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Riedl, Gerhard: Wandel im Gewerbe. [Kronstorf] 2016.

Riedl, Gerhard: Wandel im Gewerbe. Entdeckte Spuren zur Baumeisterdynastie Plochberger und Waffenfabrikant Josef Werndl. [Kronstorf] 2016. 240 Seiten.

Neuerscheinung
 

Maurermeister Franz X. Augustin Plochberger (1777-1883), Baumeister Anton Karl Plochberger (1823-1890), Baumeister Franz X. Raimund Plochberger (1857-1923) sowie der Waffenfabrikant Josef Werndl (1831-1889) stehen fĂŒr die grĂ¶ĂŸten baulichen VerĂ€nderungen in den StĂ€dten Enns und Steyr im 19. Jahrhundert. Das Fundament am Weg zu einer erfolgreichen Baumeisterdynastie  wurde in Enns gelegt. Die in der umfassenden Darstellung geschilderten wechselvollen Schicksale oben genannter Personen, sowie der kaiserlichen StĂ€dte Enns und Steyr sind in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang gestellt. Anton Plochberger und Josef Werndl reprĂ€sentieren die neue Generation nach der Revolution 1848, in der "Arbeit und Kapital" eine neue Ausdehnung erreichten. Am Ende ihres Lebens zĂ€hlten sie zu den so genannten Neureichen. Mit vielen Texten aus den Archiven dokumentiert, geben die sozialen UmwĂ€lzungen im 19. Jahrhundert auch einen interessanten Einblick in die Geschichte der Verschmelzung von "Gewerbe und Bildung".

BUCHVORSTELLUNG

Der Kalkofen an der Enns in Unterreintal - heute nur mehr der einzige an der Enns sichtbare und wenigstens in seinen Grundfesten erhalten gebliebene Brennofen - wurde vor 200 Jahren zum Verkauf angeboten. Der aus St. Pölten stammende Maurermeister Franz X. Augustin Plochberger - die Bezeichnung Baumeister gab es, zumindest in Oberösterreich damals noch gar nicht und wurde erst mit der Gewerbeordnung 1859 eingefĂŒhrt - nĂŒtzte die Chance und wurde hier ansĂ€ssig. Er blieb nicht in seiner Geburtsstadt St. Pölten, wo sein Vater als Maurermeister wahrscheinlich mit Mathias Mungenast, dem Sohn des bekannten Barockbaumeisters, am Ex-Karmelitenkloster arbeitete, sondern nĂŒtzte die Aufbruchstimmung nach der französischen Revolution und kam ĂŒber Braunau und Steyr nach Enns. Im November 1816 verkaufte er sein Wirtshaus in der Engengasse in Steyr. Plochberger musste zunĂ€chst auf die Erlaubnis zur AusĂŒbung des Maurer-Gewerbes warten, da sie in AbhĂ€ngigkeit des örtlichen Bedarfs erteilt wurde. Der hier einzige Maurermeister Jakob Harrer zĂ€hlte aber bereits 65 Jahre. Am 19. MĂ€rz 1819 erhielt Franz X. Augustin Plochberger, zunĂ€chst als zweiter Maurermeister, vom Magistrat Enns und von Seiten des Traunkreis-Amtes die „personal Maurermeistergerechtigkeit“.

Zwar konnte Franz Plochberger in Enns rasch Fuss faßen, doch ernĂ€hren konnte er sich im wesentlichen nur von Um- und Erweiterungsbauten. Die napoleonischen Kriege wirkten ungemein lange nach. Verarmung und wirtschaftlicher Ruin waren schwer zu beseitigen und mehrmals musste das Gewerbe einer Revision unterzogen werden. Erst durch die GrĂŒndung des Gewerbevereins in der Steiermark, durch Erzherzog Johann und Genehmigung einer solchen Einrichtung im Mai 1842 in Enns, entstanden neue Ideen. Besonderes Augenmerk legte damals die Stadt auf die Vermarktung des Steinbruchs Tabor, gegenĂŒber von Mauthausen. Der Gewerbeverein erkannte damals aber auch, dass die „praktische Bildung“ zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben gehörte.

Zu dieser Zeit trat bereits Plochbergers dritter Sohn, Anton Karl in das geschichtliche Blickfeld. FĂŒr seinen Aufstieg als herausragender Baumeister in Enns und Steyr dĂŒrfte die Übernahme der Kustodenstelle der Ennser Zeichenschule im Jahr 1844 wesentlich gewesen sein. Dabei ist erwĂ€hnenswert, dass in Enns bereits vor der GrĂŒndung des Gewerbevereins Zeichenunterricht erteilt wurde, denn in den Akten der ersten Versammlung am 5. Mai 1842, die im Gasthaus zur Krone abgehalten wurde, heißt es: „[...] Auf Veranlassung des hl. (hochlöblichen) Ignaz Gruber hat bereits seit einigen Monaten die hiesige BĂŒrgerschaft in ihrem KlostergebĂ€ude ein großes halbes und sehr gĂŒnstig gelegenes Zimmer zur Errichtung einer Zeichenschule eingerichtet“. Bei dieser GrĂŒndungssitzung wurden bereits 17 SchĂŒler als Besucher gezĂ€hlt.

Diese Bildungseinrichtung im KlostergebĂ€ude, war bestimmt eine großartige Sache fĂŒr die kleine Stadt Enns, die eigentlich nur von Kleingewerbebetrieben umgeben war. Enns profitierte aber durch seine Lage. Einerseits vom Zentrum der Eisenindustrie in Steyr, zum anderen von dem nicht allzu weit entfernten Linz mit ihrer damals aufstrebenden Textilindustrie. Vielleicht war sie es, die richtungsweisend fĂŒr den Zeichenunterricht in Enns war, weil beim Bedrucken der Stoffe nach Zeichenvorlagen gearbeitet wurde, so zum Beispiel auch in der Ennser Kattunfabrik in Kristein.

Als Kustos hatte Anton Plochberger Zugang zu allerlei BĂŒchern und Druckgrafiken, die damals anfingen sich rasch zu verbreiten. Aber Plochbergers Vater war bereits 70 Jahre alt. Wahrscheinlich war dies und der allgemeine Niedergang im Gewerbe und vielleicht auch der stĂ€ndige Streit mit Steyr ĂŒber die Finanzierung der Bildungsanstalt - ĂŒber die RivalitĂ€ten und Streitereien im Gewerbeverein zwischen Steyr, Enns und Linz, können Sie im Buch mehr erfahren - der Grund, sich selbstĂ€ndig zu machen.


Das Revolutionsjahr 1848 brachte den jungen Anton Plochberger allerdings zunĂ€chst um den Broterwerb. Es dauerte einige Zeit, bis eine halbwegs neu funktionierende Staatsverwaltung um sich griff. Besonders das Baugewerbe litt unter dem Übel der ungeklĂ€rten ZustĂ€ndigkeiten. Dennoch konnte sich der Maurermeister das Haus Linzerstraße 30 kaufen und mit der Steinmetztochter Maria Gehmacher aus Mauthausen eine Familie grĂŒnden. Plochberger konnte insofern die baldige Besserung erwarten, da Enns fĂŒr einen Standort der neuen Gerichtsbarkeit ausgesucht wurde und zwei Jahre spĂ€ter auch noch das Bezirksamt in der Stadt installiert wurde. Nachdem die Gemeindevertreter das Rathaus verlassen mussten, wurden die AmtsrĂ€ume im großen Stil von Plochberger umgebaut. Das mit Hypotheken belastete Gemeinschaftshaus der BĂŒrger, an der Ecke Mauthausnerstraße, wurde fĂŒr die Stadtverwaltung adaptiert, es dient heute noch als Stadt-Gemeindeamt. DarĂŒberhinaus wurde der seit vielen Jahren angekĂŒndigte Pfarrschul-Neubau von der Staatshalterei genehmigt. Plochberger bekam den Auftrag. Allerdings trieb ihn die Stadtverwaltung durch ihre schlechte Zahlungsmoral fast in den Ruin. Diese Zeit war fĂŒr ihn insofern gefĂ€hrlich, weil der Geldverleiher Eberstaller hohe Zinsen von ihm forderte. Als Subunternehmer bei den Eisenbahnbauten brauchte er Kapital, da er eine Kaution hinterlegen musste. Da 1859 der Tischler MĂŒller sein Geld bei Plochberger gerichtlich eintreiben musste, schrieb der Maurermeister an das Bezirksamt:

„[...] meine finanziellen VerhĂ€ltnisse werden von Tag zu Tag drĂŒckender, mein Kredit schwindet, mehr und mehr durch die solange Hinausdehnung der mir bewilligten Zahlung. Meine GlĂ€ubiger durch die vielen ohne mein Verschulden nicht einzuhaltenden Zahlungsversprechungen werden fort und fort quĂ€lender. Mein Erwerb an und fĂŒr sich, e(h)rentlich. Aber durch den Umstand 0 gehemmt, erleide ich große Verluste, da ich vielseitige Hochbauten der Elisabethbahn ĂŒbernommen habe, und durch die Verzögerung der Zahlung einer bedeutenden Activa zur Zinsentrichtung gepreßt wurde, welche [...]monatlich mehr als 30fl. betrĂ€gt [...]."


Im Februar 1863 beantragte Anton Plochberger die letzte Kaution, eine Haftung fĂŒr die DippelbĂ€ume. Damit endete wahrscheinlich der Ärger mit dem Schulhausbau in Enns. Aber die Schule selbst wurde aufgewertet und bekam bereits 1858 ĂŒberraschend den Status BĂŒrgerschule, der mit einer Hauptschule gleichzusetzen ist.

Zwischenzeitlich brachte Plochberger seine Villa mit zwei GlashĂ€usern in Schmiedberg 83 (heute zwischen Bundesstraße und Freibad) fertig. Obwohl es in Enns eigentlich der erste Villenbau in der GrĂŒnderzeit ist, geriet der Name „Villa Friedegg“ bald in Vergessenheit. Bekannt wurde der Bau unter dem Namen Villa Rechberg, der spĂ€teren Besitzerin GrĂ€fin Rechberg-Rothenlöwen.

Bereits nach 1860 entstand wieder eine Bauflaute. Anton Plochberger konnte sich nur durch kleine Bauten am Land und als SachverstĂ€ndiger ĂŒber Wasser halten. Auch seine Tante Josefa Werndl aus Steyr, half ihm, weil sie 1860 auf ihre Kosten im Ortsteil Aichet, ein Kinderheim errichten ließ. Die Verwandschaft zur Familie Werndl war fĂŒr Plochbergers weiteren Aufstieg besonders entscheidend, zumal Sohn Josef einer der angesehendsten Waffenfabrikanten ganz Europas wurde. Bereits 1863 baute Plochberger fĂŒr seinen Neffen Josef Werndl im Wehrgraben die erste Badeanstalt fĂŒr die Arbeiter der Waffenfabrik.

Da die Heimatstadt dem Baumeister nur mehr wenig bieten konnte entschied er sich 1868 fĂŒr einen Umzug. Zu dieser Zeit entstand in Steyr nĂ€mlich durch den Bahnanschluss eine Aufbruchstimmung. Zudem baute Josef Werndl, in einer Art von GrĂ¶ĂŸenwahn, seine Betriebe ihm Wehrgraben aus. Bei diesem Vorhaben hatte der Waffenfabrikant nĂ€mlich so gut wie keine AuftrĂ€ge in der Tasche, obwohl er sich seit 1864 eifrig der Waffenproduktion widmete. Inzwischen hatte er nĂ€mlich mit seinem Bruder, die Firma seiner Mutter ĂŒbernommen; sein Vater war bereits 1855 an Cholera verstorben. Mehrmals war der junge Werndl in Amerika um Waffenproduktions-Betriebe zu besichtigen, die wegen dem BĂŒrgerkrieg dort zu neuer BlĂŒte gelangten. Zu Hause angekommen, beschloß er Gewehre komplett anzubieten und nicht mehr einzelne Bestandteile nach Wien zu schicken. Werndl kaufte MĂŒhlen im Wehrgraben, ließ riesige FabriksgebĂ€ude errichten und investierte in Maschinen. Amerika bot ihm aber nicht nur eine neue Sichtweise in Bezug auf eine Serienfertigung, sondern gewĂ€hrte ihm auch Einblicke im Handel von Wertpapieren. Schon damals wurde gemunkelt, dass sein Reichtum durch die AktienkĂ€ufe in Amerika herrĂŒhrte.

1866 stand auch die österreichische Armee vor zwei Schlachten. WĂ€hrend jene im Juni gegen die Italiener siegreich war, kam es bei KöniggrĂ€tz zu einer Niederlage gegen die Preußen. Schuld an den großen Verlusten wurde vorwiegend der Bewaffnung gegeben. Durch die Festlegung, in Österreichs Armee eine neue Wehrtechnik einzufĂŒhren, nĂ€mlich an Stelle der Verwendung von Vorderladern auf Hinterlader mit ZĂŒndnadelsystem umzustellen, kam Werndl in den Kreis eines kometenhaften Aufstiegs. ZunĂ€chst war er allerdings stark verschuldet und musste seine Betriebe verkaufen. Aber es gelang ihm, fĂŒr sich und seine Familienmitglieder 5,2 Millionen Gulden herauszuschlagen und die Österreichische Waffen Gesellschaft weiterhin als Generaldirektor zu fĂŒhren.

1868, kaum in Steyr angekommen, errichtete Anton Plochberger das damals grĂ¶ĂŸte Bauwerk in der Eisenstadt. Er baute das Objekt IX am Gsangwasser - die Waffenfabrik bezeichnete ihre massgeblichen FertigungsstĂ€tten als Objekte – und in den folgenden Jahren noch Ă€hnlich große Werke. Im Jahr 1886 brachte er mit seinem Sohn Franz erstmals ein neues Bauverfahren nach Steyr. Sie setzten bei der Errichtung der neuen Schaftfabrik eine „Stahlbeton-Decken-Konstruktion“ ein. Dieses damals neue Verfahren, entdeckte Werndl bei einem Konkurrenten in Berlin. Eine neue Schmiede im Wehrgraben, war einer seiner letzten BautĂ€tigkeiten fĂŒr die Waffenfabrik.

Eines der grĂ¶ĂŸten Probleme der damalig beginnenden Industrialisierung Steyrs entstand durch den Zuzug von Arbeitswilligen, fĂŒr die es kaum Schlafmöglichkeiten gab. Dazu kam, dass sich Werndl auch um die Übersiedelung der Beamten der Kronprinz-Rudolfbahn nach Steyr bemĂŒhte. 1870 baute Plochberger zwar fĂŒr 200 Beamte das DirektionsgebĂ€ude der Bahn, aber auf die Notwendigkeit fĂŒr sie und ihre Familienangehörigen auch WohnrĂ€ume zu schaffen, wurde Anfangs kaum gedacht.

Erst 1872 wurden Abhilfen eingeleitet. Auf der Promenade baute Anton Plochberger, nicht nur ein Zinshaus im Auftrag der Gemeinde, sondern gleich nebenan, drei zweistöckige WohnhĂ€user, auf seinen eigenen GrĂŒnden. Damals war er bereits der anerkannteste Baumeister in Steyr, zumal seine Konkurrenten Johann Pichler und sein Bruder Anton Pichler frĂŒhzeitig verstarben.

Anton Plochberger wurde mitten in der GrĂŒnderzeit also auch Zinshausherr. Vor solchen BĂŒrgerherren wurde im wahrsten Sinn des Wortes, der Hut gezogen; schon allein aus GrĂŒnden des Wohnraummangels. Bei ihm wohnte der spĂ€tere Dichter Robert Musil, der Vater war damals Direktor der Eisenfachschule. Auf Grund der starken Bevölkerungsentwicklung entstand hinter dem Wohnhaus des Baumeisters auch eine neue BĂŒrgerschule, die heutige Dr. KirchschlĂ€ger-Schule, die ebenfalls von Plochberger errichtet wurde.

Die Wohnungsnot war mit den wenigen Privatbauten keinesfalls gelöst, es brauchte noch weitere und andere Massnahmen. Da auch damals die Vorfinanzierung das grĂ¶ĂŸte Problem darstellte, grĂŒndete Werndl und seine Arbeiter einen Verein zum Bau von Arbeiterwohnungen. Die ersten HĂ€user wurden Ende 1871 fertig. Nach 20 Jahren war das komplette Eysnfeld im Wehrgraben mit Wohnungen und neuen Fabriskbauten belegt, die hauptsĂ€chlich von Plochberger und dem Kronstorfer Maurermeister Arbeshuber hergestellt wurden. Letzt genannter baute zum Beispiel das DirektionsgebĂ€ude der Waffenfabrik. Anton Plochberger baute aber auch so manche schöne Villen, von denen u.a. das Schloss Voglsang hervorzuheben ist. Hierzu empfehle ich Ihnen das Kapitel: "Die seltsame Geschichte der Villa-Voglsang - Plochbergers unvollendetes Werk" genauer zu lesen, da viele, bislang nicht publizierte Fakten, nĂ€mlich im Zusammenhang mit der Bauentwicklung, der Gartengestaltung und der Elektrischen Ausstellung 1884, in die vorliegende Publikation eingearbeitet werden konnten.

Anton Plochberger, der in den letzten Jahren seiner TĂ€tigkeit körperlich stark geschwĂ€cht war - höchst wahrscheinlich erlitt er bei einem Brandunfall in Enns, im August 1866, bleibende BeinschĂ€den - nahm seinen Sohn Franz Xaver Junior in seinen Betrieb auf. Der in Enns geborene, ging nach einer außergerichtlichen Scheidung der Eltern, bereits im Jahr 1868 mit seinem Vater nach Steyr. Nach der Matura in der Oberrealschule Steyr, arbeitete er zunĂ€chst in Wien. 1883 holte ihn aber sein Vater zurĂŒck, da sich sein Gesundheitszustand stĂ€ndig verschlechterte. Das Lambergische Forsthaus in Großraming gehört zu seinen ersten selbstĂ€ndig errichteten Bauten. Es war allerdings bereits eine schwierige Zeit aufgezogen, da sich Turbulenzen der GrĂŒnderzeit noch immer auf das Bauverhalten auswirkten. Es gab nicht nur einen Einschnitt am Kapitalmarkt, sondern auch durch die EinfĂŒhrung einer neuen Gewerbeordnung schmerzliche Änderungen. Das Bauwesen stagnierte so stark, dass in Steyr nur ein einziger grĂ¶ĂŸerer Umbau im Jahr 1884 erfolgte. Erst 1886 wurden wieder drei Neubauten und 24 Adaptierungen in den Aufzeichnungen des Magistrats Steyr registriert.

Nach der BaumeisterprĂŒfung 1887 baute der junge Franz Plochberger das Kolpinghaus und erhöhte nach einem Brand den Turm der Stadtpfarrkirche in Steyr. Ausserdem nahm er einige Um- und Erweiterungsbauten fĂŒr die Waffenfabrik vor. Neben diversen Wohnbauten und schönen Villen sind noch die Friedhofserweiterung in Steyr und der Kasernenbau am Tabor, bzw. der Bau des Krankenhauses am Stadtrand hervorzuheben.

Der Erste Weltkrieg brachte auch in diese Familie viel Unheil. Nach Angaben seiner Enkeltochter, zeichnete Plochberger mit einem Großteil seines Vermögens Kriegsanleihen. Franz X. Raimund Plochberger starb am 24. JĂ€nner 1923.

Sein Sohn Karl wĂ€re dafĂŒr bestimmt gewesen, das "Baumeister-Erbe" fortzusetzen. Er legte 1917 am MilitĂ€rbauamt Innsbruck die BaumeisterprĂŒfung ab. Aber auch hier verhinderten die Nachwehen des Krieges, eine denkbare FortfĂŒhrung des vĂ€terlichen Gewerbes. Der Umbruch im Staate und die daraus entstandenen Krisen verhinderten möglicherweise sein BemĂŒhen im Baugewerbe. Im Innsbrucker Stadt-Archiv liegen keine Unterlagen ĂŒber eine BaufĂŒhrung unter seinem Namen auf. Sein Leben endete am 20. November 1944.

 

Gerhard Riedl

 

Riedl, Gerhard: Wandel im Gewerbe. Entdeckte Spuren zur Baumeisterdynastie Plochberger und Waffenfabrikant Josef Werndl. [Kronstorf] 2016. 240 Seiten.

 

Die Publikation ist telefonisch unter 07223/87292 oder per Email unter gerhard.riedl@tele2.at zu bestellen. Es ist auch im gutsortierten Buchhandel und im TourismusbĂŒro der Stadt Enns zu beziehen. Das Buch kostet 33 Euro.



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