle (O├ľN, Sonderseite, 17. April 1967), andererseits als notwendige Notbr├╝cke (├ľON, 23. Okt. 1968) beschrieben, die aufgrund des Fehlens einer zweiten Donaustra├čenbr├╝cke wesentlich zum Abbau des Linzer Verkehrschaos beitrug.

Nach der Er├Âffnung der Voestbr├╝cke am 16. Dezember 1972 sprach man von der ÔÇ×Eisenbahnbr├╝cke im AusgedingeÔÇť (O├ľN, 19. Dez. 1972), nur 8 Jahre sp├Ąter tr├Ąumte man vom vierspurigen Ausbau der Br├╝cke (O├ľN, 4. Okt. 1980). Techniker schlugen im Juli 1978 Alarm, dass in den kommenden 2-5 Jahren aufgrund der starken Rostsch├Ąden der Verkehr nicht mehr sicher ├╝ber die Br├╝cke setzen k├Ânne. Die Sanierung wurde 1981 begonnen, 1982 wurde die Br├╝cke wieder der ├ľffentlichkeit ├╝bergeben, aber schon 1994 sprachen Schlagzeilen wieder von der desolaten Br├╝cke (O├ľN, 2. Mai 1994).


Autorin: Ute Streitt


"Der Eiffelturm von Linz". Ausstellung zur Linzer Eisenbahnbr├╝cke in der Innovationsecke der Dauerausstellung ÔÇ×Technik Ober├ÂsterreichÔÇť im Schlossmuseum Linz, 2012.

 

 

 

 

 

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