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Konglomeratwand in der TEICHLSCHLUCHT | Rudolf Stanzel

Eine Bildbeschreibung von OSR Rudolf Stanzel aus Windischgarsten.

Das Foto zeigt eine fĂŒr die Teichlschlucht typische Konglomeratwand. (Foto: Chr. Habersack, Quelle: Windischgarstner Kurier)


Das Foto von Ch. Habersack zeigt eine fĂŒr die Teichlschlucht typische Uferwand. Im Vordergrund eine Schotterbank, anschließend das klare Wasser der Teichl, das vorne breit und seicht dahin fließt, sich aber im Hintergrund sammelt, tiefer wird und die Schotterwand unterspĂŒlt. Über 40 Meter hat sie sich hier in die schotterige TalfĂŒllung im Laufe von 10.000 Jahren eingegraben. Jede dunkle Höhle zeigt ein Hochwasser an, das dann oft zu einer Verlegung des Flusslaufes fĂŒhrt. So erodiert sie einmal am linken Ufer, dann wieder am rechten. Die typische Teichl-Steyr-Schlucht entsteht. Die UferwĂ€nde bestehen aus Schotter und nicht aus Fels. Eine kurze Ausnahme bilden die DolomitwĂ€nde des Steyrdurchbruches.

 

Lesenswerte geologische Hinweise

Zuerst eine wichtige Unterscheidung: Konglomerat ist in der Geologie ein eigenes, kompaktes Gestein. Man sieht zwar die einzelnen Bestandteile, aber man kann sie nicht herauslösen, so verschmolzen sind sie. Der richtige Fachausdruck lautet verfestigter Terrassenschotter. Da hat es Wasser natĂŒrlich leichter. Die Bezeichnung „Konglomerat“ hat sich aber so verbreitet, dass auch ich dabei bleiben werde.

 

Solche schluchtenartige FlusstĂ€ler gibt es nicht ĂŒberall, sondern nur dort, wo der letzte Gletscher (WĂŒrm) im Gebirge stecken geblieben ist, und nicht mehr wie seine drei VorgĂ€nger das Alpenvorland erreicht hat.  Beim Abschmelzen haben die GletscherbĂ€che riesige Mengen von Material aus den MorĂ€nen in die TĂ€ler geschĂŒttet, die meisten damit ganz ausgefĂŒllt. Als diese Zeit vorbei war und es nur mehr die kleine Ur-Teichl gab, hatte sie es schwer. Zuerst musste sie in Windischgarsten einen See auffĂŒllen, dann erst begann sie sich in die schotterige Niederterrasse einzugraben.

 

Rudolf Stanzel, im Juli 2016

 

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