Forum O√Ė Geschichte

Hauswirtschaft

Wäschewaschen

Dass W√§schewaschen einmal Schwerstarbeit und sehr zeitaufw√§ndig war, kann man sich kaum vorstellen, da uns heute die Waschmaschine fast die ganze Arbeit in einem einzigen Arbeitsvorgang abnimmt. Bis in die 1950er Jahre jedoch waren die so genannten Waschtage, die eigens f√ľr das W√§schewaschen reserviert waren, sehr arbeitsintensive Tage. Wie so ein Waschtag ablief, soll hier kurz beschrieben werden, damit du eine Vorstellung davon bekommst:

Die schmutzige W√§sche wurde zuerst in kaltem Wasser (mit Aschenlauge) eingeweicht, danach mit Kernseife (das war ein grobkantiges Seifenst√ľck) eingeseift und mit einer B√ľrste auf der Waschrumpel fest bearbeitet und geschrubbt. In einem gro√üen Wasserkessel wurde die W√§sche schlie√ülich ausgekocht. Bei besonders schmutzigen Stellen oder W√§schest√ľcken musste dieser Vorgang mehrmals wiederholt werden. Eine kleine Erleichterung brachte der so genannte W√§schestampfer, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitete, und der bis in die 1970er Jahre benutzt wurde. Die W√§sche war nun gewaschen, aber die Reste der Seife oder Lauge musste noch entfernt werden.
Das Ausschwemmen der W√§schest√ľcke erfolgte an einem nahegelegenen Bach oder Fluss im eiskalten Wasser, wo so genannte Waschstege errichtet wurden. Besonders im Winter war dies eine schmerzhafte Angelegenheit. Die H√§nde wurden zwischendurch immer wieder in hei√ües Wasser getaucht, um sie zu w√§rmen. Damit die wei√üe W√§sche nicht grau wurde, musste sie im Sommer auf den Wiesen ausgebreitet und in der Sonne ‚Äěgebleicht‚Äú werden.


Bodenpflege

In jedem Haus und in jeder Wohnung gibt es heute einen Staubsauger, mit dem der Boden sehr rasch und bequem wieder ges√§ubert und vom Staub befreit werden kann. Fr√ľher war das nicht so, denn obwohl der Staubsauger bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurde, war dieser bis zur H√§lfte des 20. Jahrhunderts noch ein Luxusger√§t, das sich nur sehr wenige Familien leisten konnten.

Die B√∂den wurden daher mit dem Besen gekehrt und mit B√ľrsten und Aschenlauge fest geschrubbt, sodass die sie wieder sauber und rein wurden. Die Bodenreinigung war eine sehr buckelige und anstrengende T√§tigkeit. Teppiche mussten mit dem Teppichklopfer auf der Klopfstange aufgeh√§ngt oder im Winter in den Schnee gelegt und fest ausgeklopft und auf diese Weise vom Staub und Schmutz befreit werden.

Text: Elisabeth Kreuzwieser

 


Im M√ľhlviertler Schlossmuseum Freistadt wurde von Anfang Dezember 2015 bis Ende J√§nner 2016 zum Thema "Arbeit im Wandel der Zeit" eine Fotoausstellung von Josef Danninger gezeigt.

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