Forum O√Ė Geschichte

Handwerk und Handel in mittelalterlichen Städten


Die Flussschifffahrt bildete bis weit in die Neuzeit hinein die wichtigste Verkehrsm√∂glichkeit. Allen voran ist hier nat√ľrlich die Donau als gr√∂√üter Fluss zu nennen. Die St√§dte Eferding, Linz und Enns (das nat√ľrlich auch vom gleichnamigen Fluss profitierte) konnten die Donauschifffahrt nutzen. Die damals bayerischen St√§dte Braunau und Sch√§rding liegen am Inn, Gmunden und Wels an der Traun und Steyr an der Enns. V√∂cklabruck konnte zumindest die Fl√∂√üerei auf der Ager nutzen, wohingegen Freistadt als einzige ober√∂sterreichische Stadt nicht an einem schiffbaren Gew√§sser liegt. Die beiden gro√üen Fl√ľsse Donau und Inn sorgten daf√ľr, dass bis weit hinein in das deutsche Gebiet und in die Alpen Handel getrieben werden konnte.

Aufgrund des √úbergewichts der Flussschifffahrt hatten im ober√∂sterreichischen Gebiet nur wenige Stra√üen Bedeutung f√ľr den Handel. Wichtig war vor allem die alte R√∂merstra√üe von Salzburg √ľber Enns nach Wien, die bei Linz √ľber Freistadt nach B√∂hmen abzweigte.

Die Produktion von Eisen und Salz war der wichtigste Wirtschaftszweig im mittelalterlichen Oberösterreich. Eisenwaren aus Steyr und Salz aus Hallstatt wurden in verschiedenste europäische Länder exportiert, allerdings waren nur bestimmte Städte zum Eisen- und Salzhandel befugt (Linz, Wels, Enns, Steyr). In manchen Städten (Braunau, Schärding, Eferding, Wels) hatte auch die Tuch- und Leinenerzeugung einen hohen Stellenwert.

M√§rkte hatten vor allem eine regionale Bedeutung und waren f√ľr die Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte n√∂tig. Das Marktrecht, das vom Landesf√ľrsten verliehen werden konnte, war ein begehrtes Privileg (Vorrecht).

Wichtiger als die Wochenm√§rkte waren die Messen. Diese Fernhandelsm√§rkte, welche zu bestimmten Terminen stattfanden, reichen mindestens bis in das fr√ľhe 10. Jahrhundert zur√ľck und hatten in Enns und Linz √ľberregionale Bedeutung. Das Jahrmarktsrecht geh√∂rte zu den begehrtesten Privilegien im Sp√§tmittelalter und setzte ein besonderes Wohlwollen des Landesf√ľrsten voraus.

Ab der Zeit der Babenberger wurden den ober√∂sterreichischen St√§dten regelm√§√üig gewisse Vorrechte zugestanden; diese reichten von Zoll- und Mautbeg√ľnstigungen bis hin zum Niederlags- bzw. Stapelrecht: H√§ndler, die in die Stadt kamen, mussten ihre Waren drei Tage lang zum Verkauf anbieten oder √ľber einen l√§ngeren Zeitraum ‚Äěstapeln‚Äú. St√§dtische Kaufm√§nner konnten in diesem Fall Waren g√ľnstig an- und verkaufen. Au√üerdem galt f√ľr alle landesf√ľrstlichen St√§dte die Bannmeile, die das Monopol (alleiniges Recht) der St√§dte im Umland etwa f√ľr das Bierbrauen sichern sollte. Neben diesen Privilegien hatten nur landesf√ľrstliche St√§dte das Recht, die Pyhrnpassstra√üe, die den k√ľrzesten Weg nach Venedig darstellte, zu benutzen.
Die engsten wirtschaftlichen Verbindungen unterhielten die ober√∂sterreichischen St√§dte nat√ľrlich mit Nieder√∂sterreich bzw. Wien, der Steiermark, Salzburg, Passau und dem K√∂nigreich B√∂hmen.

 

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