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Leben im Barackenlager


Lebensbedingungen
Das Leben in diesen Lagern, das eigentlich nur als Zwischenstation gedacht war, dauerte fĂŒr viele Familien oft jahrelang an. Die LebensverhĂ€ltnisse in den Barackenlagern waren besonders in der ersten Zeit katastrophal. In den schlecht isolierten Holzbaracken war es im Sommer heiß und im Winter kalt und feucht. Nur Ungeziefer wie Wanzen und Kakerlaken, die es in großer Zahl gab, fĂŒhlten sich bei diesen Bedingungen wohl. Die Menschen mussten dort auf engstem Raum zusammenleben, obwohl sie sich kaum oder gar nicht kannten.

Gemeinschaft
Das Lagerleben baute auf Gemeinschaft auf: Man teilte sich Bad und Toiletten, das Essen wurde in großen GemeinschaftskĂŒchen fĂŒr alle zubereitet. Es gab außerdem KindergĂ€rten, Schulen und Krankenstationen. Bestimmte AnlĂ€sse wie Weihnachtsfeiern oder andere Feste wurden gemeinsam gefeiert, was zu einer guten Gemeinschaft fĂŒhrte. Die Lager verfĂŒgten ĂŒber eigene GeschĂ€fte, VeranstaltungsrĂ€ume und sogar eigene Kirchen. Nach und nach entstanden Fußballklubs und Theatergruppen, die fĂŒr die Menschen etwas Abwechslung in den Lageralltag brachten.

Verbesserung der Situation
Nach und nach entwickelte sich eine dörfliche Struktur in den Lagern, die WohnflĂ€che fĂŒr die einzelnen Familien wurde grĂ¶ĂŸer und man gewöhnte sich an das Leben im Barackenlager. Ein schöner Anblick aber waren sie nicht. Dem Land Oberösterreich war es ein großes Anliegen, die Lager wegzuschaffen. So bauten ab den 1950er und 1960er Jahren immer mehr Genossenschaften Wohnungen fĂŒr die Lagerbewohner zu gĂŒnstigen Preisen, sodass die letzten Lager in Oberösterreich schließlich in den 1960er Jahren aufgelöst und die Leute in „normale“ Wohnungen umsiedeln konnten.

 

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