Forum OÖ Geschichte

Der oberösterreichische Bauernkrieg in den Jahren 1595–1597


In Sierning (bei Steyr) setzte der Bischof von Passau einen katholischen Priester ein, obwohl die meisten in der Gegend evangelisch waren. Oberösterreich gehörte damals noch zur Diözese Passau, daher konnte der Passauer Bischof dies tun. Doch die Bauern wollten sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden und wehrten sich. Der Aufstand breitete sich auf weite Teile Oberösterreichs und sogar nach Niederösterreich und auf die Steiermark aus.
Was als Kampf gegen eine Entscheidung des Bischofs begonnen hatte, wurde bald zu einem Aufstand gegen die Grundherren – die Bauern wollten nicht mehr, dass einfach über sie bestimmt wird. In vielen Teilen des Landes kam es zu bewaffneten Aufständen der Bauern: im Hausruckviertel, im Traunviertel sowie im Mühl- und Machlandviertel. Die Bauern besetzten sogar die Stadt Eferding.

DIE VIERTEL OBERÖSTERREICHS

Zur Zeit der Bauernkriege gab es in Oberösterreich das Traunviertel und das Hausruckviertel – diese Viertel bestehen heute noch. Ebenfalls bekannt war das Mühlviertel; dieses beschränkte sich aber auf den Teil, der heute als Oberes Mühlviertel bezeichnet wird und jenes Gebiet Oberösterreichs nördlich der Donau umfasst, welches westlich von Linz liegt. Dagegen wurde jener Teil des heutigen Mühlviertels, der östlich von Linz liegt, Machlandviertel genannt. Das Machland ist eine fruchtbare Ebene an der Donau zwischen Mauthausen und Grein.

Doch die landständischen Truppen (siehe Infbox) schlugen zurück. Sie nahmen Eferding ein und vertrieben die Bauern aus der Stadt. Einen Monat später siegten die Bauern aber bei einer Schlacht in Neumarkt am Hausruck. Daraufhin folgte ein grausames Strafgericht, bei dem 27 Bauern erhängt wurden.

DIE STÄNDE IM OBERÖSTERREICHISCHEN LANDTAG

Die Herrschaft in Oberösterreich übten die habsburgischen Landesfürsten aus. Doch gab es im Land auch den Landtag, der eine Art „Parlament“ darstellte und der bestimmte Rechte besaß. So wurden dort wichtige politische Fragen besprochen und die Steuern, die der Landesfürst für die Abwicklung seiner Aufgaben und für die Kriegsführung benötigte, wurden verhandelt. Im Landtag waren mehrere Stände vertreten: Prälaten, Herren, Vertreter bestimmter Städte. Die meisten Mitglieder die Stände kamen aber aus dem Adel.

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