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Russische Zone


Russische Herrschaft im Mühlviertel
Zehn Jahre lang lebte die Bevölkerung des Mühlviertels unter der Herrschaft der russischen Besatzer. Heute erinnern sich die Bewohner des Mühlviertels an diese Zeit, die sehr hart, schwierig und gefährlich war, nicht mehr gern zurück.

Die Russen führten strenge Regeln im Land ein: Es gab Ausgangssperren, nach denen nach 22 Uhr niemand mehr auf der Straße sein durfte. Die Häuser der Mühlviertler Bevölkerung wurden für die Unterkunft der Besatzungstrupps beschlagnahmt; oft verlangten durchziehende Soldaten Lebensmittel oder Schnaps und waren verärgert, wenn sie nichts oder nicht viel bekamen. Dann konnte es schon passieren, dass sie sich selbst holten, was sie brauchten.

Verschleppungen
In sowjetisch besetzten Gebieten und auch im Mühlviertel wurden immer wieder überraschend und scheinbar grundlos Frauen und Männer verhaftet. Viele von ihnen wurden nach einer Verurteilung in sowjetische Lager verschleppt, wo sie mehrere Jahre eingesperrt waren und hart arbeiten mussten. Manche kehrten erst spät oder gar nicht mehr nach Hause zurück. Die Mühlviertler hatten ständig Angst vor diesen Verschleppungen.

Kinderfreundlich
Aber auch Gutes erzählt man von den russischen Soldaten: Zu den Kindern waren sie immer sehr freundlich und nett, sie beschenkten sie mit Süßigkeiten und Schokolade. Viele der Soldaten hatten selbst Kinder in ihrer weit entfernten Heimat und die Kinder der Österreicher erinnerten sie an ihre Familien zu Hause.

 

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