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Bautätigkeiten


Hast du schon mal bei der Arbeit auf einer Baustelle zugesehen? Es ist faszinierend und beeindruckend, wie rasch ein Bagger ein riesiges Loch aushebt, einen schmalen Graben zieht oder wie ein Kran tonnenschwere Baumaterialien m√ľhelos viele Stockwerke hochhebt. Auch wenn die Arbeit am Bau nach wie vor sehr anstrengend ist, so erforderten diese Arbeiten fr√ľher einen wesentlich h√∂heren Kraftaufwand.

Hausbau und Dachdecken

Auch verwendete die l√§ndliche Bev√∂lkerung zum Teil ganz andere Baumaterialien als heute √ľblich: Zum Bau von H√§usern benutzte man f√ľr Bauernh√∂fe oder kleine Einfamilienh√§user etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts Granitsteine, Ziegel und viele Steinreste - man verbaute alles, was zur Verf√ľgung stand. Sehr deutlich zeigt dies das Bild rechts in der Bildleiste. Dass das nicht f√ľr Kirchen, Kl√∂ster oder andere weltliche Bauten bzw. f√ľr H√§user in den St√§dten gilt, sollte hier aber auch erw√§hnt werden. Wo genug Geld vorhanden war, wurden Steinmetze und Baumeister beauftragt und es wurden schon zur Zeit der Griechen und R√∂mer architektonische Meisterwerke geschaffen. Ihr habt sicher schon einige Beispiele davon kennenglernt.

Die Dächer deckte man noch bis zu Beginn des vorigen Jahrhunderts durchwegs mit Stroh. Ein Strohdach konnte bis zu 30 Jahre halten, ohne dass Feuchtigkeit ins Haus eindrang. Nicht schlecht, oder? Dazu musste man aber die Technik des Strohdachdeckens beherrschen. Die Strohdächer wurden nach und nach verboten, weil Stroh, wie ihr sicher wisst, sehr leicht brennt und durch Blitzeinschläge, Unvorsichtigkeiten oder auch Brandstiftung immer wieder Häuser und ganze Dörfer zerstört wurden.

Straßenbau

Der Stra√üenbau liefert ebenfalls ein Beispiel, wo sich vieles ge√§ndert hat. Lange Zeit gab es haupts√§chlich in den St√§dten, in gr√∂√üeren Orten und auf besonders wichtigen Verbindungswegen befestigte Stra√üen ‚Äď zumeist waren dies so genannte Kopfsteinpflaster ‚Äď das sind jene Wege, die aus kleinen Steinquadern gebaut sind und die beim Dr√ľberfahren sehr laut sind und sich ziemlich holprig anf√ľhlen. Diese Art der Wegbefestigung hat schon eine sehr lange Tradition und sie war sogar schon den R√∂mern vor 2000 Jahren bekannt. Die Geschichte des Stra√üenbaus reicht aber noch weiter zur√ľck ‚Äď vor allem waren Stra√üen wichtig f√ľr den Handel ‚Äď zum Transport der Waren ‚Äď und f√ľr milit√§rische Zwecke, um ein Vorw√§rtskommen der Heere und Soldaten zu garantieren. Nach einem R√ľckschritt in der Zeit des Mittelalters, wo das Wissen um die Technik des Stra√üenbaues wieder ein wenig verloren ging, kam ein erneuter Aufschwung im 18. Jahrhundert. Seit dem verbessert sich die Technik fortw√§hrend, aber nichts desto trotz ist der Stra√üenbau bis heute eine der anstrengendsten T√§tigkeiten, vor allem auch, weil sie immer im Freien und bei nahezu jedem Wetter ausge√ľbt wird.
Auch die moderenen Asphaltstra√üen, die heute t√§glich benutzen, m√ľssen laufend erneuert werden, da sie durch den starken Verkehr besonders stark beansprucht und au√üerdem von der Hitze im Sommer und der K√§lte im Winter angegriffen werden und daher immer wieder "geflickt" werden m√ľssen. Besonders am Land findet man viele Stra√üen, die aussehen wie ein "Fleckerlteppich", das hast du sicher schon oft gesehen.

Text: Elisabeth Kreuzwieser

 


Im M√ľhlviertler Schlossmuseum Freistadt wurde von Anfang Dezember 2015 bis Ende J√§nner 2016 zum Thema "Arbeit im Wandel der Zeit" eine Fotoausstellung von Josef Danninger gezeigt.

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