Forum OÖ Geschichte

Das SanitÀtswesen im Ersten Weltkrieg


Die Entwicklung des FeldsanitĂ€tswesens unter den Habsburgern geht auf die Zeit der Landsknechtsheere von Kaiser Maximilian I. (1493-1519) zurĂŒck. Dort gab es bereits Ă€rztliches Personal. AnfĂ€nge des organisierten FeldsanitĂ€tswesens in Österreich gibt es seit der Regierungszeit von Maria Theresia (1740-1780), das noch verbessert wurde unter Kaiser Josef II. Erst 1859, im Krieg gegen Frankreich und Sardinien, begleitete jedes Korps eine SanitĂ€tskompanie. Diese bestand aus einem Arzt, SanitĂ€tern und 20 Fuhrwerken fĂŒr den Transport von SanitĂ€tsmaterial und den Transport von Verwundeten. Der SanitĂ€tsdienst war in Friedenszeiten der 14. Abteilung des Kriegsministeriums in Wien (Tuchlauben 8) zugeteilt.

Bei Kriegsausbruch 1914 wurde die sanitĂ€re Leitung der Armee im Felde vom Armeeoberkommando ĂŒbernommen.

Der SanitĂ€tschef war ein hoher MilitĂ€rarzt, der die oberste Leitung des gesamten SanitĂ€tsdienstes innehatte. Von 1914 – 1918 bekleidete diese Stellung Generalstabsarzt Dr. Johann Steiner.

Der SanitÀtsdienst bei den Truppen wurde von MilitÀrÀrzten und dem SanitÀtshilfspersonal gestellt, das sich aus EinjÀhrig-Freiwilligen Medizinern, SanitÀtsunteroffizieren, Bandagen- und BlessiertentrÀgern (leisten erste Hilfe den Verwundeten an der Front) zusammensetzt.

Bei den Verwundeten gibt es die Unterscheidung zwischen „Maroden“ (leicht Verwundete) und „Blessierten“ (schwer Verwundete).


Organisation:

  • FeldspitĂ€ler an der Front
  • Mobile ReservespitĂ€ler (meist fĂŒr 200 Patienten ausgelegt) ĂŒbernahmen die Schwerverwundeten und Schwerkranken aus den FeldspitĂ€lern.
  • FeldmarodenhĂ€user ĂŒbernahmen die Leichtverwundeten (meist fĂŒr 500 Patienten).
  • Mobile Krankenhaltstationen dienten der kurzzeitigen Ă€rztlichen Betreuung der Verwundeten und Kranken von der Front.
  • SanitĂ€tszĂŒge transportierten die Verwundeten ins Hinterland.
  • Reserve-Notspital und MilitĂ€rpflege - Einrichtungen waren im Hinterland der Front fĂŒr die Versorgung der Verwundeten geschaffen worden. Damals war die Bezeichnung „Lazarett“ noch nicht gebraucht worden; dieser Ausdruck wird erst im 2. Weltkrieg verwendet.


Quelle:

Tertschek, Johann: Das SanitÀtswesen der österreichisch-ungarischen Land- und SeestreitkrÀfte. Eigenverlag: Steyr 2006


"Lazarettstadt Bad Hall". Dokumentation der Sonderausstellung im Museum Forum Hall in der Museumssaison 2015/2016.

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