Forum OÖ Geschichte

Landwirtschaft


Besonders in der Landwirtschaft haben sich viele Bereiche der Arbeit grundlegend gewandelt, denn noch bis vor etwa 50 Jahren wurde für das Bestellen der Felder (das heißt für den Anbau, die Bodenlockerung und Düngung des Bodens und die Ernte) die Hilfe sehr vieler Menschen benötigt, da die meisten Tätigkeiten händisch erledigt werden mussten.

Beispielsweise wurden bei der Getreideaussaat die Samen händisch auf die Felder gestreut – heute macht das viel gleichmäßiger und mit unvergleichlicher Geschwindigkeit eine vom Traktor gezogene Sämaschine. Zur Bearbeitung des Bodens werden zwar schon seit Beginn der Sesshaftwerdung der Menschen in der Jungsteinzeit einfache Pflüge und andere Geräte verwendet und auch der Einsatz von Ochsen oder Pferden blickt bereits auf eine lange Tradition zurück, jedoch war dies im Vergleich zu heute eine sehr anstrengende und zeitaufwändige Tätigkeit und jedes Tier musste natürlich von einem Menschen begleitet werden.

Getreideernte

Besonders viele Helfer benötigte man für die Getreideernte, bei der ein aufwändiger Arbeitsschritt auf den anderen folgte: Das mit Sensen oder Sicheln gemähte Getreide musste zu Garben (Bündeln) gebunden werden, die zum Trocknen aufgelegt und schließlich mit Pferd und Wagen zum Bauernhof transportiert wurden. Dort wurden diese auf der Tenne aufgelegt und mit sogenannten Dreschflegeln oder Dreschstöcken geschlagen bzw. später durch dampf- oder motorbetriebene Dreschmaschinen getrieben, sodass sich das Getreide von den Ähren und den Halmen löste. Zur Säuberung des Getreides von der Spreu (das sind die feinen Schalen) und der losen Strohhalme nahm man sich den Wind zuhilfe, der bei geöffneten Türen durch die Tenne zog. Während der Wind die leichteren Elemente von der Tenne blies, blieben die schwereren Getreidekörner übrig und konnten eingelagert, getrocknet, in Säcke gefüllt und zu Schrot (für Futter) oder zu Mehl (zum Brotbacken) gemahlen werden. Die großen Mähdrescher wie wir sie heute kennen, können all diese Arbeitsschritte, die sich früher über viele Wochen, oder beim händischen Dreschen sogar über Monate hinzogen, an einem einzigen Tag erledigen.

In einigen wenigen Museen - zum Bespiel im Freilichtmuseum Stehrerhof in Neukirchen an der Vöckla - wird jedes Jahr im Herbst eine Druschwoche veranstaltet, wo man diese alte Technik des Dreschens noch erleben kann.

Kühe melken

Oder habt ihr schon einmal gesehen, wie heute auf einem modernen Bauernhof die Kühe gemolken werden? Während sich früher der Bauer oder die Bäuerin zweimal täglich mit einem Melkschemel – einem kleinen Hocker – neben die Kuh setzten und mit kräftigen rhythmischen Drück- und Streichbewegungen die Zitzen in einer ganz bestimmten Technik massierten, um die Milch herauszudrücken, erledigt das heute ein so genannter Melkautomat. Dort bekommen die Kühe Futter, damit sie stillhalten, ein Computer überprüft, wann die Kuh zuletzt gemolken wurde und wenn der zeitliche Abstand zur letzten Melkung in Ordnung ist, wird die Kuh erneut vom automatischen Melksystem gemolken – ohne einen einzigen Handgriff des Bauern. Dieser muss zwar immer wieder kontrollieren, ob in seinem Stall alles in Ordnung ist und ob alle Kühe gesund sind, aber täglich mehrere Stunden Melkarbeit im Stall kann er sich nun sparen. Diese Maschinen sind jedoch in der Anschaffung sehr teuer und eher nur für größere Betriebe leistbar.

Text: Elisabeth Kreuzwieser

 


Im Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt wurde von Anfang Dezember 2015 bis Ende Jänner 2016 zum Thema "Arbeit im Wandel der Zeit" eine Fotoausstellung von Josef Danninger gezeigt.

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