Forum O√Ė Geschichte

Der Bundschuh, 16. Ausgabe, 2013

Der Bundschuh. Heimatkundliches aus dem Inn- und Hausruckviertel. 16. Ausgabe, Ried im Innkreis 2013. 184 Seiten.


Wie jedes Jahr erscheint auch heuer wieder ein neuer Band der Schriftenreihe des Museums Innviertler Volkskundehaus ‚ÄěDer Bundschuh‚Äú. Der 16. Band bietet mit seinen 26 Beitr√§gen wieder ein vielf√§ltiges Bild kultureller, heimatkundlicher und historischer Erkenntnisse, erarbeitet von begeisterten, durchwegs ehrenamtlichen Forschern und Privatgelehrten.

Sabine Greifeneder setzt ihre Spurensuche nach der r√∂merzeitlichen Stra√üenverbindung von Tergolape (Schwanenstadt) nach Boiodurum (Passau) fort und nimmt den Abschnitt zwischen Pram und Enzenkirchen genau unter die Lupe. Wilhelm Mahler berichtet von Resten der mittelalterlichen Burg, die einst die Herren von Holzleithen errichtet hatten. Der schicksalhaften Geschichte der Burg Sch√§rding ist Rudolf Le√üky auf den Grund gegangen. Auf seinen Forschungen basiert das naturalistische Burgmodell, das erst k√ľrzlich der √Ėffentlichkeit vorgestellt wurde. Die gotischen Kirchen in der Umgebung von Ried mit ihren Kreuz- und Sternrippengew√∂lben untersuchte Oswin Rutz.

Vor 400 Jahren wurde Grieskirchen zur Stadt erhoben. An dieses historische Ereignis erinnern die Beitr√§ge von Johann Gro√üruck und Brigitte Kreuzhuber-Macaria. Einem ‚ÄěJubil√§um‚Äú ganz anderer Art ‚Äď n√§mlich dem letzten Aufflammen der Pest vor 300 Jahren im Markt Ried und im Hausruckviertel widmet sich Peter Fu√ül. Die Geschichte des Wiesheilands sowie dessen Verbreitung erforschten Hans Klaffenb√∂ck, Brigitte Heilingbrunner und Wolfgang Auer.

Irene und Christian Keller fanden im Archiv von Tollet ein hochinteressantes B√ľchlein aus dem 18. Jahrhundert, das den damals tiefen Aberglauben dokumentiert. Es beschreibt, wie man mit Hilfe von Geistern und D√§monen einen Schatz heben kann und wie man sich allein durch das Mitsichtragen des B√ľchleins vor Feuer-, Wasser-, Pest-, Unwetter- und Hagelgefahr sch√ľtzen konnte.

Im 11. Band des Bundschuh war Willibald Ernst den Innviertler Spuren im Stubenberger Gesängerbuch nachgegangen. Die Vermutung, dass der darin erwähnte Ort Weng im Innkreis sein könnte, bestätigte im darauffolgenden Band Gerald Ecker, und nun konnte Willibald Ernst den bislang unbekannten Schreiber identifizieren. Es ist der Hadernsammler Philipp Lenglachner, geboren 1769 im damals noch bayerischen Weng.

Mit Bahrtuch und Totenkrone als Utensilien fr√ľherer Begr√§bnisriten setzt sich Matthias Huber auseinander und dem 250 j√§hrigen Bestehen des Textilgesch√§fts Ammerer widmet sich Leopold Heinrich Ammerer.

Untrennbar mit dem Namen Kränzl verbunden sind in Ried der Beginn des Druckereiwesens und die Entstehung eines Musikalienverlags, in dem 1865 immerhin Anton Bruckners Germanenzug erschienen ist. Kurt Raminger und die junge Musikwissenschafterin Sandra Föger haben sich dieser Themen angenommen.

Erinnert wird im neuen Bundschuh auch daran, dass vor 200 Jahren, am 8. Oktober 1813, in Ried Weltgeschichte geschrieben wurde. Das K√∂nigreich Bayern trat mit der Unterzeichnung des Rieder Vertrags ‚Äď wenige Tage vor der V√∂lkerschlacht bei Leipzig ‚Äď aus dem Rheinbund aus und der Allianz gegen Napoleon bei. Beate Falter hat den in franz√∂sischer Sprache abgefassten Vertrag √ľbersetzt.

An den 200. Geburtstag des Innviertler Mundartdichters Ludwig Luber aus Aurolzm√ľnster erinnert Franz Maier und mit dem spektakul√§ren Mordprozess der Anna Dopf aus Eberschwang hat sich Herwig Leibinger auseinandergesetzt.
Den Disput √ľber den Reichsadler am Hochaltar der Sch√§rdinger Pfarrkirche, in dem sich die wechselvolle Geschichte des Innviertels spiegelt, analysiert Josef Weichenberger.

Um die durch den Eisenbahnbau abgetrennte Ortschaft Wegleiten wieder mit der Stadt Ried zu verbinden, entstand 1906 eine Eisenkonstruktion √ľber die Gleise. Das m√ľhsame Entstehen dieses Fu√üg√§nger√ľbergangs hat Heinz Forstinger untersucht. Fritz Kammerer erz√§hlt von seiner Gro√ümutter, die in Ried die letzte Botin mit einem Pferdefuhrwerk war. In der Zeit als private Kraftfahrzeuge noch eine Seltenheit waren, fuhr sie vom Standort Stelzhamerplatz aus in viele Innviertler Gemeinden, um diese Orte mit den ben√∂tigten Waren zu beliefern oder umgekehrt auch Waren nach Ried zu transportieren. Im Beitrag ‚ÄěDa Budamann und ¬īs Oawei‚Äú erinnert Irmgard Mair an zwei ausgestorbene Gewerbe.
Max Kislinger, dem in Ried seit kurzem eine Stra√üe gewidmet ist, hat in der Zwischenkriegszeit begonnen Geh√∂fte ‚Äď vor allem die Holzh√∂fe des Innviertels ‚Äď zu zeichnen und zu fotografieren. Wolfgang Danninger analysiert diese Dokumentation und stellt die Fotos dem heutigen Zustand der Objekte gegen√ľber.

Den Abschluss der reichbebilderten Publikation bilden traditionellerweise die naturkundlichen Beitr√§ge. Was Steine erz√§hlen k√∂nnen schildert August H√∂tzinger und Johanna Samhaber berichtet vom Waldkauz und seinen Beutetieren. Der Beitrag von Michael Hohla √ľber den Neuen Rieder Stadtpark und seinen Pflanzen im Wechsel der Jahreszeiten wird so manchen Besucher dazu bewegen, auch den kleinen Pflanzen am Wegesrand die ihnen geb√ľhrende Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Bundschuh. Heimatkundliches aus dem Inn- und Hausruckviertel. 16. Ausgabe, Ried im Innkreis 2013.
Hardcover-Buch mit cellofaniertem √úberzug
Format: 21x28 cm,
Umfang: 184 Seiten, durchgehend 4-färbig gedruckt
Preis per St√ľck: ‚ā¨ 19,-- + Porto- und Versandkosten

Bestellmöglichkeit:
Moserbauer Druck & Verlag
Postfach 161
A-4910 Ried im Innkreis

Der neue Bundschuh ist au√üerdem im Museum Innviertler Volkskundehaus (Tel. 07752/901-301) und in den Rieder bzw. Sch√§rdinger Buchhandlungen zum Preis von ‚ā¨ 19,00 erh√§ltlich.

 

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