Forum OÖ Geschichte

Quellen der Mittelalterforschung


Als historische Quellen bezeichnen wir im weitesten Sinn alle Zeugnisse (Überlieferungen), die ĂŒber vergangene AblĂ€ufe, ZustĂ€nde, Denk- und Verhaltensweisen informieren, d. h. letztlich ĂŒber alles, was sich in der Vergangenheit ereignet hat, was von Menschen gedacht, geschrieben oder geformt wurde. Daher kann jede Überlieferung, die etwas ĂŒber die Vergangenheit aussagt, eine historische Quelle sein. Zur Quelle wird dieses Zeugnis aber erst, wenn sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihr beschĂ€ftigen und daraus etwas ĂŒber die Vergangenheit erfahren wollen.

FĂŒr die Geschichte des Mittelalters existieren in erster Linie schriftliche Quellen: z. B. Urkunden (etwa von Kaisern, Königen und PĂ€psten), Stadtrechtsurkunden, Verwaltungsunterlagen von geistlichen und weltlichen Grundherren, Rechtsgutachten, JahrbĂŒcher aus Klöstern oder literarische Werke (z. B. Helmbrecht). Manche solcher Urkunden und Unterlagen (auch „Archivalien“ genannt) findest du im Oberösterreichischen Landesarchiv in Linz. Ein weiteres Archiv in der Landeshauptstadt ist das Archiv der Stadt Linz, das im Neuen Rathaus untergebracht ist.

Zu den schriftlichen Quellen zÀhlen weiters Inschriften auf Grabsteinen oder an Bauwerken (z. B. auf Steintafeln).

Als Quellen dienen auch bauliche DenkmĂ€ler (Kirchen, Burgen, HĂ€user) und bildliche Darstellungen. So kann man etwa auf Heiligendarstellungen aus dem Mittelalter einiges ĂŒber die Kleidung, die GebrauchsgegenstĂ€nde oder die Bauwerke der damaligen Zeit erkennen.

Schließlich sind noch die gegenstĂ€ndlichen Quellen zu erwĂ€hnen: AlltagsgegenstĂ€nde (z. B. Geschirr), Waffen oder Werkzeuge. Diese haben sich aus dem Mittelalter selten erhalten und werden meist nur von ArchĂ€ologinnen und ArchĂ€ologen ergraben.

 

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