Forum O√Ė Geschichte

Kinderbetreuung und Schulen


Schule nach dem Krieg
In den letzten Kriegsmonaten gab es keinen Schulunterricht mehr. Nach dem Krieg waren vor allem die St√§dte voll von Fl√ľchtlingen und Soldaten, die keine Wohnung hatten. Viele wurden in den Klassenzimmern von Schulen notd√ľrftig untergebracht, sodass direkt nach dem Krieg der Unterricht unm√∂glich war.¬†

Als im Herbst 1945 der Schulunterricht wieder begann, mangelte es an R√§umen, und die wenigen Kassenzimmer befanden sich in sehr schlechtem Zustand: Die Schulb√§nke waren zum Teil verheizt worden, es gab keine Tafeln und keine Schulb√ľcher. Selbst Papier und Stifte zum Schreiben waren nicht vorhanden.

Im Winter war es in den Schulen schrecklich kalt, weil die Kohle zum Heizen fehlte. Die Sch√ľler sa√üen in den Klassen mit Hauben und Jacken und konnten vor lauter K√§lte kaum lernen. Aus demselben Grund wurde der Unterricht unregelm√§√üig durchgef√ľhrt. Wegen K√§lte oder Epidemien unter den Sch√ľlern verz√∂gerte sich auch der Beginn des Schulunterrichts in den ersten Nachkriegsjahren h√§ufig.
Auch an Lehrern fehlte es: Viele der Lehrer, die während dem Krieg unterrichtet hatten, durften nicht mehr als Lehrer arbeiten, weil sie durch den Nationalsozialismus beeinflusst waren.

Schulfunk
Ab J√§nner 1947 begann die Ausstrahlung der Schulfunksendungen des √Ėsterreichischen Rundfunks an alle √∂sterreichischen Sendergruppen. (Aber auch schon vor dem Krieg hatte es den Schulfunk gegeben.) In den Klassenzimmern wurden Lautsprecher angebracht, um den Unterricht ohne Schulmaterialien abhalten zu k√∂nnen.

Russisch- und Englischunterricht
Ein gro√ües Ziel der Besatzungsm√§chte war es, dass √Ėsterreicher und Deutsche die L√§nder und Kultur ihrer Besatzer kennen lernen sollten. Aus diesem Grund wurde in den russischen Besatzungszonen der Russischunterricht eingef√ľhrt. Im M√ľhlviertel, das von sowjetischen Soldaten besetzt war, mussten die Kinder von nun an in der Schule russisch lernen. Einfach war das nicht gerade, da man in der Sowjetunion die cyrillische Schrift verwendete und die Kinder nun neben der neuen Sprache selbst auch cyrillische Schriftzeichen lernen mussten. (Du findest bei den Bildern einen Ausschnitt einer russischen Zeitung, damit du dir vorstellen kannst, wie die cyrillischen Zeichen aussehen.)

In der amerikanischen Zone gab es die Amerikah√§user, die amerikanische Kultur und Lebensart vermitteln sollten. Der Englischunterricht, der heute bereits in der Grundschule beginnt, wurde w√§hrend der Zeit der amerikanischen Besatzung in √Ėsterreich eingef√ľhrt und bis heute beibehalten.

Kinderbetreuung im Freien
Auch die Betreuung der j√ľngeren Kinder war schwierig: Die Kinderg√§rten waren wie die Schulen anfangs von Fl√ľchtlingen und Soldaten besetzt. Deshalb wurden die Kinderg√§rten im Sommer kurzerhand ins Freie verlegt. Neben den bombenzerst√∂rten H√§usern spielten die Kinderg√§rtnerinnen mit den Kindern Kreis- und Ballspiele und versuchten sie so gut wie m√∂glich zu besch√§ftigen. Anders als heute gab es fast keine Spielsachen, keine Puppenstube und keine Malsachen. Man spielte Spiele, f√ľr die man keine Materialien brauchte wie¬† Tempelh√ľpfen oder ‚ÄěDer Kaiser schickt Soldaten aus‚Äú.

 

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