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Der römische Handel

Der Handel ist ein System des Tauschens: Produkte, die in einem Gebiet hergestellt werden, weil es dafür günstige Voraussetzungen gibt, werden in andere Gebiete getauscht oder verkauft. In der Provinz Noricum gab es vor allem Wälder, Bergwerke und Viehweiden. So wurde in unseren Bergen Eisen, Kupfer, Blei, Gold und Silber sowie Salz abgebaut. Diese Rohstoffe wurden in andere Regionen verkauft, getauscht oder gleich weiterverarbeitet. Die Tiere lieferten Wolle, aus der Stoffe gewebt und Kleider genäht wurden.

 

Die Händler, die Waren aus Italien nach Noricum und in andere Provinzen brachten, wurden durch Handelshäuser kontrolliert. An den Zollstationen, die sich an den Grenzen der Provinzen befanden, mussten sie Abgaben leisten.

 

Mit der Besetzung der Provinz Noricum wurde das Handelswesen stark ausgebaut: Lebensmittel, die aus fernen Ländern oder anderen Gebieten des römischen Reiches stammten, wie Fisch, fremde Gewürze oder Olivenöl wurden von Händlern in unsere Städte gebracht und auf Märkten verkauft. Dort traf man Händler, Kaufleute und Gewerbetreibende, die ihre Waren aus der ganzen Welt zum Verkauf anboten. Wenn Markttag war, herrschte ein buntes Treiben: Wein, Öl, Stoffe, Gewürze, Geschirr wurden laut schreiend angepriesen. Auch die Produkte der heimischen Bauern wurden auf den Märkten verkauft.

 

Als Zahlungsmittel diente römisches Geld. Schon vor den Römern waren keltische Münzen und Goldstücke anderer Stämme als Zahlungsmittel im Umlauf gewesen. Aber erst mit den Römern entstand ein umfassendes Münz- und Geldwesen, da diese in großen Städten über eigene Münzstätten verfügten, wo Münzen mit den Abbildungen der regierenden Kaiser oder ihrer Frauen geprägt wurden.

 

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