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Rosina Jackowiak: „Liebende Augen sehen mehr
“, hrsg. von Roswitha Jackowiak, erschienen im Verlag MyMorawa 2018, 160 Seiten.

Erinnerungen und ErzÀhlungen 1921 bis 1966...

Von der schweren Last des Lebens, wie es sich noch vor zwei, drei Generationen fĂŒr die Menschen hierzulande gestaltete, berichten die lebensgeschichtlichen Aufzeichnungen von Rosina Jackowiak. GeprĂ€gt durch die Wirren zweier Weltkriege, durch Armut, Hunger und Not und durch unendlich viel Arbeit war es ein hartes, aber ein erfĂŒlltes Leben, in dem auch winzige Momente des GlĂŒcks nicht zu kurz kamen. Beispielhaft fĂŒr viele Menschen derselben Generation, aber auch gezeichnet durch einige besonders schwere SchicksalsschlĂ€ge, lesen sich die Lebenserinnerungen dieser Frau aus dem Innviertel, die die Schwere des Lebens zur damaligen Zeit ein wenig erahnen lassen.

Geboren in eine bĂ€uerliche Familie im Innviertel in der NĂ€he von Raab konnte Rosina Jackowiak in hohem Alter auf ein Leben zurĂŒckblicken, das trotz zahlreicher schwieriger Lebenssituationen positiv gemeistert wurde. Der Lebensmut  war ihr auch in schweren Zeiten und trotz großer persönlicher Verluste nie abhandengekommen. Scheinbar unĂŒberwindliche Herausforderungen wie eine schwierige finanzielle Situation und der sehr frĂŒhe Tod ihres Mannes knapp vor der Geburt der jĂŒngsten Tochter, die Verantwortung als Alleinerzieherin fĂŒr fĂŒnf Kinder zu sorgen und noch vieles mehr durchstand sie in bewundernswerter Weise. Ihre Kinder waren ihr Freude, Sorge und StĂŒtze zugleich und immer meisterte sie ihr Leben mit einer guten Portion „Harmur“.

Ermuntert durch ihre Kinder, ihre persönliche Familiengeschichte fĂŒr die Nachwelt festzuhalten, schrieb Rosina Jackowiak ihr Leben und die Erinnerungen an die Zeit von 1921 bis 1966 in fĂŒnf Heften auf. Nach ihrem Tod im Jahr 2016 nahm sich ihre jĂŒngste Tochter Roswitha dieser Aufzeichnungen und Lebenserinnerungen an und gab einen eindrucksvollen, sehr persönlichen Band mit der „Lebensgeschichte“ ihrer Mutter heraus, den man, hat man ihn einmal zur Hand genommen, nicht mehr weglegen kann.

Das Buch ist einerseits ein persönlicher Erinnerungsschatz und ein wertvolles Andenken fĂŒr die Familie, es ist aber auch Zeugnis von einer Zeit der politischen Wendungen und der beiden Weltkriege, geprĂ€gt durch UmbrĂŒche und UmstĂŒrze, eine Zeit der Verluste von Familienangehörigen und eine Zeit der Migration, in der FlĂŒchtlinge und Fremdarbeiter quer durch ganz Europa zogen, in der Hoffnung Arbeit oder einen Neubeginn fern der Heimat zu finden. Krankheit und Tod gehörten zum Alltag fast selbstverstĂ€ndlich dazu, weil Ärzte aufgrund weiter Distanzen schlecht erreichbar oder schlicht nicht leistbar waren. Mit dem wenigen Hab und Gut ließ sich nur schwer ein gutes Leben aufbauen, es mangelte an Möglichkeiten und viele versuchten ihr GlĂŒck in der Fremde. So auch Familie Jackowiak. Dass aus der geplanten Auswanderung nach Australien, die schon in die Wege geleitet worden war, nichts geworden ist, war wohl den UmstĂ€nden der Zeit geschuldet, vielleicht war es auch ein schicksalhaftes Ereignis, das die Geschicke der arbeitsamen Familie letztlich doch im Innviertel und im Umkreis der Angehörigen hielt, wo man sich gegenseitig aushalf, so gut es nur ging. Es gelang Rosina Jackowiak mithilfe ihrer fĂŒnf Kinder, ein eigenes Heim zu schaffen und ihren Kindern Zuversicht und Vertrauen auf ihren Lebensweg mitzugeben.
 

Rosina Jackowiak: „Liebende Augen sehen mehr
“, Hrsg. von Roswitha Jackowiak, erschienen im Verlag MyMorawa 2018, 160 Seiten. ISBN: 978-3-99084-025-2  (Paperback)
 

Bezugsmöglichkeit: im Buchhandel und direkt unter www.mymorawa.com, Tel.: 01/91076-7472, E-Mail: info@mymorawa.com
Kosten: 17,00 (exkl. Versandkosten)

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