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Vergebliches Ringen um den Bestand der Reformation in Oberösterreich


Trotz der mehrheitlich evangelischen Bewohner war Oberösterreich offiziell ein katholisches Land, schließlich war der habsburgische Landesherr katholisch und das Land ob der Enns gehörte zur katholischen Diözese Passau. (Die Diözese Linz entstand erst viel spĂ€ter.)

1555 kam es zum so genannten Augsburger Religionsfrieden. Mit diesem wurde beschlossen, dass niemand aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den Evangelischen benachteiligt werden sollte. Allerdings sollte der Landesherr das Recht haben, die Religion seiner Untertanen zu bestimmen; die Entscheidung des Landesherren sollten die Menschen dann akzeptieren. Dieser Grundsatz heißt in Latein: cuius regio, eius religio („Wessen Land, dessen Religion“). Wollte sich jemand mit der Entscheidung des Landesherren nicht abfinden, hatte er das Recht, auszuwandern (ius emigrandi).

Maximilian II., der Nachfolger von Erzherzog Ferdinand, war den Evangelischen (auch Protestanten genannt) freundlich gegenĂŒber eingestellt. Doch 1576 kam der streng katholische Rudolf II. an die Macht und nun wurde die Lage fĂŒr die Evangelischen schwieriger, denn der Kaiser wollte aus Oberösterreich wieder ein rein katholisches Land machen. DafĂŒr wurde eine eigene Reformationskommission eingesetzt, die von Kardinal Melchior Klesl (auch: Khlesl) geleitet wurde. Nun begann die so genannte Gegenreformation.

1592 wurde auch wieder ein Katholik Landeshauptmann von Oberösterreich: Hans Jakob Löbl, der Herr der Greinburg. In den Pfarren wurden katholische Geistliche eingesetzt, die zum Teil aus Italien kamen, weil es hierzulande kaum mehr katholische Priester gab. Ebenso beschÀftigte man viele katholische Beamte. Gleichzeitig wurde nun begonnen, die MissstÀnde in der katholischen Kirche zu beseitigen, die Luther kritisiert hatte.

Gegen die Bestellung von katholischen Geistlichen lehnten sich in Oberösterreich vor allem auch die Bauern auf: Die Bauernkriege waren die Folge.

 

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