Forum O√Ė Geschichte

√Ėsterreich wird Herzogtum


Im 11. und 12. Jahrhundert war Oberösterreich nach wie vor kein einheitliches Reich. Wie auch die angrenzenden Gebiete im heutigen Niederösterreich und in der Obersteiermark unterstand es dem Herzog von Bayern. Die Babenberger konnten sich aber immer mehr Macht sichern.
Besonders entscheidend daf√ľr war, dass sich der Babenberger Leopold III. im Investiturstreit - der gro√üen Auseinandersetzung zwischen K√∂nig und Papst um die Vormachtstellung - auf die Seite von K√∂nig Heinrich V. stellte. Dieser gab ihm als Dank daf√ľr seine Schwester Agnes zur Frau. Agnes war mit Friedrich von Staufen verheiratet, der aber verstorben war. Mit der Heirat von Leopold III. und Agnes befanden sich die Babenberger erstmals in einem engen Verwandtschaftsverh√§ltnis zu den Staufern, die bald K√∂nige und Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches werden sollten.

Der erste staufische K√∂nig Konrad III. √ľbergab nun den Babenbergern das Herzogtum Bayern, das er nach Auseinandersetzungen mit dem Geschlecht der Welfen diesen weggenommen hatte. Konrads Nachfolger, Friedrich I. Barbarossa, wollte den Streit zwischen Staufern und Welfen um Bayern allerdings beenden und gab den Welfen Bayern zur√ľck. Als Entsch√§digung daf√ľr wurde √Ėsterreich zum Herzogtum erhoben, die Babenberger wurden Herz√∂ge von √Ėsterreich und erhielten bestimmte Sonderrechte. Dies alles ist in einer eigenen Urkunde, dem so genannten Privilegium minus (1156), niedergeschrieben. Der ober√∂sterreichische Anteil am Herzogtum √Ėsterreich umfasste allerdings nur einen kleinen Teil des heutigen Bundeslandes, v. a. das Untere M√ľhlviertel.

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