Forum O√Ė Geschichte

Ottokar II. und Rudolf I.


Nach dem Aussterben der Babenberger in der m√§nnlichen Linie entbrannte ein jahrelanger Streit um deren Erbe. Besonders Herzog Otto von Bayern und Ottokar II. PŇôemysl von B√∂hmen versuchten, √Ėsterreich an sich zu rei√üen. Ottokar r√ľckte in √Ėsterreich ein und wurde vom Adel freundlich empfangen, denn man hoffte unter seiner Herrschaft auf friedlichere Zeiten.
Um seine Machtstellung absichern zu k√∂nnen, heiratete Ottokar die fast doppelt so alte Babenbergerin Margarete. Nun stieg allerdings in Bayern, Polen und Ungarn die Angst, Ottokar w√ľrde ein neues Gro√üreich errichten, da er in der Zwischenzeit auch K√∂nig von B√∂hmen geworden war. So kam es u. a. zu K√§mpfen mit den Ungarn unter K√∂nig B√©la IV. Ottokar konnte diese aber besiegen und heiratete in der Folge sogar Kunigunde, die Enkelin des ungarischen K√∂nigs. Zuvor stimmte der Papst der Scheidung von der Babenbergerin Margarete zu.
Schlie√ülich erhielt Ottokar noch die Steiermark und bekam durch einen Erbvertrag mit dem kinderlosen Herzog Ulrich von K√§rnten und Krain (Slowenien) auch dessen Machtbereich √ľbertragen. Ottokars Reich war nun schon sehr gro√ü geworden.

1273 wurde allerdings nicht der m√§chtige Ottokar, sondern der eher unbedeutende Habsburger Rudolf I. zum K√∂nig des Heiligen R√∂mischen Reiches gew√§hlt. Dies f√ľhrte zu Spannungen mit dem B√∂hmenk√∂nig Ottokar. Rudolf sprach diesem das Recht ab, weiter √ľber √Ėsterreich zu herrschen, doch Ottokar weigerte sich, die ehemaligen Babenbergerl√§nder an Rudolf abzutreten. Nach und nach kehrten sich ‚Äď auch in Ober√∂sterreich ‚Äď viele Anh√§nger Ottokars von diesem ab und liefen zu Rudolf √ľber. Schlie√ülich konnte K√∂nig Rudolf Ottokar aus Ober- und Nieder√∂sterreich verdr√§ngen. In einer Schlacht gegen die Truppen Rudolfs bei D√ľrnkurt (Marchfeld) fiel der B√∂hmenk√∂nig Ottokar im Jahr 1278.

Der Habsburger Rudolf I. vergab die nun freigewordenen L√§nder an seine S√∂hne Rudolf II. und Albrecht I., der den Salzabbau im Salzkammergut besonders f√∂rderte. Somit fielen auch weite Teile des heutigen Ober√∂sterreich an die Habsburger. Nun begann in √Ėsterreich die Herrschaft der Habsburger, die bis 1918 dauern sollte.

Als Vertraute Rudolfs I. kamen die Herren von Wallsee nach Ober√∂sterreich. Eberhard IV. von Wallsee wurde 1288 Landrichter und residierte in der Linzer Burg. In der Folge wurde der Landrichter dann als Landeshauptmann bezeichnet, zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahre 1332. Die Wallseer erhielten fast 200 Jahre hindurch das Amt des Landeshauptmanns √ľbertragen und wurden zu einem m√§chtigen Geschlecht in Ober√∂sterreich. In dieser Zeit entwickelte sich Linz zu einer wichtigen Stadt im Land und wurde zu einer Art Hauptstadt sowie einem wichtigen Handelsplatz.

Neben den Wallseern waren die Schaunberger das mächtigste Adelsgeschlecht in Oberösterreich. Sie nannten sich nach ihrem Herrschaftsmittelpunkt, der Schaunburg bei Eferding.

 

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