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Schwarzmarkthandel


Das Geld ist nichts mehr wert!
Einkaufen in der Nachkriegszeit war anders als heute: Das Geld war in den ersten Jahren nach dem Krieg nur sehr wenig wert. Die Preise stiegen sehr rasch. Man konnte selbst um viel Geld fast nichts kaufen. Lange Schlangen vor den GeschĂ€ften waren alltĂ€glich. Ohne Bezugsscheine konnte man die lebenswichtigen Dinge ĂŒberhaupt nicht oder nur auf dem Schwarzmarkt bekommen. So waren viele Leute gezwungen, sich dringend notwendigen Sachen auf dem verbotenen Schwarzmarkt zu kaufen. Aber auf dem Schwarzmarkt war das heimische Geld nichts wert.

INFO

Man nennt diese Entwertung des Geldes auch „Inflation“.

Teuer einkaufen
Die Produkte am Schwarzmarkt waren aber sehr teuer, weil es nur wenige Produkte gab, aber sehr viele Leute, die diese Produkte kaufen wollten. Man brauchte Dollar oder Dinge, die man tauschen konnte. FĂŒr ein StĂŒck Butter, etwas Zucker oder Brot wurde eine goldene Uhr oder ein Teppich gegeben („bezahlt“). Oft wurden am Schwarzmarkt auch gestohlene oder geschmuggelte Waren gehandelt.

Verbotener Verkauf
An bestimmten PlÀtzen in der Stadt gab es HÀndler und VerkÀufer, die heimlich wichtige Lebensmittel oder Dinge verkauften, die die Menschen dringend brauchten wie Butter, Speck, Schmalz und auch Zigaretten oder Medizin. Verboten war dieser Markt deshalb, weil die Menschen dort keine Steuern zahlten und ihre Produkte heimlich verkauften oder gegen WertgegenstÀnde eintauschten. Wenn jemand von der Polizei erwischt wurde, der Schwarzmarktprodukte verkaufte oder einkaufte, so kam ihn das teuer zu stehen: SchwarzhÀndler kamen ins GefÀngnis und EinkÀufern wurden die teuer erstandenen Produkte wieder abgenommen. So hatte man viel bezahlt und nichts bekommen!

Hamstern
Viele Leute gingen aufs Land und versuchten direkt bei den Bauern einzukaufen. Man nannte das „Hamstern“. Weil diese verbotener Weise eingekauften Waren (Brot, Fleisch, Eier 
) meist in RucksĂ€cken heim transportiert wurden, wurde ein Verbot des Rucksacktragens erlassen.

 

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